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Olivia Green
Gartenwerkzeug schärfen
Heute hab ich meiner Gartenschere eine kleine Verjüngungskur verpaßt, das heißt ich hab sie sauber gemacht, alle beweglichen Teile geölt, 50 mal auf und zu gemacht, nochmal saubergemacht und ordentlich nachgeschärft.
Der Erfolg ist ein lautloses Auf und Zu, das kaum Kraft kostet und ein Schnitt ohne Fransen, selbst messerscharf durch Blätter hindurch.
Eine schöne Beschäftigung für Regenpausen, die sich wirklich lohnt.
Ich schärfe professionell, allerdings eher Rasiermesser als Gartenwerkzeug. Daher habe ich eine schöne Sammlung von Steinen in verschiedenen Korngrößen und keine Materialprobleme. Aber es gibt auch Methoden die keine großen Anschaffungen bedeuten. Zum Beispiel Metallschleifpapier in verschiedenen Körnungen, das es in Autozubehörgeschäften gibt.
Vielleicht haben einige von Euch Fragen diesbezüglich. Welcher Winkel, welche Kante, welche Korngröße, wie lange, was für ein Öl, etc. Ich würde mich freuen mich mit Euch über das Instandsetzen verschiedener Gartenwerkzeuge zu unterhalten.
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Gast10013
He Olivia-Newton-John,
dein Angebot kommt wie gerufen - kannst du mir sagen, wie man eine Axt/Beil wieder scharf bekommt?
Die Flex war mein erster Gedanke; soll man aber nicht machen, wegens zu warm und so.
Auch mit dem Schleifstein?
Danke im Voraus
falccone
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The Constant Gardener
Das ist ein super Thema!
Ich habe mir zu meiner Felco-Schere den passenden Schleifstein (so ein blau/weisser) gekauft und mir zig Mal das Video auf der Felco Seite angeschaut.
Ich hatte echt Panik meine Schneide zu zerstören.
Felco verkauft ja sehr gerne die eigenen Produkte.
Welches Öl und Schmiermittel benutzt Du?
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buebchen
Na da habe ich auch gleich eine Frage Olivia. Ich habe eine uralte Heckenschere von Großvaters Zeiten. Wie und mit was schärfe ich die. Da würdest Du mir einen sehr großen Gefallen tun. Hier zwei Bilder, einmal links rum und einmal rechts rum.
Anhang 74171 Anhang 74172
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pflanzenpapa
Hallo,
bei einer Axt muss man meistens etwas mehr Material abnehmen das es zu lange dauert wenn Du es mit der Hand schleifen willst.
Ob Du eine Flex, Bandschleifer oder Schleifbock verwendest, es wird immer Wärme entstehen. Abhilfe kannst Du schaffen in dem Du nicht so fest aufdruckst und eine Eimer Wasser daneben stellst zum abkühlen.
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Gast5543Mein GG der Messerfreak, hat mit nem "Belgischen Brocken" sehr gute Erfahrungen gemacht....unsere Messer sind "schweinescharf", damit macht er im Herbst auch all meine Scheren und Messer für den Garten.
Zitat von TCG
dann hat er sich mal auf ner Messe so Schleifsteine für in die Bohrmaschine zu klemmen gekauft, das ist aber nicht so dolle da hat er sich mehr von versprochen....Geändert von Gast5543 (17.07.2012 um 21:04 Uhr)
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Olivia Green
Haha, super Resonanz! Gefällt mir!

Buntnessel, Belgischer Brocken ist klasse, allerdings echt Luxus inzwischen. Paß gut drauf auf!
Vorweg:
Schleifmittel: Steine, Banksteine etc und Schleifpapierwerden leider nach unterschiedlichen Körnungsindexen gehandelt. 400er Stein und 400er Schleifpapier ist nicht dasselbe. Das Schleifpapier ist grober.
Körnungen: die kleineren Nummern sind die Groberen, die höheren Nummern die Feineren.
Winkel: Stumpfer Winkel ist wie ein Viertel vom Kuchen, steiler Winkel eher wie ein Sechzehntel.
Facette: Der geschärfte Teil der Schneide.
Grat: Der Schnittpunkt zweier aufeinander zulaufender Geraden. Ein Messer ist dann scharf, wenn man es mit dem Grat nach oben unter eine Lampe hält und der Grat nicht mehr zu sehen ist / nicht mehr glänzt.
Schärfrichtung: für Messer und Werkzeuge nach dem Rücken zu, also nach hinten ziehen.
Beidseitige Schneiden: Um beide Facetten auf jeder Seite gleich zu halten, abwechselnd soundsoviele Züge auf jeder Seite machen.
Als Schmiermittel / Öl (auch für Ölsteine) ist Nähmaschinenöl bestens geeignet.
Falls Ihr keins da habt, geht auch Rizinus oder zur Not Olivenöl. Hauptsache das Öl harzt nicht (wie Distel oder Sonnenblume z.B.).
Für die Axt reicht eigentlich ein 400er/1000er Siliziumkarbid Kombistein. Das sind diese blöden zweiseitigen aus irgendwelchen Werkstätten, die immer keiner haben will. Alternativ 400er Naßschleifpapier, aber davon reichlich. Maschine würde ich mir sparen. Damit werden Fehler wesentlich leichter gemacht und sind schwerer zu reparieren als mit der Hand.
Ausschlagebend ist der Winkel, den Du der Axt gibst. Fürs Holzhacken ist ein stumpfer Winkel sehr günstig, denn der hält länger als ein steiler Winkel und spaltet besser. Halls Du Kompost damit machen willst, darf der Winkel etwas steiler sein. Generell: Je weicher Dein Material, desto steiler. Wenn der alte Grundschliff noch zu sehen ist, würde ich den Winkel beibehalten. Dann mußt Du nicht so viel Material abtragen.
Die Heckenschere wird NUR auf der angefasten Seite geschärft. Auch hier: den alten Grundschliff rausfinden und diesen Winkel unbedingt beibehalten. Ein Stein wäre klasse, weil Du hier ein sehr gerades Werkzeug hast. Alternativ geht auch Naßschleifpapier auf einer sehr geraden harten Unterlage, aber aufpassen daß Du den Grat, den Du herstellen willst, nicht rundest. Also immer schön diesen Winkel beibehalten.
Die Felco Schere muß ich erstmal googeln. Mehr in Kürze.Geändert von Olivia Green (17.07.2012 um 21:59 Uhr)
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Sandrina Juliana
Mensch, Olivia, du bist ja ein Schleif-Vollprofi. Ich bin begeistert.
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buebchen
Ja Danke Olivia, aber wie sieht denn der Grundschliff aus?
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Chaos2
Habe ein großes fiskars Sortiment also was würdest du da für empfehlen. Habe davon die Spalt Äxte, drei an der Zahl. Wirklich gutes zeug. Beim Kauf schon verdammt scharf. Jetzt sind sie stumpf aber ohne scharten
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Gast5543
hey Oliva du bist ja ein Vollprofi....klasse....

na klar, für Japanische Messer sollte es auch ein guter Schleifstein sein.Buntnessel, Belgischer Brocken ist klasse, allerdings echt Luxus inzwischen. Paß gut drauf auf!
für die Gartenwerkzeuge dachte er, tuts auch ein 0815 Stein...... nö dem ist nicht so.
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Olivia Green
Bübchen, wenn Du die Schere genau ansiehst - der vorderste kleine Streifen Metall und wie der im Winkel zu der Fläche steht, mit der die Schere übereinander geht. Der Winkel ist Dein Grundschliff und so muß das wieder werden. Ich zeichne gleich mal was.
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Olivia Green
Anhang 74208
Die rote Schräge mit der kaputten unteren Endung ist der herstellerseits angelegte Winkel für Dein Werkzeug. Der Grundschliff. Die Schräge ist die Facette. Die Facette mußt Du im selben Winkel so weit zurückverlegen, daß am unteren Ende wie bei der grünen Schräge wieder der intakte Schneidwinkel entsteht. Dann ist Deine Schere wieder scharf.
Chaos dasselbe gilt für die leckeren Fiskars. Genau ansehen und die Vorstellung vom Originalzustand schnell wieder herbeiführen. Was haste denn zur Verfügung dafür?Geändert von Olivia Green (17.07.2012 um 22:24 Uhr)
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Gast5543
hi chaos und bübchen....hab hier was gefunden......
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Olivia Green
Buntnessel, wenn Dein Gelber Belgischer Brocken auf der Rückseite noch einen Blauen Belgischen Brocken hat und nicht den spanischen Fußbodenschiefer wie die neueren Brocken jetzt haben, dann probier mal die blaue Seite. Find ich für schwereres Werkzeug fast noch besser als die gelbe. Damit mach ich meine ganzen Küchenmesser.
Das Felco-Video ist gut! Das mit der Rückseite sollte man aber nicht übertreiben. Das dient auch in erster Linie dazu einen eventuell entstandenen Bart vom Abziehen zu beseitigen. Muß nicht sein nutzt sich eh ab und zuviel ist schlecht weil sie dann nicht mehr schließt.
Außerdem könnte der Schärfer etwas mehr die Länge des Steins ausnutzen, aber so gehts.Geändert von Olivia Green (17.07.2012 um 22:36 Uhr)
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Gast5543
hi Olivia mein Gelber hat nen Schiefer darunter zwecks Stabilität,
aber den Blauen gibts noch extra....
so wie ich ein Pflanzenjunkie bin ist mein GG ein Messerjunkie....
Geändert von Gast5543 (17.07.2012 um 22:57 Uhr)
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Olivia Green
Klasse
Für Rasiermesser find ich den viel zu langsam, aber gestaunt hab ich bei einem alten Fleischerhackebeilchen aus Karbonstahl (Ich liebe Karbonstahl!). Das hab ich mir als Hackmesser fertiggemacht mt einer richtig breiten Facette und die wurde auf dem Blauen Belgischen Brocken sowas von geil, ich hätt am liebsten nur noch Gemüsesuppe gemacht, hehehe
hier:
Geändert von Olivia Green (17.07.2012 um 22:50 Uhr)
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Gast5543ähm.......... nur Gemüsesuppe?ich hätt am liebsten nur noch Gemüsesuppe gemacht,
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buebchen
Guten Morgen Olivia, na das nenne ich eine perfekte Erklärung, vielen Dank dafür. Wenn es heute aufhört zu Regnen werde ich mich mal an die Heckenschere ran wagen. Ich werde Dir dann berichten.
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Olivia Green
Heute war mein universelles und unersetzliches Handtool dran, damit ich durch den Oberflächenwurzelfilz durchkomm.
Anhang 74378
Wie gehts Euren Werkzeugen?
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roswitha6331.05.2013, 22:42
Sense dengeln sieht sicher einfacher aus, als es ist. Da gehört schon ein bischen Übung dazu. Es gibt sicher nicht mehr viele, die das noch so können, das ist schade.
EngelBert, das ist wirklich toll, das Du das noch machst.
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Olivia Green18.05.2014, 23:14
.... und damits nicht verlorengeht, hier nochmal:
Nachdem mir meine Hippe heute beste Dienste als Taschensichel geleistet hat,
hab ich mich gerade etwas mehr mit dem schönen kleinen Gegenstand befasst
und sie gegen Rost behandelt, mit dem Wetzstahl geschärft und die Griffschalen eingewachst.
Jetzt weiß ich auch daß meine eine Deltawerk (Hugo Linder, Solingen) ist.
Deltawerk ist leider seit 1995 konkurs. Von dort gibts also keine mehr.
Die teuere Hippe, die es bei Manufaktum für 128,00 Euro gibt, ist eine andere,
nämlich die Baumschulhippe von Tina.
Sacklzement, für die gibts sogar einen gewölbten Abziehstein! Die wissen was sie tun! -
Olivia Green29.05.2014, 13:58
... und wieder ein ungewöhnlicher Patient: Stechbeitel
Hab ich gestern beim Kramen nach den Bohrern gefunden und ist recht kurz.
Irgendwer wollte damit wohl Nägel durchhauen. Ich wars nicht.
Beim Stechbeitel ist es wichtig, daß er vorne einen exakt geraden Grat hat
und keinesfalls abgerundete Ecken. Hab ich früher nie richtig gut hingekriegt.
Mit der amerikanischen Methode gehts hervorragend!
Naßschleifpapier naß machen und auf eine gerade Platte legen. z.B. Glas oder Steinfliese.
Beitel seelenruhig in konstanten Winkel von der Schneide weg abziehen.
Besser stehend an der Arbeitsplatte als sitzend, um den Winkel auch ja richtig konstant zu halten.
Falls viel abgetragen wird, wie bei dem alten malträtierten Stück,
wird sich ein sogenannter Bart an der Schneide bilden.
Einfach am Schluß den Beitel mit der Rückseite liegend auf das Sandpapier und nur einmal kurz abziehen.
Dann fällt er ab. -
Olivia Green31.08.2014, 10:38
Hippe Zwei:
Das mit dem Wetzstahl hat sich bei dem doch recht kleinen Messerchen als suboptimal rausgestellt,
weil es damit recht schwer ist, eine ordentliche auf beiden Seiten gleichmäßige Facette hinzukriegen.
Weit besser gings gestern mit Naßschleifpapier auf einer Klorolle, um die Facette wieder gleichmäßig hinzukriegen.
Für den Feinschliff hab ich mir die Rückseite von einem kleinen Naturstein zurechtgemacht, die eh schon etwas abgerundet war.
Auf gehts, Leute, im Herbst braucht Ihr was Scharfes!
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Hier (Brandenburg) treibt der Wein von nur geschwollenen Knospen (an den sehr alten Reben) bis wollig und ein Blatt eingerollt!