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billy-regal
Seltsamer chemischer Geruch in DDR-Laube (B26) - was tun?
Liebe Gartenfreunde,
letztes Jahr haben wir einen Kleingarten übernommen, darauf steht eine dieser typischen DDR-Bungalows aus den 80ern, er ist einer dieser B26-Bungalows. Schon kurz nach den ersten längeren Aufenthalten ist uns ein dauerhafter, irgendwie chemischer Geruch in der Laube aufgefallen. Man gewöhnt sich schnell daran, wenn man sich drinnen aufhält, aber er setzt sich in der Kleidung und auf allem anderen fest, was man in der Laube lagert und hält sich dann wochenlang. Selbst wenn man Kleidung wäscht, riecht man ihn danach noch leicht. Letztes Jahr dachte ich noch, dass das der Vinylboden sein muss, den der Vorgänger verlegt hatte, und nahm es erst mal hin. Dann aber war klar, dass wir bald ein Kind kriegen, und seitdem hab ich anders über den Geruch gedacht und wollte das weg haben, bevor das Baby kommt, denn gesund kann das nicht sein. Der Geruch ist nicht modrig oder faulig wie bei Schimmel, sondern riecht nach Chemie. Ich hab den Vinylboden im Winter rausgerissen, aber der seltsame Geruch war noch da. Als nächstes hatte ich den Teppich im Verdacht, der unter dem Vinyl war, aber als ich den und das alte PVC auch rausgerissen hatte und nur noch die Bodenplatte da war, hat es immer noch so gerochen. Mein letzter Verdacht war die Strukturtapete, also hab ich die auch abgemacht, ohne Änderung. Ich kann nicht lokalisieren, woher dieser Geruch kommt, aber meine jetzige Vermutung ist, dass er direkt aus den Spanplatten in der Wand kommt? Das sind noch die DDR-Originalwände, die damals einfach angestrichen wurden, und die kann ich ja nicht so einfach austauschen.
Mein Sohn ist jetzt da und deshalb eilt es mir jetzt ein wenig. Dieser Geruch ist nicht so, wie man oft im Internet liest: Also nicht säuerlich oder muffig, man nimmt ihn auch gar nicht unbedingt wahr, wenn man nicht aufpasst. Aber ich kann sogar noch Wochen später riechen, wenn ich selbst eine Glasflasche aus der Laube zuhause habe. Dieser chemische Geruch zieht in alles und haftet an allem. Ich weiß, dass man damals alles mögliche verbaut hat in diesen Lauben, aber was sollen wir denn jetzt tun?
Meine Idee wäre: Die alten Spanplatten mit Schellack einstreichen und hoffen, dass dies den Geruch abhält (falls er denn tatsächlich aus den Spanplatten kommt). Dann über die Innenwände diese Fermacell Greenline-Gipsplatten, die auch gut gegen Schadstoffe sein sollen. Meint ihr, das reicht? Mein Kleiner ist 7 Wochen alt, ich will den nur da drin übernachten lassen, wenn es sicher ist.
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Alfi
Huhu
ich weiß nicht was dein Geruch verursacht beziehungsweise inwiefern dieser gesundheitsschädigend sein könnte.
Ich kann mich sehr gut dran erinnern dass uns (den Wessis aus Berlin) öffentlichen Gebäuden der ehemaligen DDR ein unangenehmer Geruch aufgefallen ist. Wir haben diesen auf das Reinigungsmaterial geschoben, aber eben ohne es zu wissen. Diesen Geruch traf man in der Mitropa Lokalitäten, Turnhallen sowie Rathäusern.
Mit besten Wünschen
m@rco
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fisole
Verbraucherzentrale NRW: Schadstoffe in Innenräumen: Was Sie dagegen tun können -- da steht, dass man in Apotheken Raumluft-Schadstofftests bekommt, das wär vielleicht n Versuch wert.
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TineB.
Wir haben auch einen DDR-Fertigteilbungalow, aber bedeudent größer. Kein Aspest. Da gab und gibt es keinen unangenehmen Geruch.
Aber es gab/gibt auch Fertigteilbungalows aus DDR-Zeiten, die aus Asbest bestehen. Von den Wänden bis zum Dach! Ob es dort unangenrhme Gerüche gibt, ich weiß es nicht.
Es waren meines Wissens nach kleinere Bungalows, um die 24 qm.
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GabyH
Ich würde da auch eine Analyse machen oder machen lassen. Asbest riecht nicht, daher würde ich eher an die Spanplatten denken.
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TineB.
Aber nicht mehr nach 40 Jahren.
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GabyH
Und weil ich mir da nicht sicher bin, schriebe ich: würde ich eher denken
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Tulpe
Billy vlt. reagierst du ja auf eine chemische Verbindung äußerst empfindlich. Wie Gaby schon schrieb, Asbest ist geruchlos.
Zigarren- oder Zigarettenrauch setzt sich in der KLeidung / Möbel etc. ab, aber dann muss der/diejenige starker Raucher/in gewesen sein. Dieser Geruch müsste dann aber schon bei der Laubenbegehung bereits bemerkt worden sein.
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morus nigra
Mein Tipp: Formaldehyd!
Das kann jahrzentelang aus Spanplatten ausdünsten.
Da kann eine baubiologische Messung helfen.
liebe Grüße
morus nigra
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Palmlilie
Schau mal, vielleicht hilft dir der Bericht weiter.
https://www.test.de/Holzschutz-Altla...pur-4508463-0/
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TineB.
Hallo billy-regal,
habe heute an Dich gedacht. Wir waren in unserem Bauerngarten. Dort ist in der Nachbarschaft ein Grundstück mit kleinem DDR-Fertigteilbungalow, erbaut 1980. Nachdem der Erstbesitzer verstorben, wurde das Grundstück samt Bungalow vor etwa 12 Jahren verkauft. Der neue Erwerber hatte aber wenig Interesse. Vor etwa zwei Jahren wurde das Grundstück total zugewuchert und verwildert an einen jungen Mann verkauft. Der Bungalow machte äußerlich einen befriedigenden Eindruck.
Ich habe den jetzigen Besitzer damals gefragt, ob der Bungalow trocken sein. Er sagte: der Keller ist trocken und der Bungalow auch.
Er hat das erste Jahr den Garten aufgeräumt. Sämtliche Bäume, Sträucher und Hecken entsorgt. Er war sehr fleißig.
Und jetzt? Im April hat er den Bungalow abgerissen und entsorgt. Und wird demnächst neu bauen. Er meinte, dass der Bungalow an allen Seiten von unten naß gewesen sei. Das sei von außen nicht erkennbar gewesen. Der Abriss war nicht geplant.
Ich will Dir keine Angst machen, aber überleg mal ob der komische Geruch bei Dir
von Feuchtigkeit kommen kann?
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TineB.
Die Wände eines Fertigteilbungalows bestehen aus zwei Spanplatten, dazwischen ein Dämmstoff. Wenn das alles naß ist, entstehen Gerüche.
Das wünsche ich Dir nicht, aber geprüft werden sollte es schon.
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TineB.
Die Spanplatten dünsten nach 40 Jahren nicht mehr aus.
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GabyH
Aber nach 30 Jahre noch...
https://www.ifau.org/fertighaus/fert...e-kurzinfo.htm
Die Platten können ja auch nach 1980 verbaut sein
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TineB.
Die Bungalows diesenTyps wurden alle Anfang der 80er Jahre gebaut. Und seit 1989 sind schon 32 Jahre vergangen. Der Bungalow ist also weit mehr als 30 Jahre alt.
An den Platten im Urzustand wirds wohl nicht liegen. Natürlich können sich die Platten durch Feuchtigkeit verändern...
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GabyH
Und nach 1989 konnte man auch noch Platten kaufen oder bekommen
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TineB.
Es sollte unbedingt geklärt werden, ob die Platten/der Bungalow trocken sind. Alles andere ist reine Spekulation.
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Mal sehen, ob sich Billy-Regsl noch mal meldet.
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Wassergärtner
Es ist nicht die Spanplatte, sondern die Resopalbeschichtung, die Formaldehyd ausgast. Aber im Gegensatz zu Zigarettenrauch, der auch in die Kleidung zieht, wäre das für Formaldehyd ungewöhnlich. Rauch sind Festteilchen, die , "riechen" und sich in der Kleidung ablagern, Formaldehyd gast zwar leicht aus, wird aber durch die Luft auch leicht weggetragen, gast eben aus, wie man sagt. Man kann es nicht oder kaum mittragen.
MfG.
Wolfgang
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billy-regal
Ich habe heute von außen in eine Wand gebohrt - auf Terrassenseite, da sind auch gestrichene Spanplatten - und da kommt auch dieser Geruch, wenn man ganz nah mit der Nase an das Loch geht. Innen habe ich die Vermutung, dass es insbesondere überall dort aus den Spanplatten dünstet, wo Löcher reingebohrt wurden bzw. der Anstrich abgeblättert ist.
Wegen der Fragen:
- Der Bungalow ist definitiv trocken! Von außen sind alle Wände relativ neu gedämmt, es gibt keinerlei Anzeichen für Feuchte irgendwo. Es riecht auch nicht modrig oder so, das ist definitiv kein Feuchtigkeitsschaden.
- Ich weiß, dass Asbest nicht riecht. Wir haben Asbest auf dem Laubendach und wahrscheinlich in einigen der Außenwänden. Damit habe ich kein Problem, denn dieser Asbest ist nur gefährlich, wenn man in ihn bohrt oder fest schrubbt oder bricht. Das machen wir einfach nicht.
- Ich bin auch nicht besonders empfindlich mit dem Geruch. Er fällt allen auf. Nicht so sehr, wenn man im Raum ist, weil es da sehr subtil ist. Aber bei allen Gegenständen, die sich ein paar Tage in der Laube aufgehalten haben, kann es echt jeder sehr stark riechen.
- Solche Ausdünstungen hören nicht auf, Formaldehyd dünstet über die ganze Lebensdauer aus, nicht nur 40 Jahre. Viele Leute mit Fertighäusern aus den 60ern haben immer noch große Probleme mit sowas. Ich weiß aber nicht, ob das bei uns tatsächlich Formaldehyd ist, denn wie Wolfgang ja auch angemerkt hat, setzt sich Formaldehyd normalerweise nicht in Kleidung fest. Es kann sich auch um Chloranisole oder Chlornaphtaline halten, deren Geruch aus Spanplatten sich in Kleidung festsetzt - allerdings passt die Beschreibung im Internet irgendwie nicht ganz auf den Geruch. Ich werde wohl so einen Test aus der Apotheke machen, aber auch wenn es was anderes sein sollte: Ich will diesen Geruch raus haben, bevor mein Baby da drin übernachtet, auch wenn es nicht Formaldehyd ist. Ich weiß, dass da mit Holzschutzmitteln usw. alle möglichen Sachen verbaut sein können und akzeptiere auch einiges, mit manchen Giften muss man halt leben, aber dieser sich in Klamotten penetrant festsetzende Geruch geht nicht.
Hat denn jemand Erfahrung mit dem B26? Hier in Berlin ist das einer der Standard-Bungalows im Osten, die stehen gefühlt auf jeder zweiten Parzelle. Hat irgendjemand von euch auch so einen Geruch in seiner Laube? Und wäre es möglich, dass ich die Innenwände abmontiere oder bricht mir dann der Bungalow auseinander? Ich habe nach einer Bauanleitung im Internet gesucht, aber bisher keine gefunden. Soweit ich das verstehe, wurden die in Fertigbauteilen zusammengebaut, also die Außen- und Innenwand zusammen. Was ist denn, wenn ich jetzt versuche, die Innenwand wegzureißen? Kennt sich da jemand aus?
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TineB.
Dazu kann ich Dir berichten, dass wir einen B34 (nächste Größe) haben.
Der Bungalow wurde in Einzelteilen geliefert. Die Platten haben eine Breite von 120 cm. Eine Platte besteht aus zwei Spanplatten, zusammengehalten von einem umseitig verlaufenden Rahmen, gefüllt mit Dämmmaterial. Eine Trennung dieser beiden Platten ist definitiv nicht möglich!!
Vor etwa 20 Jahren haben wir den Bungalow außen mit Holz verschalt.
Dabei haben wir einen Schaden festgestellt. Hierzu folgende Beschreibung:
Der Bungalow steht am Hang, die Terrasse ist unterkellert. Die Terrasse wurde damals zu hoch gebaut (der Bungalow ist gleich hoch wie die Terrasse). Das ist im Prinzip nicht weiter schlimm, aber bei Regen sprizt die Nässe direkt an die Bungalowwand.
In Folge war die Wand von unten stellenweise feucht.
Das haben wir vor 20 Jahren festgestellt (zum Glück).
Die feuchten Stellen wurden entfernt, notwendige Baumaßnahmen ausgeführt.
Diesen Schaden hätten wir nicht für möglich gehalten.
Deshalb solltest Du genau prüfen, ob es nicht doch Feuchtigkeitsschäden gibt. Solche Schäden sind von außen nicht sichtbar!
Unser neuer Nachbar, der seinen Bungalow abgerissen hat, war sich auch sicher, dass sein Bungalow trocken ist.Geändert von TineB. (09.05.2021 um 01:18 Uhr)
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billy-regal10.05.2021, 16:10
Danke, Tine - dass man die Platten nicht trennen kann, sind zwar schlechte Nachrichten, aber das hatte ich schon befürchtet. Ich habe jetzt Schellack gekauft und versuche, die Platten damit anzustreichen, um das Ausdünsten zu unterbinden. Dann werde ich Fermacell-Platten davormachen und hoffe, dass das was bessert.
Ich kann natürlich nicht hundertprozentig ausschließen, dass nicht irgendwo Feuchtigkeit eindringt, jedoch wäre das dann ein von dem Geruch unabhängiges Problem. Der Geruch tritt bei den Platten an komplett unterschiedlichen Stellen auf und ist rein gar nicht schimmlig oder muffelig. Mich verwundert nur, dass anscheinend niemand sonst dieses Problem hat, so allgegenwärtig wie diese Bungalows sind... -
TineB.10.05.2021, 20:51
Du hast Dir ja viel vorgenommen.
Aber vorher würde ich unbedingt die Möglichkeit von Feuchtigkeit prüfen.
Schneide/säge doch an der Stelle, wo es am meisten riecht, ein Loch oder mehrere und schau nach!
Hatte gerade am Wochenende ein Gespräch mit Neugartenbesitzern:
Sie haben zwei aneinander grenzende Grundstücke (von Vater und Sohn) mit je kleinen Bungalow gekauft. Und in einem Bungalow wäre Schimmel. Es sei nicht erkennbar, wo der Schimmel herkommt.
Wieder ein kleiner Fertigteilbungalow, etwa 45 Jahre alt, die letzten Jahre wegen Krankheit/Tod wenig genutzt. -
TineB.10.05.2021, 22:24
Dein geplantes Vorhaben kostet Geld (Farbe, Platten und Arbeit). Falls es dahinter bzw. in den Wänden feucht ist, ist doch mit malern und neuen Platten die Feuchtigkeit nicht weg.
Kläre die Ursache des Gestanks! -
mario_blnGestern, 06:12
Kann das Holzschutzmittel zum Beispiel im Dach sein?
Bei mir war übrigens Fussbodenbelag drin, wie ich später erfuhr mit Asbest.
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Ja, Kräuter waren auch schon mal an der Reihe, zudem Lavendel. Letzter ist zwar zum Teil nicht eingegangen, wurde dann aber zu buschig und holzig in den Kästen. Vielen Dank erst einmal für die...