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Andres
Quer wachsende Rasenhalme - mechanisches Problem oder "Unkraut"?
Hallo zusammen,
meine kleine Rasenfläche von knapp 100qm pflege ich sehr akribisch. Sie wurde auf neuem Mutterboden angelegt und besteht zu 100% aus dieser Fairway-Mischung: Link
Derzeit bereit ich sie für das Sanden vor. Hierfür richte ich nach dem Mähen die Rasenhalme mit einer breiten Rasenharke vorsichtig auf, ohne diese zu verletzten. Das dauert - gewissenhaft gemacht - selbst bei einer kleinen Rasenfläche Stunden
Hierbei fallen pro Quadratmeter 1-5 kleine zusammen wurzelnde Gräser-Inseln auf. Diese Grashalme sind mitunter 15cm lang und haben sich unter der Rasenfläche versteckt. Natürlich sind sie aufgrund der Länge auch recht borstig und dick.
Jetzt stellt sich die für mich zentrale Frage, ob es hierbei um ein mechanisches Problem handelt oder um ungewünschte Grassorten.
Entweder sind es gewünschte Grassorten, die durch den Spindelmäher ungünstig plattgedrückt werden und seitdem nur noch quer wachsen.
Oder es handelt sich um Unkraut, Quecke oder dergleichen.
Das Problem ist, dass für mich als Laien alle Gräser komplett gleich aussehen. Beigefügt daher ein paar Fotos der Phantomgräser. Könnt ihr Profis eine Einschätzung aus der Ferne geben?
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Grauwacke
Die Bilder zeigen das Jährige Rispengras (Poa annua), ein unerwünschtes Gras. Es verbreitet sich durch Samen und kann das ganze Jahr hindurch blühen. Mechanisch entfernen ist die einzige sinnvolle Option (neben Totalherbizid, das aber alles andere mit abtötet).
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Andres
Hallo Grauwacke, danke für deine Antwort.
Kann man vereinfacht sagen, dass die Grassorten, die in meiner Mischung vorhanden sind, unter keinen Umständen quer wachsen würden? Enthalten sind:
20 % Festuca rubra commutata MUSICA
20 % Festuca rubra trichophylla MUSETTE
10 % Lolium perenne CONRAD 1
10 % Lolium perenne BARGOLD
25 % Poa pratensis YVETTE
15 % Poa pratensis LIMOUSIN
Mir fehlt es leider komplett an Erfahrung zwischen gewünschtem und unerwünschtem Gras unterscheiden zu können
Gibt es so ein kleines Einmaleins der professionellen Rasenpflege, woran ich "schlechtes" Gas erkenne? Wächst es beispielsweise immer in Büscheln bzw. Inseln? Oder ist jedes borstiges Gras automatisch unerwünscht?
Hier noch zwei Bilder:
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Zippi
Hallo Andres,
Vielleicht kann ich dich ein wenig beruhigen:
Ich habe ebenfalls die Fairway-Rasenmischung (wobei du hier mal auf die Angaben auf dem Sack hättest schauen müssen: denn Bargold und einige andere werden oft durch gleichwertige ersetzt, so dass die Angaben auf der Internetseite nicht immer stimmen). Aber der prozentuale Anteil bestimmter Sorten ist zumindest gleich. Die Mischung enthält 40% poa pratensis und das ist eine in Büscheln wachsende Grassorte. Also genauso wie das poa annua.
Die Blüten der pratensis sind oft jedoch leicht violett-farbend und lassen sich nicht ohne Krafteinsatz mechanisch entfernen. Die poa annua hingegen lässt sich leicht rausfinden.
Darüber hinaus sind die Blätter der annua eher hell grün- pratensis hingegen nicht.
Also schau dir die Blüten genau an...ich habe auch punktuell diese Inseln- die aber zur Mischung gehören.
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Schmiezi
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Grauwacke
Poa annua, ist wie der Name schon sagt, ein eigentlich einjähriges Gras. Es kann eventuell auch überdauern. Es ist zumindest kurzlebig und vertrocknet auch bei Hitze und Trockenheit leicht. Vorher hat es aber meist schon viele Samen ausgestreut, aus denen sich aber meist erst im nächsten Frühjahr größere Pflanzen bilden. Zudem ist es heller grün als die meisten Rasengräser. Man bekommt also helle Flecken im Rasen, die andere Gräser verdrängen und später Löcher.
Die verbreitetsten Fremdgräser (Poa annua und trivialis) sind relativ hell grün und dadurch zu erkennen. Sie führen über kurz oder lang zu einem hässlichen Rasen.
Im Mai beginnen viele Gräser zu blühen. Pratensis hat hier Anfang Mai die ersten Blüten gebildet.
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Schmiezi
Das Hauptproblem ist also, dass die Farbe nicht gefällt?
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Grauwacke
Wie beschrieben, verdrängen die Fremdgräser auf Dauer die gewünschten Gräser und vertrocknen schnell mal im Sommer. Dann bilden sich zunächst braune und später kahle Stellen. Da zumindest Poa annua und trivialis flach wachsen, lassen sie sich kaum mähen und man erhält ein Stoppelfeld.
Tatsächlich bekommen aber anscheinend vor allem diejenigen Probleme, die ihren Rasen intensiv pflegen. Denn die beiden Fremdgräser lieben häufige Bewässerung und Düngung. Auf sonnigen, nie bewässerten und gedüngten Rasenflächen sieht man sie seltener.
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Andres
Danke für die ausführlichen Antworten. Von YT-Kanälen kenne ich schon die Annua und deren Nachteile. Jetzt weiß ich allerdings sicher, dass es sich um solche handelt. Denn die Farbe ist eindeutig heller als der Rest des Rasens.
Ist es bei der pratensis ebenfalls normal, dass diese bereits nach ca. 10cm Länge Blüten bildet? Bisher habe ich noch nirgendwo eine lilafarbene Blüte entdeckt, was mich dann doch etwas stutzig macht. Schließlich besteht ja ein Großteil der Mischung aus dieser Sorte.
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Grauwacke
Auch hier sehe ich Poa pratensis schon in geringer Höhe blühen und die Blüten sind alle (zunächst) grünlich-weiß.
Antworten
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Ja, Kräuter waren auch schon mal an der Reihe, zudem Lavendel. Letzter ist zwar zum Teil nicht eingegangen, wurde dann aber zu buschig und holzig in den Kästen. Vielen Dank erst einmal für die...