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Antje
Welche Gründüngerpflanze nehmen?
Hallo,
wir haben einen ungenutzten, unbepflanzten Bereich im Garten an der Grundstücksgrenze, wo jetzt massig das Unkraut zu sprießen beginnt. Ein Teil des Bereiches hat einen ca 2 Meter hohen Hang, manches aber auch nur 20/30cmm Hang, wir mussten dort den Geländehöhenunterschied zum Nachbarn ausgleichen. Den Bereich wollen wir erst nächstes Jahr bepflanzen, wahrscheinlich mit irgendwelchen Büschen und Sträuchern. Mir schweben zumindest am Wegrand wo man gut drankommt 2 oder 3 Beerensträucher vor, außerdem müssen dort die 2 Ballerina Apfelbäumchen als Befruchterbäume hin. Weil sich der Hang schlecht pflegen lässt, werden wir wohl alles mit Muchfolie abdecken müssen, die Sträucher durch die Folie hindurch pflanzen. Dann Rindenmulch drüber zur Optik und es sieht gut aus. So zumindest der Ratschlag unseres Gartenbauers, der das Gelände modelliert hat.
Aber ich schweife ab, zurück zum Thema.
Dieser Bereich ist also unbepflanzt und ich möchte gerne Gründünger aussäen, um das Unkraut zu unterdrücken. Da mir zur Zeit sehr das Mulchmaterial für die Gemüsebeete fehlt dachte ich mir, ich könnte diesen (möglichst schnellwüchsigen) Gründünger dann regelmäßig mit dem Trimmer abmähen und auf den Beeten als Mulch verteilen, es sollte also ein Gründünger sein, der schnell wächst und viel Blattmasse bildet, aber andererseits nicht so schnell Samen. Und er sollte nicht kaputt gehen, wenn ich dann beim Trimmern drauf rumlaufe.
Was wäre noch wichtig... ach ja, es kommt teilweise Sonne von Süden und Westen, der Hang selber liegt aber Richtung Norden abfallend. Der Gründünger sollte also nicht immer volle Sonne benötigen.
Disteln wachsen dort viele, gibts einen Gründünger der die unterdrückt?
Wir haben eher schlechten, steinigen schweren Lehmboden, zur Besseren Optik ist aber in diesem Bereich eine dünne Schicht guter Oberboden/Kompostgemisch aufgefüllt worden.
Den 2 Meter-Hang-Bereich hat der Gartenbauer im Herbst beim Gelände modellieren mit einer dünnen Betonschicht stabilisieren müssen, damit er nicht abrutscht. Er hat gemeint, wenn ich das dann bepflanzen will, lässt sich diese Betonschicht mit Spaten o.ä. zerstören, wenn der Hang dann bepflanzt ist, halten die Wurzeln ihn ja und es kann nichts mehr abrutschen. Zu tief Wurzeln sollte der Gründünger jetzt deshalb vielleicht besser nicht, denn ich möchte nicht jetzt schon die gesamte Stabilisierung weghacken müssen. Vielleicht reicht es ja später dann aus, wenn ich die Stabilisierung nur in dem Pflanzbereich der Büsche weghacke und den Rest lasse. Denn wenn ich seinen Vorschlag mit dem durch die Mulchfolie pflanzen umsetze, sind dort ja nicht so viele Pflanzen und Wurzeln, die den Hang halten und stabilisieren könnten.
Ich hab im Netz gesehen, Buchweizen ist ein sehr kostengünstiges Gründüngersaatgut. Ist der empfehlenswert?
Einjährige Gründünger-Pflanzen wären glaube ganz sinnvoll, falls wir uns später doch nicht dazu entscheiden, alles durch Mulchfolie zu pflanzen.
Gut wäre es, wenn ich dieses Gründüngersaatgut später im Herbst nach dem abernten noch auf meine Gemüsebeete säen kann, ein Gründünger der Kreuzblütler ist (wie z.B. Senf) wäre aber nicht so gut, da ich viel Kohl anbaue und Angst habe wegen der Kohlhernie etc
danke euch für eure Ratschläge.
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Gast1021
Hi,
ich fürchte, Du suchst die nicht-existierende eierlegende Wollmilchsau.
So gut wie keine Gründüngungspflanze lässt sich regelmässig abmähen und als Mulchmaterial nehmen - das funktioniert nur bei Gräsern (wie dem ebenfalls als Gründüngung empfohlenen Winterroggen) oder dem Klee, die aber nicht einjährig sind und leicht lästig werden können.
Ausserdem gibt es keinen Gründünger, der frisch als Samen ausgebracht, es schafft, bereits eingewachsene Disteln zu unterdrücken; d.h. Du musst den Hang zuerst selber gründlich säubern.
Buchweizen ist zwar grundsätzlich auch ein guter Gründünger - ist aber eher für einen "bodenausgleichenden" Einsatz geeignet, d.h. er zehrt zuerst von den Nährstoffen, die zuviel vorhanden sind. Also nur, wenn in Deinem Boden genügend Stickstoff vorhanden ist, würde er wirklich hoch und üppig genug werden, um nachkommende Disteln zu unterdrücken.
Sehr wenig Wurzelmasse bildet der Bienenfreund, der sich auch gut zum Humusaufbau eignet. Der ist aber nur eine Kurzfristkultur, d.h. Du müsstest ihn in einer Saison vermutlich zwei-, dreimal abmähen und neu anbauen (sofern Du ihn nicht aussamen lässt).
Quirlmalve scheidet wohl wegen der starken Pfahlwurzeln aus; Bitterlupinien gedeihen in schweren Lehmböden nicht gut und für Tagetes ist es heuer schon zu spät im Anbau (außerdem brauchen sie so lange zum Hochkommen, dass jedes Unkraut schneller ist).
Aber was anderes - Du willst doch Nützlinge fördern: Warum baust Du nicht einfach eine gemischt Blumenwiese an?
Nur mal so als Beispiel: Wiesenträume
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Antje
Schade, also doch nicht so einfach wie gedacht... wäre auch zu schön gewesen. Das mit den Wiesenträumen sieht echt super aus. Ich hab eine Sommerblumenmischung da, weil meine Tochter sich ein paar Blumen gewünscht hatte. Da ich mich aber bisher kaum mit Blumen auskenne würde es da teilweise bestimmt schwierig werden, Blume von Unkraut zu unterscheiden. Eben weil es ja viele verschiedene sind und ich da nicht sagen kann "das was am meisten ist wird bestimmt der Gründünger sein, also raus mit allem anderen".
So hab ich bei meinen Ringelblumen und Tagetes rausgefunden, was was ist... Eine Pflanze, die ausschließlich dort vorkommt, wo ich gesät hatte und nirgends anders... das ist hoffentlich die Blume. Also bleibt die drin und alles andere kommt weg.
Das mit dem Phacelia (Bienenfreund) klingt doch aber ganz gut. Das ist nur eine Sorte Pflanze, so dass ich diese hoffentlich schnell vom Umkraut unterscheiden lerne.
Die könnte ich also abmähen (und als Mulchmaterial nutzen oder besser auf den Kompost für mehr Humus dort?) und müsste dann halt danach nur neu aussähen? Winterhart sind Pflanze und Samen auch nicht wie ich grad gegoogelt hab, passt also auch. Und für Nützlinge ist Phacelia doch bestimmt auch gut, oder? Zumindest für die Bienen. Okay die Samen sind nicht die kostengünstigsten und die Disteln schafft er auch nicht... aber wie du so schön sagtest: Die Eierlegendewollmilchsau gibt es leider doch nicht. Muss ich bei den Disteln halt weiter mit dem Unkrautstecher ran und hoffen, sie einfach inrgendwann so zu schwächen, dass sie nicht mehr kommen. Im Moment schießen sie bei dem Wetter wie die Pilze.
Die Phacelia wäre doch dann vermutlich die beste Lösung, oder?
Vielen Dank erstmal für deine vielen tollen Vorschläge. Von Dir kann ich echt noch viel lernen.
Ohne euch im Forum hier wäre ich als Anfänger total aufgeschmissen
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igelchen83
Phacelia bauen wir auch immer an, ich finds vor allem gut, da es sehr schnell und gut keimt.
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Antje
Und was mir noch einfällt wegen den Kosten... Ich brauche ja nicht immer alles abzumähen. An einer Stelle könnte ich ja die Pflanzen ganz hoch wachsen lassen, Blüten und später auch Samen bilden lassen, diese aber rechtzeitig absammeln damit sie sich nicht unkrontrolliert selber aussamt und nachher noch Nachbars ärgert... und schon hab ich Gründüngersamen für die weiteren Aussaaten und (Samen im Haus aufbewahrt) fürs nächste Jahr... Dann brauche ich nur einmal zu kaufen.
Das dürfte doch so funktionieren, oder?
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Gast1021
Grundsätzlich ja - bloss ist das Sammeln der Samen bei einigen Pflanzengattungen so mühsam, dass Du es wahrscheinlich kein zweites Mal machst.

Und zusätzlich solltest Du berücksichtigen, dass bei Pflanze nie gleichzeitig alle Samen reif werden. D,h. die ersten paar zahlen sich für die Ernte nicht aus und beim Hauptschwung hat sich doch schon eine nicht unerhebliche Menge ausgesamt.
Wir nutzen auch den Bienenfreund recht viel, weil er ziemlich unkompliziert ist. Wobei wir ihn beim Mähen gleich auf der Fläche liegen lassen, den Rest besorgen die Regenwürmer. Damit brauchen wir auch nicht nachsäen, weil von allein immer genug auf der Fläche aufgeht.
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Antje
Hallo,
danke euch.
Noch ne Frage:
Die Phaelis sollen Dunkelkeimer sein, hab ich im www gelesen und 2cm Tief in die Erde reingesät werden.
Dann geht das doc mit dem Breitwürfig säen nicht so einfach, oder? Wie macht ihr das mit dem Phacelis aussäen? In Reihen?
Es stand auch was von auf 30x30cm verziehen. Macht ihr das? Wird das dann trotzdem richtig schön dicht, dass das Unkraut unterdrückt wird?
Irgendwie kann das mit dem Dunkelkeimer aber auch nicht so richtig stimmen, denn wenn die sich bei dir, federmohn, immer selber aussät.... die säht sich ja nicht selber in 2cm tiefe.
Was ist denn nun richtig?

Danke euch
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Gast1021
Also wir machen nicht so viel Aufwand - GG streut das Saatgut einfach aus der Hand breitflächig aus und harkt es leicht ein (sprich, er zieht ein paar Mal mit dem Rechen über die Fläche). Bevorzugt vor einer Regenfront, damit man sich das Angiessen auch noch spart. Fertig
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Antje
Danke für die Erklärungen. Dann werd ich das auch mal mit dem Rechen versuchen. Die Zeit, jedes Korn einzeln in eine Saatrille zu legne, fehlt mir nämlich eigentlich.
Hab durch meine Unerfahrenheit schon einige Anfängerfehler gemacht, und der zu dünnen Mulchschicht hab ich es zu verdanken, dass ich viele, viele Stunden mit Jäten verbracht und jetzt schon 4 10 Liter-Eimer Unkraut gejätet habe. (Und das waren lauter winzig kleine Unkräuter, nichts mit großem Volumen dabei)
Aber... aus Fehlern lernt man ja, schnorre mittlerweile bei 3 Nachbarn Rasenschnitt. Die sidnaber froh dass sie ihn los sind, weil alle nicht gärtnern. Am Wochenende ist unserer Rasen auch endlich fertig fürs erste Mähen.... Wenn Nachbars dann am Wochenende hoffentlich auch mähen krieg ich meine Beete mit einer dickeren Mulchschicht endlich dicht... und darf dann wieder beim ersten anfangen, weil da die Mulchschicht schon wieder ganz dünn geworden ist... aber noch keimt nichts.
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strauchbulette
Wieso machst Du nicht die Mulchfolie schon auf die Fläche? Dann kommt kein Unkraut mehr hoch...
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Antje
weil wir noch nicht wissen, ob wir auf Dauer dort wirklich durch die Mulchfolie pflanzen wollen, ob das die Pflanzen, die dann dort hinsollen, überhaupt vertragen etc. Und weil wir diese Flächen erst in 1 oder 2 Jahren nutzen wollen, so lange nur Mulchfolie liegen haben... Ich weiß nicht, sieht ja nicht so toll aus.
An den ersten 2 Bereichen hab ich jetzt schon Phacelia gesät... wie lange braucht sie zum keimen? Wieviel Feuchtigkeit braucht sie, also wie oft gießen?
Den 3. und größten Bereich muss ich erst noch von Unkaut befreien. Dort sind jede Menge Disteln Quecken und massig anderes was ich nicht kenne gekeimt. Manches blüht sogar... vielleicht was ausgesamtes vom Nachbargrundstück, weil dort am Zaun auch eine ziemlich verwilderte Fläche ist, die mit Zierpflanzen, Büschen, Sträuchern aber auch massig Unkraut zugewachsen ist. Lässt sich schlecht pflegen. Nachbars wollen aber nächstes Jahr den Maschendrahtzaun weg machen lassen und dort was anderes hin, da wird dann bestimmt vieles an Unkraut (und hoffe auch Quecke) weggebaggert. Solange lohnt es sich auch für uns nicht, den Bereich zu gestalten, wird durch die Bauarbeiten bestimmt in Mitleidenschaft gezogen.
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Hier (Brandenburg) treibt der Wein von nur geschwollenen Knospen (an den sehr alten Reben) bis wollig und ein Blatt eingerollt!