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Nyarlathotep
Da ja schon unglaublich viele Pflanzenvorschläge gemacht wurden, würde ich das Thema Pflegeleichtigkeit mal etwas systematischer betrachten:
Die Stauden selbst machen dir generell nur wenig Arbeit, solange du mit dem Standort nicht völlig danebenhaust. Je trockenheitstoleranter, desto besser für dich (wegen Gießen, s.u.) in deinem Fall. D.h. such mal nach Steppenpflanzen oder frag die Gartenplanerin danach.
Für die Suche nach trockentoleranten Pflanzen ist die Seite von "Die Staudengärtnerei" recht praktisch, da kann man nach Verwendungszweck suchen: https://www.die-staudengaertnerei.de...ungskategorien und da "trockene Freifläche" wählen.
Sonst machen eigentlich alle Stauden nur 1x Arbeit, nämlich wenn man sie hinunterschneiden muss, entweder im Herbst oder am Ende des Winters. Ich denke, du kannst auch immer alles auf einmal runterschneiden, den STauden dürfte das nix machen. Du bringst dich höchstens um einen hübschen Winteraspekt, weil eine bestimmte Pflanze noch 1-2 Monate interessante Samenstände gehabt hätte, zum Beispiel. Aber wenn es gesundheitlich für dich einfacher ist, brauchst du mit solchem Firlefanz nicht anfangen.
So, also die Stauden selbst sind eigentlich prinzipiell pflegeleicht.
Was die Arbeit macht, meiner Erfahrung nach:
1) Unkraut jäten. Vor allem am Anfang der Bepflanzung muss man dahinter sein, sonst überwuchert es die gepflanzten Stauden. Wenn das Beet einwächst, wird das weniger und weniger. Vermeiden lässt es scih aber nicht, und ich persönlich finde das am anstrengendsten, körperlich. Vielleicht kannst du ja wirklich im Frühling, wenn alles zu wuchern beginnt, jemanden engagieren, der dir ein, zwei Jätedurchgänge abnimmt.
2) Gießen. Gießkannen schleppen ist sehr anstrengend, auch das Hantieren mit langen, schweren Gartenschläuchen macht wenig Spaß, wenn einem die Knochen weh tun. Aber hier gibts relativ einfache Abhilfe, leg dir Bewässerungsschläuche in die Beete. Das kostet auch nicht viel. Am Hahn anschließen, und dann brauchst du keine Kannen mehr schleppen oder dich über Schläuche ärgern, sondern stehst nur am Wasserhahn, drehst auf, lässt so lange sprinkeln wie du es für gut hältst, und drehst wieder ab, fertig. Es gäbe auch Bewässerungscomputer, da kann man das automatisieren, aber das muss gar nicht sein. Allein dass das das Wasser von den dauerhaft liegenden Schläuchen automatisch verteilt wird und man nicht durch den Garten jappeln muss, ist eine große Erleichterung.
3) Doch noch eine Pflanzenempfehlung: Wenn du ein pflegeleichtes Gras suchst, würde ich dir Stipa tenuissima empfehlen. Das muss man nicht hinunterschneiden. Es versamt sich. Wenn die älteren Pflanzen nach dem Winter nicht mehr schön sind, als ganzes rausreißen (meistens sind die Wurzeln eh schon abgefault und sie kommen dir schon entgegen), die Sämlinge wachsen schnell und nehmen ihren Platz ein. Dieses Gras passt zu so gut wie jeder Bepflanzung dazu, finde ich. Die Sämlinge sind selbst für Anfänger und Kinder unverkennbar, sodass man vermeiden kann, sie unbeabsichtigt zu jäten.
Noch eine Idee wären einfach Einjährige, die du direkt ins Beet aussäst und dann vor dem Winter abräumst oder abräumen lässt. Da muss man nur bedenken, was sich leicht über Samen großziehen lässt, wird sich vermutlich auch selbst aussamen, wird man also nur schwer wieder los, unter Umständen!
Viel Erfolg!
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Kirschkern
@Nyarlathotep Danke!
Hab heute kurz die Gartenplanerin getroffen, konnten wenige Minuten sprechen. Hab ihr schon gesagt, ich möchte nur einmal im Frühjahr abräumen, das wird sie berücksichtigen.
Schlauchbewässerungssystem ist nur in Teilen des Gartens geplant. Liegt teilweise daran, dass gepflasterte Wege das Legen verhindern, teilweise evtl. am Budget und beim Beet zwischen Terrasse und Rasen ist es so gedacht, dass es an heißen Tag eh vom Rasensprenkler erwischt wird.
Kann noch mal besprechen, ob noch mehr Schlauchsystem möglich ist.
Wäre es nicht auch möglich, dass man Schläuche verlegt ohne Anschluss, in die man das Gießkannenwasser schütten könnte? Dass es besser verteilt würde und weniger verdunstet.
Und ein, zwei nicht erreichbare Teile, da überlegen die Planerin und ich, ob wir da nicht Stauden aufgeben und Gehölze machen, da gibt es evtl. was trockenheitsverträgliches.
Zum Unkraut jäten min. die ersten Jahre werden wir tatsächlich jemanden kommen lassen, das schaffen wir einfach nicht.
Das mit den Einjährigen, hab ich eher Respekt vor. Da müsste man ja immer so vorbereiten, dass nicht gleichzeitig Unkrautsamen mit keimen.
Stipa tenuissima ist wunderschön, das notiere ich mir.
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Kirschkern
Hm, bei Baumschule Horstmann wird in strengen Wintern Winterschutz für Stipa tenuissima empfohlen.
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reisenach
Hier - allerdings im gut drainagierten Boden - kommt Stipa tenuissima ohne Probleme über den Winter - und sät sich liebend gerne aus.
Da müsstest du schon dahinter her sein.
reisenach
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Kirschkern
@reisenach Danke, ich spreche auf jeden Fall mit unserer Planerin über das Gras.
@shogun Als ich fragte, womit gemulcht würde, meinte die Garteplanerin mit Rindenmulch oder sie würde ein etwas teureres Produkt empfehlen. Holzfasern, die sich dann verdichten ?
Und dann nahm das Gespräch eine andere Wendung.
Ich hab sie allerdings nochmal konkret nach meiner Walderdbeere gefragt, da war sie spontan ein wenig ratlos, wo die später hinsolle.
Worauf hat deine Frage abgezielt, die Rinde welches Baumes verwendet würde?
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Nyarlathotep
Bei mir sterben ungefähr gleich viele, wie ich neue Sämlinge habe. Ich finde das hält sich auf sehr angenehme Weise die Waage.
Wobei heuer nach nicht sehr kaltem, aber sehr nassem Winter deutlich wird, dass ihm kalte Temperaturen weniger ausmachen als Dauernässe. Heuer habe ich besonders viele Ausfälle (aber wie gesagt, ebensoviele Sämlinge).
Da es sich so leicht aussamt, kannst du es auch einfach selbst anzusäen probieren, dann ist der finanzielle Aufwand gering. Sie wachsen sehr schnell.
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shogun
zum Mulchen kann man ja alles Mögliche verwenden - es ist halt eine Bedeckung des Bodens mit irgendwelchem Material.
Rindenmulch kann problematisch sein, weil er dem Boden Nährstoffe entzieht und auch sonst für das Pflanzenwachstum nicht unbedingt förderlich ist. Zwischen Sträuchern kann das noch ganz ok sein, wenn man entsprechend düngt - aber im Staudenbeet kann ich mir das Zeug nicht recht vorstellen und denke, dass er das Wachstum junger Stauden genauso unterdrückt wie das Aufkommen von Unkraut (was ja seine Aufgabe sein soll).
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Kirschkern
Was könnte denn eine bessere Alternative zum Mulchen im Staudenbeet sein?


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shogun
Ein Staudenbeet, das richtig eingewachsen ist, macht nicht mehr so viel Mühe - da bleibt nicht mehr viel offener Boden übrig. Aber der Mulch hindert die Stauden an der Ausbreitung.
Einige hier haben auch wunderschöne Kiesbeete - also Stauden, die sich zwischen Kies und Steinen wohl fühlen. Keine Schotterwüsten, sondern wohl durchdachte Arrangements aus Steinen und passenden Pflanzen.
Ich selber habe mich damit allerdings zu wenig befasst, um da Ratschläge geben zu können.
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Kirschkern
Ach, mein Herz wird schwer. Ich weiß gar nicht so recht, was die Planerin und mein Mann da ausgemacht haben und ob das noch veränderlich ist. Und mein Mann hat sich so wenig Konkretes gemerkt, was ihn halt nicht so interessiert hat...
Aber die ersten Jahre zupfen, das schaff ich bei den Größenverhältnissen auf gar keinen Fall. Und das alles bezahlen, die Zupferei, das ist wohl eher auch nicht drin.
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shogun
Man muss auch nicht alles auszupfen - einfach auch mal was lassen. Meine Beete sind zur Zeit voller Scharbockskraut, das ich gar nicht mehr bekämpfe. Es zieht von ganz alleine ein und bedeckt jetzt den Boden, bevor sich die Stauden richtig entwickeln; und blühen tut´s auch noch.
Aber vielleicht wäre für dich ein Beet mit ein paar Sträuchern (auch Rosen) und darunter Bodendecker einfach besser. Beete ganz ohne Arbeit gibt´s halt einfach nicht.
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Kirschkern
Scharbockskraut ist doch wunderschön. Mein Kind und ich freuen uns immer, wenn wir das finden.

Ja, ich denke auch, wenn Staudenbeet, dann nicht so komplex und kleinteilig. Ich denke, je einheitlicher es ist, desto unkomplizierter auch die Pflege?
Ein Beet mit Bodendeckern und Sträuchern ist ja so eine Art reduziertes Staudenbeet, nur das Hohe und das Tiefe in wenigen Sorten.
Unter den Bodendeckern finden zumindest viele Frühlingsblüher Platz, da bin ich schon glücklich.
Mit dem Geranium Rozanne hab ich mich schon innerlich angefreundet.
Ich denke mir halt, wenn ich von den pflegeleichten Stauden so vier bis fünf ganz pflegeleichte finde, Bodendecker inbegriffen, dann kann man so ein bisschen Streifen bzw. Bereiche mit etwas Glück in unterschiedlichen Höhen gestalten.
Wenn das eine Beet zwei Meter breit ist und das ist ja von zwei Seiten einsehbar, da ist doch eh nicht so viel Höhenstaffelung zu machen.
Die Leda zwei Straßen weiter hab ich heute wieder gesehen - die würde meiner Meinung nach schon über so ein Beet hinausquellen, so riesig ist die.
Im Internet hab ich auch ein Foto von einem Beet mit breitem Streifen Fetter Henne (Karfunkelstein) gesehen, sah auch gut aus.
Vielleicht Fingerkraut, Fingerstauch dazu... das Geranium... Storchenschnabel - bin ich doch schon bei fünf.
Na ja, keine Ahnung, ob das hinhaut.
Ich hoffe, ich muss nicht alles an innerer Vorstellung aufgeben.
So ein Kiesbeet, das klingt eigentlich sehr nach meinem Geschmack. Wusste nicht, dass sowas gemacht wird. Ich liebe immer so vergessene Flächen an alten Bahnhöfen usw., wo man sieht wie sich kleine Pflanzen den Schotter erobert haben.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Planerin damit Erfahrung hat. Und wer weiß, ob das überhaupt so pflegeleicht ist?
Ich las über Steingärten, da müsse man besonders schnell hinterher sein, wenn da doch Unkraut keimen sollte.
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Anda
Da möchte ich kurz widersprechen, die Cirsium hat sehr weiche Blätter, überhaupt nicht stachelig. Versamt sich nicht und macht insgesamt keine Arbeit.
Was das Mulchen angeht, statt des Rindenmulchs kann man auch mit Rindenhumus mulchen. Dieser ist schon kompostiert und wirkt postitiv auf das Bodenleben.
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Kirschkern
Danke, Anda. Für die Richtigstellung. Eine sehr schöne Blume. Könnte bei uns etwas zu trocken sein für sie, aber das kann mir die Planerin ja sagen.
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Kirschkern
Ach, ein tränendes Herz ist doch pflegeleicht? Das passt bestimmt noch ins Staudenbeet.
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Michi1
Ist aber bei mir im Garten meistens nach kalten Nächten immer wieder erfroren. Ich weiß schon nicht mehr wann ich das das letzte Mal schön blühend gesehen habe.
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GabyH
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Michi1
Entweder sehe ich Pflanzen blühen oder schau ich mir diese Dinger an? Nicht meins. Ich pflanze das das bei meinem Klima passt.
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GabyH
Wenn du das tränende Herz geschützt setzt, kann es zwar passieren das es Frost abbekommt, wird aber wieder austreiben. Evtl bekommt es dann etwas weniger Blüten, aber je älter sie wird desto mehr Kraft hat sie für den Neuaustrieb. Eine Jungpflanze kann dir bei Spätfrost tatsächlich ganz erfrieren.
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Ja die Klimaerwärmung muss ich auch nicht haben. Bedenkt man, dass sich heute eisbedeckte Flächen 81! mal schneller erwärmen werden wenn sie eisfrei sind kann einem das gruseln kommen. Und ein...