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  1. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 21
    tree12
    Zitat Zitat von Natrix Beitrag anzeigen
    ich finde diese Angst vor Schwermetallen in der Asche auch ein wenig übertrieben. Aber Asche von sauberen, unbehandeltem Holz bleibt bei mir schon im Garten.

    Andererseits: die Terra preta, die uns jetzt so warm als Wundermittel angepriesen wird, ist doch auch nichts anderes als ein Komposthaufen der südamerikanischen Naturvölker, der all das beinhaltet, was auch bei uns so auf dem Haufen landet???
    Mein Mann hat sich einmal mit der Terra preta befaßt und was angesetzt. Die Erde war wirklich schwarz und wunderbar krümelig und dem Gemüsebeet hat sie sehr gut getan.

  2. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 22
    Schmiezi
    Zitat Zitat von Carsten Kruse Beitrag anzeigen
    @Schmerzi
    ich kann dir mal einen Kleinen Überblick geben, wie man am besten es umsetzt. Mein erster Ratschlag ist, dass, wenn möglich, du 5 Felder anlegst; ein Feld ist für Dauerkulturen wie Erdbeeren. Ich habe 3 Sorten à 2 Reihen in dem Feld (früh/mittel/spät). Jedes Jahr ziehe ich aus Ablegern 2 neue Reihen. Zwischen den Reihen pflanze ich Knoblauch, Minze, Borresch u.ä. (-> guter Nachbar). Auf der nicht genutzen Fläche kommt Salat und Gründünger. Damit rotiere ich innerhalb des Feldes und habe ca. 500g Ertrag je Pflanze und muss nur bei den Mehrltauanfälligen Sorten chemisch behandeln. Ansonsten habe ich eine gute Gesundheit im Bestand. Mistgabe erfölgt nicht, da die Erdbeeren mit Stroh abgedeckt werden und ich hiermit immer ein gutes C:N Verhälnis habe und auch keine Bodenermüdungserscheinung.
    Somit bist du die Dauerkulturen aus der 4-feldrigen Fruchtfolge schon mal los.
    Die Einteilung Stark-schwach-mittelzehrer ist nicht immer einheitlich, dies ist zu berücksichtigen bei der Aufteilung. Ansonsten wird im Herbst eine Gabe reifer Rindermist e.g 2L/m² bei lS in der Versorgungstufe C gegeben, nachdem das Feld gepflügt worden ist und anschliessend in der oberen Bodenschicht eingefrässt/eingearbeitet. Im Frühjahr wird noch 50 g /m² grobe Hornspäne gegeben. Fertig ist das Starkzehrer Feld. Beim Aufkalken ist darauf zu achten, dass nicht alle Kulturen eine Aufkalkung mögen; ggf. auf die Aufkalkung verzichten und dafür im Jahr der Rotationsbrache stärker Kalken. Die Kalkwirkung wandert jedes Jahr 1cm tiefer im Bodern e.g. nach 10 Jahren ist die Kalkwirkung in 10cm Tiefe angelangt
    Die beiden anderen Felder (Mittel- u. Schwachzehrer) werden normal im Herbst gepflügt und ggf. kannst du hier 1l/m² Kompost geben.
    Auf der Grünbrache solltes du keinen Senf anbauen, da er zu den Kreuzblütler gehört und somit Nematoden freundlich ist. Es empfiehlt sich Bienenweide, Pharcelia oder Lupinen anzubauen.

    Bevor ich dich mit Info´s erschlage mach ich hier mal Stop, aber wenn du noch Fragen hast, dann her damit
    Danke, Carsten! Da dein Beitrag erst später frei geschaltet worden ist, zitiere ich ihn mal ganz, damit er nicht unter geht.

    Ich habe gleich zwei konkrete Fragen dazu :

    Einmal zur Gründüngung. Ich wollte Lupinen und Buchweizen sähen. Ist das egal, welche Sorte? Der Händler meines Vertrauens hat nämlich "normale" Lupinensamen für Billigung "blaue Süßlupinen" in der Kategorie Gründüngung für teuer.

    Außerdem habe ich die Kompostgabe im Herbst verpasst. Soll ich jetzt noch nachlegen oder dann doch lieber im Frühling? Schnee und Eis scheint es hier die nächsten zwei Wochen noch nicht zu geben.

  3. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 23
    Carsten Kruse
    Dazu folgendes: Die Lupine zählt zu den Hülsenfrüchter, von daher würde ich es mir 2 mal überlegen, ob ich meine Brache damit durchführen möchte, denn so kommst du nicht auf 3 Jahre Anbauruhe Hülsenfrüchte; das gleiche zählt für Gelbsenf und Knöterich (Nematoden).
    Ich würde dir etwas anderes empfehlen: Mach eine MILPA (Aussat z.B. nach Frühkartoffel Rosana, 90T Kulturzeit, Pflanzung im März, Räumt Mai/Juni) und dort lässt du die Bohne weg und nimmst die Lupine (die billigste die du findest, ich bekomme meine vom Bauer, also Ackerlupine für lau, sprich 2 Kürbise kostet mir das )
    Der Vorteil ist folgender, die Kartoffel (Starkzehrer) macht ein wunderbares Saatbeet, die MILPA ist hervorragend für die Bodengesundheit und Strucktur (Stark und Mittelzehrer) und du hast den notwendigen zeitlichen Abstand in den Anpflanzungen. Die Lupine ist winterhart und mehrjährig, dies finde ich für eine Brache nicht ideal; da gehört etwas hin, was einjährig ist, im Winter kaputt geht und die Bodengare fördert. Mein Favorit ist Pharcelia und die Tierwelt hat auch noch was davon.
    Was damit geschiedt ist vom Nachbau abhängig; i.d.R. baue ich Kartoffel danach an, dann kommt Rindermist (reifer!) im Herbst einfach zwischen die abgestorbene Pharcelia und ich fräse es unter. Im Frühjahr (März) pflüge ich 25cm (Bodenhorizont!) und ziehe eine Silofolie rüber (schwarz nach oben). Sobald mein Bodentemperatur um die 8 Grad liegt, kommen die Kartoffel raus. Wichtig ist bei den Frühpflanzung immer das Aufdämmen, denn das schütz vor Frost. Also wenn das erste Grün da ist, Folie gegen Vlies tauschen und beim Hacken gleich leicht anhäufeln.
    Zu der Frage des Kompost mache ich dir einen praktikableren Vorschlag. Nimm Kompost vom WZV (kostet per Anhänger 750 kg etwa 5 Euro, ist zertifiziert und analysiert, meist auf deren HP abrufbar) und leg dir den einfach in einer Ecke deines Gartens hin und mulche damit deine Saaten ca 1cm (ich kenn deine Bodenanalys nicht, bei mir auf lS funktioniert das super) dick ein. Das erspart dir jede Menge Hackarbeit und mit der Zeit wandert der Kompost in der oberen Bodenschicht was wiedrum 2 Vorteile hat: Verdunstung wird gesenkt und Bodenlebewesen angereichert. Zahlreiche Pflanzen liefern erheblich bessere Erträge wenn ein aktives Bodenlebewesen vorhanden ist. Der Kompost kommt aus einer Hochtemperaturrotte und ist somit frei von Unkrautsamen und Krankheiten im Gegensatz zu unseren Kompost bei uns im Garten. Dein erzeugten Kompost würde ich im Herbst zur Rotationsbrache unterpflügen
    Was deine Frage Buchweizen angeht, da muss ich passen; ich nie damit gearbeitet, weil ich diese Nutzung nie als optimal angesehen habe und somit keine Erfahrung habe

    LG

  4. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 24
    Schmiezi
    Habe ich das richtig verstanden : du würdest statt Brache erst Frühkartoffeln und dann Milpa mit Lupinen oder Pharcelia statt Bohnen anpflanzen?

  5. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 25
    Carsten Kruse
    Du musst ja irgen wann irgend womit anfangen ( Aller Anfang ist schwer) und da ich dein Garten bzw. dein Boden nicht kenne, würde ich im 1. Jahr einfach den Grundstock legen, heißt i.wo anfangen.
    Bei mir ist es so, dass ich mit Starkzehrer nach Brache komme, weil ich einen gut erholten Boden habe. Bei einer Brache können auch Fehler passieren und zwar, dass der Boden nicht gepflegt und sich selbst überlassen wird und mann der Meinung ist, alles ist gut. Aber im Wahrheit verarmt der Boden gerade.
    Also fördere ich den Boden in dem ich Humus aufbaue, Bodenflora und -fauna fördere, den Boden regenerien lasse durch kompost und Mistgaben, mit Pflanzen den Boden durchlüfte.
    Nach der Brache habe ich einen erholten, leistungsfähigen Boden auf dem ich nun die Kartoffel setze. Nach der Kartoffel kommt links auf diesem Feld (in ungeraden Jahren pflanze ich Kohl immer auf die linke Seite, in geraden Jahren auf die rechte Seite) Kohl und je weiter ich zur Mitte komme, kommen Zwiebel, Möhren, rote Beete u.ä.
    Natürlich stehen nach Frühkartoffel auch Hülsenfrüchte, wenn du aber die Brache mit Lupinen durchführst, dann stehen 2 Jahre hintereinander Hülsenfrüchte. Dies ist nicht optimal. Von daher Pharcelia auf die Brache. Nun bietet sich es an, ein teil des Beetes (bei mir die rechte Seite dieses Jahr) eine MILPA zu setzen und dort als Legeminosensammler die Lupine zu verwenden; ansonsten nimmst eine normale Bohne. Die Lupine würde ich nur in der MILPA nehmen, wenn es die Bodenstrucktur erfordert; also schwere, wenig belüftet Böden. da ich deinen Boden und deren Bodenanalyse nicht kenne , kann ich dir es auch ganz allg. raten.
    Wenn du diesem Konzept folgst, gehst etwas vom klassischen Fruchtfolgekonzept ab und kombinierst es jetzt mit der Mischkulturkonzept, was dir wiederum 3 Ernten auf einenm Feld ermöglicht.
    Pharcelia würde ich nicht als Zwischen- oder Unterkultur verwenden, sondern immer auf Brache

  6. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 26
    Trüffel
    Habe meine Pläne mal weiter gebastelt und das vorläufige Ergebnis sieht so aus.

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    Die Farben stehen für verschiedene Pflanzenarten:
    schwarz = Nachtschattengewächse
    blau = Liliengewächse
    gelb = Doldenblütler
    grün = Schmetterlingsblütler
    rosa = Gänsefußgewächse
    braun = Kürbisgewächse

    Bei jedem Beet habe ich die Gemüsesorten in den letzten fünf Jahren aufgeschrieben und mit Farben markiert. Die Farben machen das viel übersichtlicher, finde ich.
    Auf der freien Fläche im "Beet 1" steht das Tomatenhaus.

    Gelbe Rüben, Lauch und Zwiebeln decke ich mit einem Insektenschutznetz (habe zwei Netze) ab. Deswegen sind sie nebeneinander. Ohne Netz hatte ich z.T. keine Ernte, da alles mit Zwiebelfliege und Lauchmotte befallen war. Lauch hatte ich deshalb einige Jahre lang nicht mehr angebaut.
    Mit Kartoffeln pausiere ich seit ein paar Jahren. Vielleicht bestücke ich das ein oder andere Beet noch damit.
    Korbblütler (Salate) habe ich bis jetzt nicht berücksichtigt. Die pflanze ich eigentlich nur im Frühjahr an. Kreuzblütler fehlen wegen Anbaupause aufgrund der Kohlhernie.
    Baldriangewächse (Feldsalat) habe ich mal außen vor gelassen aber ich möchte schon welchen säen.

    Das ist auch nur die erste Version meiner Planung und noch nicht fertig.

    Viele Grüße
    Petra

  7. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 27
    Schmiezi
    Das ist ein tolles Planungssystem, das ich mir auf jeden Fall angucken werde. (Scheinbar sind meine Danke schon aufgebraucht. In Gedanken bekommst du noch eins.)

  8. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 28
    Carsten Kruse
    das mit der Farbe und den Jahresüberblick an Vorkulturen finde ich sehr ansprechend und übersichtlich.
    Wenn ich mit meiner Planung durch bin, poste ich meinen Anbauplan 2019

  9. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 29
    Trüffel
    Hier noch ein Foto vom Anfang. Da hatte ich die in Frage kommenden Kulturen auf der Seite notiert. Aber es wurde schnell unklar, wenn ich eine Kultur mal aufteilen wollte. Da bin ich dann auf die Idee mit den Farben gekommen. Und mit den Schildern kann man eine Kultur schnell mal hin und her schubsen, das mache ich seit Anfang an.

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    Viele Grüße
    Petra

  10. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 30
    Schmiezi
    In welches Feld gehört eigentlich Sauerampfer, zu den Mittel- oder zu den Schwachzehrern?
    Ich hab im Netz nichts dazu gefunden.

  11. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 31
    shogun
    wilder Sauerampfer wächst in eher mageren Wiesen - wie sich gezüchteter verhält, weiß ich leider nicht.

  12. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 32
    Grizzly im Garten
    Zitat Zitat von Schmiezi Beitrag anzeigen
    In welches Feld gehört eigentlich Sauerampfer, zu den Mittel- oder zu den Schwachzehrern?
    Ich hab im Netz nichts dazu gefunden.
    Da kann ich Dir aushelfen:

    Sauerampfer ist ein mittlerer Zehrer, der keine regelmäßige Düngung benötigt. [Quelle]

  13. Vier-Felder-Wirtschaft: Wer hat Erfahrung? # 33
    Schmiezi
    Danke schön! Er ist jetzt ins Mittelzehrerbeet gezogen.

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