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Linde 2020
Kein Rasen, sondern Kräuterwiese aber gemäht - wie sieht sie bei Euch aus?
Um mal einen Kontrapunkt zu den dauernden Rasendebatten zu setzen, frag ich jetzt mal in die Gegenrichtung.
Wir haben ja vor einer Woche 5.000 m² Grünlandmischung ausgesät - und sind schon sehr gespannt, was von der Saatgutmischung an unserem Standort dann tatsächlich wachsen möchte. Mittelfristig wird dieser Bereich regelmäßig gemäht, aber nicht gedüngt - das Mähgut wird als Mulch liegenbleiben.
Hat jemand hier eine ähnliche Kräuterwiese und kann Bilder zeigen, wie so etwas dann auf Dauer aussieht?
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Natrix
Mein "Rasen" wurde vor vielen Jahren angesäht und hat sich mit den Jahren in eine Wiese entwickelt. Gemäht wird nach Bedarf, das Mähgut bleibt liegen. Der Boden ist tief lehmig und wir haben wohl das gleiche Klima wie Du.
Diesen Sommer war die Wiese durchgehend grün, in den letzten Wochen zeigte sie leichte Trockenschäden. Daher habe ich vor etwa 2-3 Wochen vertikutiert und das rausgerechte Zeug als Mulch unter Sträuchern verwendet. Wir hatten - wie Du - heut nacht mehr als 50 Liter Regen. Die Wiese ist sattgrün, aber natürlich mit Unkräutern durchsetzt. Sie wurde seit etwa 25 Jahren noch nie gedüngt.
Wenn sich der Sommer anders entwickelt und schon der Juni sehr heiß und trocken ist, dann wird sie halt gelb, wie im Süden auch. Damit finde ich mich einfach ab, macht keine Arbeit mit Mähen. Das Procedere im Herbst (vertikutieren) ist das gleiche, nicht jedes Jahr, hängt vom Zustand der Fläche ab.
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Linde 2020
Vielen Dank für die Rückmeldung!
Weshalb ist denn das Vertikutieren Deiner Meinung nach nötig?
Bei uns wird der größere Teil der aktuell angelegten Fläche den zukünftigen Obstgarten und ein paar Reserveflächen bedecken - es darf gerne nach Kräuterwiese aussehen und muß auch nicht grün sein - bunter wäre uns sogar lieber.
Wir haben dort wechselfeuchten Boden mit Überhang der trockenen Phase - daher müssen wir damit rechnen, dass ohnehin nur ein Teil des Saatgutes Basis für eine dauerhafte Bepflanzung sein kann (durch die Hanglage rinnt überschüssiges Wasser weg). Obendrein ist es dort auch noch 1-2 Grad wärmer als hier - wir sind gespannt, wie das dann wirklich aussieht.
Wie hoch schätzt zu den Gräser- bzw. Kräuteranteil in Deiner Wiese ein? Hat das Vertikutieren darauf eine Auswirkung?
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Michi1
Ich lasse eine Hang neben meinem Garten so wie er ist, er wird nur 3-4 mal im Jahr gemäht und das Mähgut bleibt auch liegen. Nach jetzt 38 Jahren ist auf der Fläche fast nur Girsch und Gundermann. Aber er ist grün und das ist die Hauptsache.
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Philter
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Natrix
zu Deinen Fragen:
"nötig" wäre es gar nicht. Aber wenn die Fläche komplett vertrocknet ist, dann will ich im September das trockene Zeug weg haben, möglichst vor einem kräftigen Regen wie heut nacht. Oder auch mal im Frühjahr, wenn lange Schnee lag. Hängt ganz von der Sitiation ab.
Der schattigere Teil meines Gartens ist eigentlich immer grün, weil er eben schattig und ohne Hangneigung ist. Der sonnige Teil, südwest Hanglage leidet viel mehr unter der Sonne, dort haben sich ganz andere Kräuter angesiedelt. Ganz unten, an der Hecken- Nordseite, unter den Obstbäumen ist viel Moos. Das Vertikutieren hat keinen Einfluß auf die Menge der "Unkräuter". Die sind dominant und setzen sich immer wieder durch. Das macht mich aber nicht unglücklich, diese Pflanzen haben dort die optimalen Bedingungen. Abmähen, wenn sie zu hoch werden, genügt mir.
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Linde 2020
Düngen ist per Definition die Zufuhr von Nährstoffen - das passiert nicht, es bleiben nur die ohnehin schon vorhandenen Nährstoffe vor Ort.
Wie sollte das funktionieren? Das vorhandene Nährstoffangebot wird ja nicht verändert.
Nein. Der Boden dort ist nicht fett - nur sauer (Pseudogley).
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Danke - dann wird dort Vertikutieren kein Thema werden - der Bereich ist nicht in Hausnähe und optisch nicht relevant. Gemäht wird dort in weiterer Folge aber regelmäßig automatisch.
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Philter
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shogun
Auf unserm Grundstück wurde zwar seinerzeit eine Rasenmischung gesät, aber außer einigermaßen regelmäßigen Mähen gab es mehr oder weniger keine Pflegemaßnahmen. So hat sich natürlich auf der Fläche alles angesiedelt, was der Lehmboden so hergibt. Manchmal bleibt das Mähgut liegen; meistens wird es jedoch entfernt. Es wachsen hier verschiedene Ehrenpreisarten, Gundermann, Günsel, Buschwindröschen, Scharbockskraut, Milzkraut, Duftveilchen, Schlüsselblumen, Lerchensporn, Schafgarbe, Spitz- und Breitwegerich, Braunellen, kriechendes Fingerkraut, Hahnenfuß, Lichtnelken, Gänseblümchen, Löwenzahn u.s.w.
Im Frühjahr wird mit der ersten Mahd gewartet bis die Frühlingsblüher durch sind. Danach wird die Wiese einigermaßen kurz gehalten.
Auch in trockenen Sommern bleibt die Wiese ohne jegliches zusätzliches Wässern grün. Anfangs gab es an den Rändern zur Terrasse vertrocknete, braune Stellen, die mittlerweile von Schafgarbe dauerhaft begrünt sind.
Blätter von Sträuchern und Obstbäumen bleiben teils liegen oder werden beim Rasenmähen mit aufgenommen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu habe ich nicht - es ist von alleine so geworden, wie es ist.
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Linde 2020
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Philter
Mach, wie Du es meinst.
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Michi1
Linde, wenn man nur 3-4 mal im Jahr mäht, ist die Mulch schon ein wenig länger. Es wird ja hier nicht von Rasen gesprochen.Da würde der Robi überhaupt nicht vorwärts kommen.
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Linde 2020
Danke für den Bericht und die Fotos. Da wächst also einiges - bei uns wird es sicher ein wenig anders aussehen aber hoffentlich ähnlich bunt gemischt, Lehmboden und Pseudogley sind zwar ähnlich undurchlässig, haben aber andere Nährstoffzusammensetzungen.
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Ich habe schon eingangs geschrieben, daß die Fläche in weiterer Folge laufend automatisch gemäht wird.
Es wird ja hier genau davon gesprochen: Was an Kräutern bleibt übrig und gedeiht trotz regelmäßigem Mulchmähen?
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Schade, daß Du meine konkrete Frage nicht beantwortest.
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Michi1
Ich kann mir nicht vorstellen, das nur ein Blümchen zur Blüte kommt. Dann kannst du eine Kräuterwiese vergessen.
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Linde 2020
Weil?
Freunde von uns haben eine Nebenerwerbslandwirtschaft (eine Autostunde entfernt, anderes Klima, anderer Boden) und dort werden seit Jahren ca. 4.000 m² rund ums Haus unter den Obstbäumen automatisch gemäht - dort blüht einiges, aber der Boden ist fett und es gibt viel Löwenzahn und Klee in 'Flachversion'. Dort wurde aber niemals eine 'Kräuterwiese' ausgesät - bloß Futtergras.
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Natrix
shogun, die Entstehungsgeschichte Deines "Rasens"
gleicht meinem, auch die Beikräuter ( bei mir kommt noch Tausendguldenkraut dazu). Bei Dir bleibt die Wiese auch im Sommer grün - es lebe das nördliche Alpenvorland!
Gucken wir auf die Klimaerwärmung. Mein "!Rasen" wird auch künftig weder Dünger noch Wasser kriegen. Die Sommer, wo der "Rasen" dann Sizilien spielt, werden halt öfter vorkommen. Machen auch nichts
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shogun
Das Tausendgüldenkraut ist ja eine streng geschützte, sehr seltenen Pflanze, die man hier kaum zu sehen bekommt. Das hätte ich natürlich auch gern - da würde dann sogar drum herum gemäht.

Manches steche ich auch mal aus und setze es an passenderer Stelle wieder ein, wie z.B. die Wilde Karde.
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Natrix
Dann merk ich mir das für das nächste Jahr und schau, ob ich ihr ein paar Samen abluchsen kann für die Waldfee aus den baloon-Gefilden
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Linde 2020
Wir haben folgende Mischung ausgesät:
Weißklee, Hornklee, Schwedenklee, Knaulgras, Timothe, Rotstraußgras, Wiesenschwingel, Deutsches Weidelgras, Rotschwingel, Wiesenrispe
Der Saatgutanbieter hat uns aber noch als Draufgabe das hier in unbekannter Menge beigemischt:
Schafgarbe, Ackerglockenblume, Hirtentäschel, Wiesenkümmel, Kornblume, Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Gewöhnliche Wegwarte, Wilde Möhre, Gewöhnlicher Natternkopf, Buchweizen, Fenchel, Wiesen-Löwenzahn, Gewöhnliche Margerite, Hornklee, Kuckuckslichtnelke, Echte Kamille, Hopfenklee, Gewöhnliche Luzerne, Gewöhnliche Esparsette, Phacelia, Spitzwegerich, Wiesen-Salbei, Kleiner Wiesenknopf, Rote Lichtnelke, Rotklee, Weißklee, Schafschwingel, Horst-Rot-Schwingel, Ausläufer-Rot-Schwingel, Englisches Raygras
Könnte durchaus gut aussehen - in den ersten beiden Jahren wird ohnehin nur 1-2 x pro Jahr mit dem Hochgrasmäher gemäht, da kann man sich ein Bild davon machen, was am Standort gedeihen kann. Die Renaturierungsfläche wird später mit einem höheren Anteil der 2. Mischung begrünt - ev. kommt noch Einzelsaatgut dazu, daß mit dem sauren Boden besser zurechtkommt.
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tree12
In guten Mischungen ist weder Rot- noch Weißklee enthalten... Diese passen nur zu Fettwiesen, nicht zu eher mageren Standorten, wo die schönsten und wertvollsten Stauden wachsen. Und Phacelia ist da auch irgendwie fehl am Platze... Eine sehr seltsame Mischung ist das.
Kleearten reichern den Boden mit Stickstoff aus der Luft an. Außerdem würden sie im Laufe der Jahre vermutlich sowieso von selber zuwandern. Klee und so herrliche Sachen wie Kornblumen, Kamille und Flockenblumen - das paßt überhaupt nicht zusammen. Besonders Weißklee profitiert vom regelmäßigen Abweiden/Abmähen und breitet sich mehr und mehr aus. Was zu Lasten der anderen tollen Pflanzen gehen wird, z. B. der nicht konkurrenzstarken Kuckuckslichtnelke.
Irgendwann ist das ganze dann eine fette Klee- und Löwenzahnwiese.
Da habt Ihr Euch aber schlecht beraten lassen bzw. selber im Vorfeld schlecht recherchiert.
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Linde 202027.09.2020, 13:04Ich bin immer noch über Deine Fotos erstaunt - ich hätte mir eine struppigere Optik erwartet, aber das sieht nach weicher Textur aus - ist die Fläche denn bei Dir wirklich saftig weich?
Für uns ist dort die Optik nicht relevant - struppig wäre auch kein Problem, aber wenn es so schön aussieht, freue ich mich umso mehr. -
Linde 202027.09.2020, 13:10
Danke auch für Dein Feedback!
Das klingt auch nach Vielfalt - ich hoffe, dass der Boden dort ähnliches erlaubt.
Danke im voraus bezügl. Fotos.
Ich hab inzwischen beim Besitzer des benachbarten Pferdehofs nachgefragt - dort wächst auf den Wiesen eine spezielle Weidemischung für Pferde bzw. was davon noch übrig ist - die Bodenverhältnisse scheinen ziemlich limitierend zu sein. Der Besitzer dort findet unsere Idee für die zukünftige Nutzung sehr erfreulich, hat auch die Aussaat für uns organisiert - eventuell können wir ihn später für die Mahd der großen Renaturierungsfläche engagieren - vielleicht ist das Mähgut auch als Pferdefutter verwendbar, ich würde es ungern kompostieren, aber sonst hat dort niemand weit und breit Weidetiere. -
eve27.09.2020, 18:55Ja Linde, es ist saftig weich. Unsere Besuche lieben es barfuß in dieser Wiese zu gehen.
Aber wie schon erwähnt, es ist in unserem Gebiet -speziell in diesem kleinen Ort- ziemlich feuchte Luft, die Wiese wird am Abend schon nass und trocknet meist erst in den vormittags-Stunden ab. Das macht es wahrscheinlich auch saftig grün. -
Linde 202027.09.2020, 19:14
Das ist auf jeden Fall erfreulich - so toll wird es bei uns wohl nicht werden, aber vielleicht anders toll

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Tula27.09.2020, 19:22
Anhang 524643
Anhang 524641
Anhang 524645
Anhang 524647
Anhang 524651
Anhang 524649
Ich war jetzt grad nochmal draußen zum Fotos machen.
Gestern hat mein Mann frisch gemäht, an den Flecken siehst du gut die unterschiedliche Beschaffenheit.
Einzig das Foto, wo das HabichtsKraut blüht, ist nicht gemäht, war erst vor einer Woche zuletzt gemäht worden.
Ein paar Detail Fotos für dich, damit du die Beschaffenheit und Zusammensetzung etwas genauer erkennen kannst. Im Sommer ist es wirklich ein Traum, ich mag den ganzen weißen Klee und die Scharfgabe dazu, ab und an kommen auch Margeriten, die ich dann ab stecke, damit mein Mann sie nicht mäht. -
Linde 202027.09.2020, 19:29Danke! Man sieht sehr gut, was Du beschreibst. Und es sieht auf die große Fläche hin sogar ziemlich einheitlich und saftig grün aus. Wir sind schon gespannt, ob es ähnlich werden kann.
Wir haben am Straßenrand vor dem Grundstück in der öffentlichen Zone einen ca. 1,5 m breiten Streifen, durch den ein Entwässerungsgraben zieht - dort wächst auch jetzt schon einiges, z. B. Blutweiderich - dort können wir auf jeden Fall noch div. Wiesenblumensaatgut ausbringen - die Gemeinde mäht dort sehr unregelmäßig, da sollte auch mal Samen ausfallen können. -
morus nigra01.10.2020, 17:56
Wir haben unseren Hausrasen mit ein paar hundert qm. Da wächst außer Gras eine Menge der schon genannten Kräuter und noch viel schönes, blumiges:
Winterlinge, Elfenkrokus, Schlüsselblümchen, Schneeglöckchen, Duftveilchen, Vergissmeinnicht, Glockenblumen und und und . . .
Dort wird nach Bedarf alle paar Wochen gemäht.
Die Wiesen im Parkgarten, Wiesengarten und der Streuobstwiese (ein paar tausend qm) erhalten ein paar Wege eingemäht und werden dann in Etappen (damit die Tiere darin umziehen können und die Insekten immer was zu fressen finden) ein- oder zweimal im Jahr mulchgemäht. Da ist es jedes Jahr spannend, wie es wird. Letzten Sommer hatten wir zum Beispiel viel orangenes Habichtskraut und gelbes Ferkelkraut und Löwenzahn, heuer eher weiße Lichtnelke, weißes Labkraut und Luzerne.
liebe Grüße
morus nigra
PS: Ragweed und Ambrosia ist das Gleiche (Klugsch... modus aus)
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Dieser Thread soll einen positiven Schwerpunkt...Antworten: 109Letzter Beitrag: 25.05.2020, 10:20
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Vorab herzlichen Dank für Euren hilfreichen Input...Antworten: 113Letzter Beitrag: 13.05.2020, 17:30
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Heuer hapert es hier wirklich mit dem Gedächtnis....im Forum PflanzenbestimmungAntworten: 10Letzter Beitrag: 04.05.2020, 07:14
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Bitte helft mir bei der Identifikation - ich kann...im Forum Gehölze: Laubbäume und -sträucherAntworten: 10Letzter Beitrag: 01.05.2020, 19:06
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Beim Suchen hab ich keinen passenden Thread...Antworten: 40Letzter Beitrag: 10.03.2020, 10:08
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Guten Abend, ich habe ein riesen Problem mit...von rockylienchenAntworten: 8Letzter Beitrag: 01.06.2017, 18:05
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Hallo! Ich habe eine sehr große verwilderte...von FachsimplerAntworten: 12Letzter Beitrag: 10.09.2015, 09:22





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