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Gast9683
Rezepte mit Wildkräutern
Nachdem ich gerade ein sehr lecker klingendes Rezept gelesen habe, das als einen Bestandteil Löwenzahnblätter hat und demnächst ja dann hoffentlich die Zeit kommt, in der wir mit frischen Trieben der Brennnessel, der Vogelmiere, des Giersch etc. verwöhnt werden, ist es vielleicht eine gute Idee mal zusammen zu tragen, was Ihr so aus UNKRAUT macht!
Mich interessiert auch, wie Ihr die Pflanzen anbaut (z. B. eingezäunt) und wie Ihr sie vor dem Verzehr reinigt und bearbeitet. Bei uns hier ist der Fuchsbandwurm z. B. ein Thema.
Von der Brennnessel nehme ich gern den Samen, den ich über alles mögliche streue. Auch die frischen Triebe, fein gehackt, gehen gut im Salat, oder auf dem Butterbrot mit Salz und Pfeffer. Die größeren Blätter kann man gut zu einem Spinat verarbeiten und die richtig ausgewachsenen Pflanzen verarbeite ich zu einer Jauche (Düngung und Schädlingsabwehr).
Ansonsten verwende ich bislang nur Löwenzahn (Blätter im Salat), Giersch (Salatrezept hier aus dem Forum), Ackerschachtelhalm (Tee) ... viel mehr fällt mir nicht ein.
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igelchen83
Welche Pflanzen sind bei dir genau Unkraut?
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Gast9683
Naja... das hab ich natürlich provokant gemeint.
Ich meine wilde Kräuter, unkultivierte, die einfach so wachsen. Ein paar Beispiele hatte ich ja gegeben, aber sicher gibt's noch andere Kräuter, die ich vielleicht gar nicht kenne. Sauerampfer hatte ich z. B. vergessen, aber auch die ganze Teesorten ... Schafgarbe, wilde Kamille, Weißdorn ....
Bei mir wächst auch Beifuß wild, da ich aber keinen Gänse- oder Entenbraten esse bleibt alles für die Dompfaffen.
Mit dem Wort "anbauen" habe ich mich etwas vertan. Ich hätte vielleicht eher von Hege und Pflege schreiben sollen.
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igelchen83
Nun, wir haben an einer geheimen Ecke eine größere Schachtelhalmpopulation, als Dünger, Pflanzenschutz, aber auch für Tees und Gesichtspflege. Wild wächst bei uns ebenfalls Gänsefingerkraut, das Zeug kriegt man nicht tot, aber es sind super Magen-Darm Tropfen auch meiner Freundin mit Morbus Crohn helfen sie gut.
An einem Bach bzw. den Wiesen drum herum hier in der Gegend sammeln wir Scharfgarbe, Löwenzahn plus Blüten, Huflattich, Spitzwegerich...
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gartenfee
Ich bin absoluter Neuling auf dem Gebiet, aber es interessiert mich sehr. Gemacht hab ich mal Löwenzahnhonig, gesammelt im eigenen Garten. War aber jetzt nicht gerade der Burner.
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shogun
Auch hier geht´s um Verwendung von Wildkräutern:https://www.gartenforum.de/threads/5...culus-ficaria)
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Gast16744
Ich hol dieses Thema grad mal wieder aus der Versenkung.
Jetzt, März-April ist die ideale Zeit um einen Jahreshustensaft und ein Jahreskräutersalz anzusetzen.
Man nennt es "Jahres"-, weil man über das Jahr hinweg verschiedene Kräuter/Wildkräuter sammelt und ansetzt.
Beim Hustensaft nimmt man Zucker oder Honig, für Kräutersatz natürlich Salz. Beim Hustensaft nimmt man die frischen Kräuter (immer so eine Handvoll kleingeschnitten), beim Kräutersalz verwendet man die Kräuter getrocknet. Immer Lagenweise Kräuter/Zucker bzw. Salz. Ich nehm dazu immer große 5l Gläser. Beim Kräutersalz ist allein der Duft der Kräuter der Wahnsinn. Die Rezepte habe ich aus einem Buch von Eunike Grahofer.
Kräuter im März/April für Hustensirup: Lungenkraut, Huflattichblüten, Schlüsselblumenblüten
Kräuter im März/April für Kräutersalz: Hirtentäschel, Käsepappel, Wegerich, Schafgarbe, Gundelrebe, Vogelknöterich, Veilchenblüten, Löwenzahn. Und Knospen (je 10 Stck.) von Heckenrose, Schlehe, Weißdorn, schwarzer Johannisbeeren, Linde, Birke, Apfelbaum
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shogun
Beim Hustensirup würde ich auf jeden Fall noch Spitzwegerich Blätter dazugeben.

Ich koche öfter auch Tee aus diesen Kräutern.
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Gast16744
Spitzwegerich kommt auch dazu, aber erst zur Sonnwende, wenn die Inhaltsstoffe der Pflanze am stärksten ist. Sowohl in das Salz wie auch in den Sirup kommt jeden Monat bis Oktober immer neu Kräuter dazu. Zum Ende sind die Gläser gut voll. Sobald ich mehr Zeit, als heute, hab werd ich die Monatslisten posten.
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DieSabs
Hallo zusammen,
toller Beitrag!
Ich liebe Wildkräuter-tee.
Sammle leider selbst keine Wildkräuter, da in meiner Gegend die Landwirtschaft intensiv "beackert" wird.
Und die Landstraßen sehr befahren sind.
Aber habe einige Kübel mit Wildkräuter (Gundermann, Spitzwegerich, Schafgabe, Ringelblumen, Dost,..) bestückt. Für die Insekten.
Grüßle
Sabs
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cami
Sabs, nutzt du die Kräuter denn nicht auch selbst?
Ich habe z.B. auch Löwenzahn im Balkonkasten, für die Insekten, aber auch für mich. Und im Garten natürlich auch. Gestern habe ich sogar mit Löwenzahn gekocht. Überbackenen Chiccoree mit einer Extraportion ganz frischen jungen Löwenzahn inkl. Wurzeln.
Tee aus eigener Ökoprodrutktion gibt es auch, aus Spitzwegerich, Malvenblätter und Salbei z.B..
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DieSabs
Hallo Cami,
nein ich nutze die Kräuter nicht selbst. Traue mich das nicht mehr.
Hatte die letzten Jahre immer auch Tomaten in Kübel, da die aber immer mal wieder klebrig und bitter waren. Ist mir der Appetit auf meinen Kübel-Garten vergangen.
Auch mein Auto (komplett) war dann immer mal wieder mit so klebrigen kleinen Punkte versehen.
Meine Kräuter beziehe ich gerade online und haben in der Nähe eine "Kräuterhexe"
Grüßle
Sabs
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cami
das ist aber schade! Die Tomatenfrüchte selbst waren bitter? Hattest du viele Schädlinge, Blattläuse o.ä.?
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DieSabs
ja, die Tomatenfrüchte selbst waren bitter, auch nach gutem Abwaschen. Hatte keine Schädlinge.
Ja echt schade, aber so ist es.
Und deshalb toller Beitrag, wenn Menschen Wildkräuter anbauen und nutzen, statt diese als Unkraut zu bekämpfen.
Grüßle
Sabs
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cami
ich hatte letztes Jahr auch ein paar bittere Tomaten, darum fragte ich nach. Schädlinge hatte ich da auch keine dran.
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Gast16744
Sabs Wildkräuter kann man auch gut bei einer Wanderung sammeln. Da gibt es so schöne Ecken wo es keine Landwirtschaft und Straßen gibt. Ich hab beim wandern immer mein Sammeltäschle und Butterbrottüten dabei. Jedoch sollte man nur Kräuter sammeln die man auch genau kennt. Schön sind auch Wanderungen mit Kräuterfrauen, die werden inzwischen ganz viel angeboten. Dank www kann man sie auch in seiner Gegend gut finden.
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shogun
hier wachsen fast alle diese Kräutern in unserem gschlamperten Rasen.
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Gast16744
meiner ist leider zu klein :-(
Wir wohnen hier alle recht dicht aufeinander, größere frei Flächen sind als Weinberg oder Acker genutzt. Da gehen wir gerne auch mal zu einem Wanderausflug in die nähere Umgebung wo es noch Wiesen und Wälder gibt. Bei 4 Großbauern in einer 2000Seelen-Gemeinde werden diese immer mehr zu Ackerflächen, Weinberge jetzt auch am Waldrand angelegt :-(
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Dyshof-Jo
2 Bücher zum Thema die ich sehr empfehlen kann sind: Meine wilde Pflanzenküche" von Meret Bisseger und
Food from your forest garden von Crawford / Aitken.
Ich verwerte Regelmässig Giersch, Behaartes Schaumkraut, Löwenzahn, Weinberglauch, Melden, Gänsefuss, Brennnessel, Portulak, Wicke, Gundelrebe, Scharbock, Ampfer usw.
Nachtrag: Klebrige Punkte sind sie Auscheidungen von Läusen auch wenn man sie nicht sieht, z Bsp. in den Bäumen der Umgebung. Die bitteren Tomaten kenn ich auch abver das muss eine Krankheit sein. Oft verbunden damit dass die Tomate einfach nicht reift sondern irgendwie stehen bleibt.Geändert von Dyshof-Jo (17.03.2020 um 19:27 Uhr)
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Gast16744
So ich liste mal die verwendeten Wild/- Kräuter, nach Monaten, auf:
Mai
Hustensaft = Majoranblätter, Spitzwegerichblätter, Fichtenwipfl
Juni: Blätter von der schwarzen Johannisbeere, Holunderblüten, Salbeiblätter, Thymianblätter, Ehrenpreis, 2-3 kleine Krenblätter
hier alle Kräuter frisch kleinschneiden und mit Honig/Zucker ins Glas schichten
Juni
Kräutersalz = Thymian, Oregano, Rosmarin, Estragon, Basilikum, Liebstöckl, Melisse, Borretsch, Minze, Salbei, Zitronenverbene, Majoran, Kerbel, Bohnenkraut
alle Kräuter kommen getrocknet und gerebelt ins Glas, immer mit ein wenig Salz einschichten
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Gast1674417.03.2020, 19:33
Hustensaft
Juli: Königskerzenblüten, Stockrosenblüten, Lindenblüten, Queckenwurzel
Seit Ende Juli reift jetzt der Hustensaft. Die Sonne hat den Zucker aufgelöst und ist flüssig geworden. Jetzt wird der Sirup abgeseiht bzw. von den Kräutern getrennt. Wenn sich der Zucker nicht ganz aufgelöst hat kann man die Masse in einem Topf leicht erhitzen, so lange bis der Zucker flüssig ist. So mach ich das immer, weil leicht warmer Sirup lässt sich leichter durch ein Sieb abziehen.
Wer Interesse an den Inhaltsstoffen und Wirkweisen der Kräuter hat, kann sich das kleine Büchle ( DIY Hausmittel im Jahreskreis von Eunike Grahofer) bei ama.... bestellen
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Gast1674417.03.2020, 19:50
Kräutersalz:
Juli: Beifuß, Schafgarbe, Quendel (wilder Thymian), Gänseblümchen, Wegwartenblüten, Rosenblüten, Ringelblumenblütenblätter, Kornblumenblüten, Mädesüß, Himbeerblätter, Dill, Petersilien- und Selleriegrün
Jetzt werden alle Kräuter mit denen im Glas vermischt - riecht gigantisch
August: jetzt kommen die Samen vom Spitzwegerich, Brennessel, Melde und vom Wiesenknopf
Oktober: Jetzt wird gekostet und auf den persönlichen Geschmack abgestimmt. Da wir immer mit wenig Salz geschichtet haben kann es sein das man es lieber salziger wünscht dann müsste man noch Salz zufügen. Ich mags lieber kräutriger. Den ganzen Inhalt aus dem Glas kommt dann, bei mir, in den Mixer, wird fein gemahlen und wieder abgefüllt.
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Hier (Brandenburg) treibt der Wein von nur geschwollenen Knospen (an den sehr alten Reben) bis wollig und ein Blatt eingerollt!