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Mina-Lina
Mischkultur, Fruchtfolge...und wenn ich alles umrajole?
Hallo liebe GärtnerInnen!
Letzte Saison war die erste für meinen neu angelegten Gemüsegarten.
Der Boden hier ist extrem schwer und wir haben zu Anfang alles mehrfach mit dem Einachser umrajolt und Kompost und Sand eingebracht (und jede Menge Schutt aussortiert)
Das Gemüse ist dann in Mischkultur gewachsen und ich war, fürs erste Mal, zufrieden mit dem Ertrag.
Habe teilweise nach der Ernte Gründünger gesäht (Phacelia).
Wenn wir nun zu Beginn wieder alles umpflügen und wieder Kompost, Sand und Kalk einbringen, ist dann die Fruchtfolge trotzdem zu beachten? Schliesslich ist doch danach eh kein Erdbrocken mehr da, wo er in der letzten Saison lag.
LG Mina
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Lupo
Ich kann dir keine wissenschaftlich fundierte Anwort geben - aber ich pfeife auf die Fruchtfolge. Dadurch dass ich jedes Jahr Kompost ausbringe, sehe ich das ziemlich schmerzlos. Bei mir steht auf jedem Bett jedes Jahr dasselbe - ohne Probleme.
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cami
Hallo, ich weiß leider nicht, was umrajolen ist, aber ich nehme an, du meinst damit sowas wie umgraben oder vielleicht mit dem Sauzahn zu arbeiten? Warum willst du den Kalk einbringen, wenn du mit den Erträgen zufrieden warst? Wenn du schweren Boden hast, meinst du damit sehr lehmhaltig? Wenn ja, ist Sand und Humus ( Kompost) auf jeden Fall gut. Kalk würde ich weglassen. Und dann würde ich auch erstmal die Mischkulturfolge außer acht lassen.
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Schneddel62
Was heißt für Dich Mischkultur? Mit dem Kalk wäre ich vorsichtig, da ein schwerer Boden von Haus aus genügend Kalk enthält. Ein Zuviel an Kalk hat eher nachteilige Folgen. Bei einer richtigen Mischkultur versorgst Du das Beet jedes Jahr gleich mit Nährstoffen und eine Fruchtfolge braucht man da auch nicht zu beachten. Man muß nur darauf achten, dass man Pflanzen auswählt, die sich Gegenseitig gut beeinflussen also "gute Nachbarn" sind. Auch bestimmte Blumen die eine positive Wirkung auf den Boden haben wie Ringelblumen und Studentenblumen sollten nicht fehlen. Genauso wichtig ist das mulchen eines solchen Beetes bis die Kulturen zusammen gewachsen sind und sich Gegenseitig beschatten. Das unterdrückt das Unkraut und schützt in heißen Sommern vor Austrocknung.
LG Schneddel
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Barbati
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Lupo
Wird in diesem Garten jetzt das 4. Jahr.
Vorher hab ich das aber auch so gemacht.
Kohl baue ich (nicht mehr) an, da wir Unmengen weisser Fliegen damit haben. Ausser Kohlrabi - aber da weiss ich nicht, ob der zum Kohl zählt. Und bei den Bohnen werden die Wurzeln abgeschnitten und auf dem Bett mit umgegraben.
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shogun
Bei einer wirklichen Mischkultur ist die Fruchtfolge nicht so wesentlich, da der Boden ohnehin nicht so einseitig bestückt wird. Bei Kohl wär ich allerdings vorsichtig und würde versuchen, den nicht auf den selben Plätzen wie im Vorjahr anzubauen. Man kann ja Mischkultur sehr kunterbunt betreiben und die Gemüsesorten nicht nur in Reihen mischen sondern auch noch innerhalb der Reihen. So praktiziere ich das (allerdings ohne Kohl außer Kohlrabi) und achte kaum auf Fruchtfolgen.
Hast du hier schon mal reingeschaut?
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Mina-Lina
@Lupo
Ok, ich verstehe, dass der Kompost nachliefert, was von den Pflanzen aus dem Boden gesaugt wurde, aber wie verhält sich das mit Stoffen, die von einigen Pflanzen in den Boden abgegeben werden. Da gibts doch auch einiges, was sich nachteilig auswirken kann.
@cami
Ja, mit umrajolen meine ich umpflügen mit einer Bodenfräse. Mit Hand ist das bei den Maßen und dem lehmigen Boden kaum zu bewerkstelligen. Ich war ganz zufrieden mit dem Ertrag, dafür dass ich viele Gemüsearten zum ersten Mal ohne Erfahrung angepflanzt habe und das auf einem noch nicht optimalen Boden. Es ist auf jeden Fall noch verbesserungswürdig. Beispielsweise habe ich mich gefreut, dass mein Knollensellerie überhaupt Knollen gebildet hat, jetzt ist Ziel, sie grösser als faustgross zu ziehen.
@cami, Schneddel62
Den Kalk möchte ich einbringen, da der Boden sehr sauer ist und mir das Anheben des ph-Werts durch Kalk geraten wurde, damit ich mehr Glück mit meinem Kohl habe.
@Schneddel62
Mit Mischkultur meine ich, dass ich meine Beete so angelegt habe, dass günstige Pflanzenkombis bei einander stehen. Habe z.B. Zwiebeln und Möhren in einem Beet zusammen gehabt, in einem anderen standen Knollenellerie und Lauch, Staudensellerie bei Tomaten, Minze zum Wirsing, ... Tagetes stand komplett um das gesamte Beet und gemulcht habe ich mit allem was so anfiel: Rasenschnitt, angetrocknet die ganzen ungewünschten Kräuter, den Rapshächsel vom Nachbarfeld usw.
Also verstehe ich das richtig, dass ich durchs umarbeiten des Bodens genau so anpflanzen kann wie im Jahr davor gehabt und wenn man Mischultur anbaut ist das auch ohne umpflügen möglich?
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shogun
Ich bearbeite meine Beete im Frühjahr nur mit dem Sauzahn - umgegraben oder gepflügt wird bei mir nie.
Warum willst du unbedingt die Beete wieder genauso bepflanzen wie im letzten Jahr? Wenn du mehrere Beete hast, kannst du doch leicht durchwechseln.
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Mina-Lina
shogun, deinen post habe ich eben noch nicht gelesen gehabt. Hast mir jetzt ja schon einiges beantwortet.

Ich hatte teilweise Reihen wechselnd (Direktsaat m. Saatband), aber auch Pflanzen abwechselnd (vorgezogenes)
Ich habe die Rubrik vorhin zwar schon entdeckt, aber dort bisher noch nicht gestöbert. Werde ich aber sicher tun! Danke!
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kdb
rajolen ist ein anderer begriff für rigolen
"Umgegraben wird, damit der Frost die groben Schollen schwerer (!) Böden in feinere Krümel sprengt. In Extremfällen ist besondere Ausdauer und Kraft gefordert: Beim so genannten Holländern wird der Boden zwei Spatenblätter tief umgegraben, beim Rigolen sogar drei Spaten tief. Beide Techniken erfordern eine systematische Herangehensweise, damit der Unterboden und die humose Oberschicht und damit das Bodenleben nicht durcheinander geraten. Diese Tiefenbehandlungen empfehlen sich vor allem, um Neubaugrundstücke, die durch Baumaschinen stark verdichtet wurden, urbar zu machen oder dauerhaft staunasse Böden zu entwässern. Bei leichten oder mittelschweren Gartenböden macht das Umgraben keinen Sinn. Sie sind unter einer winterlichen Mulchdecke bestens aufgehoben."
so stehts unter www - 4laendergarten.eu
kdb
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Mina-Lina
Da das bis vor etwas über einem Jahr eine verdichtete Rasen-Unkrautfläche war, müssen wir erstmal noch mit schwerem Gerät ran um Sand und Kompost genügend untergearbeitet zu bekommen. Ausserdem finden wir auf diesem Wege auch immer noch Steine und Schutt und können den Kram besser rausholen.
Nö, ich will die nicht unbedingt wieder so haben, aber es ist sehr viel einfacher zu wissen, es muss nicht zwangsläufig alles durchgewechselt werden. Ausserdem wird das Beet an einer Seite ganz leicht von einem Walnussbaum "gestreift" und da einiges da gar nicht wachsen mag, schränkt mich das auch etwas ein. Aber das ist eigentlich Klagen auf hohem Niveau, denn eigentlich habe ich Platz genug.
Ich fand es nur so furchtbar kompliziert, als ich versucht habe mein Beet neu zu planen, was ich da alles beachten muss: wer mag neben wem und wer kann da hin, wo letztes Jahr der und der stand.. Und wer mag pralle Sonne und wer kommt lieber in die Ecke hinter das Gewächshaus, wer will nicht in frisch kompostiertes Erde usw..
Ich ahne langsam, dass ich es mir viel zu kompliziert mache...!?
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Schneddel62
Was Du machst ist also keine reine Mischkultur, Du baust die Pflanzen die zueinander passen in Reihen nebeneinander an, dann musst Du natürlich jedes Jahr durchwechseln im Sinne von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern.
Lg Schneddel
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cami
der Platz am Walnussbaum ist sicher nicht geeignet, um dort ein Gemüsebeet anzulegen, weil der einen Stoff absondert, der Juglon heißt. Der verhindert oder beschwert, dass darunter und in der Nähe andere Pflanzen gut wachsen können. Auch das Laub verrottet sehr langsam. Wenn es möglich ist, warum wechselst du den Platz nicht? Dann müsstest du vielleicht auch nicht kalken?
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Mina-Lina
Ne, reine Mischkultur ist es noch nicht überall gewesen, das stimmt, aber es ist mein Ziel, das in jedem Beet umzusetzen. Als ersten Schritt dahin habe ich für dieses Jahr keine Saatbänder mehr bestellt.

Ich habe den Platz bei der Walnuss gewählt, weil diese in 2-3 Jahren weg kommen wird und ansonsten die Lage optimal ist. Der Baum teilt sich in 2 Stämme und einer davon ist geschädigt und muss weg. Dem anderen wird das Gegengewicht fehlen, so dass wir ihn leider nicht erhalten können. Wir versuchen ihn noch etwas zu erhalten, bis die junge Walnuss weiter weg anfängt zu tragen.
Die sauren Bodenproben wurden u.a. weit weg von dem Baum genommen, so dass ich glaube, dass die Nuss damit nichts zu tun hat.
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shogun
Und wie wär´s mit einem Hochbeet unter dem Nussbaum? Natürlich nur für etwas schattentolerante Gemüsesorten.
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Mina-Lina
Ach, eigentlich stresst mich die Walnuss nicht sonderlich. Ich habe zum grossen Gemüsebeet noch ein kleines Gemüsehochbeet direkt am Haus vor der Küche. Die paar m², die im Beet eingeschränkt sind, da komme ich die 2-3 Jährchen noch klar.
In meinem anderen Beitrag über meinen Gartenumzug habe ich nun Fotos gepostet. Da kann man auf einem Bild ganz gut sehen, wie wenig die Walnuss rüber kommt.
Die Kartoffeln, Mangold, und Kohlrabi hat es scheinbar nicht gestört, die Sonnenblumen waren etwas kleiner, nur dem Spinat hat es überhaupt nicht gefallen. Da kam so gut wie nichts aus der Erde.
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cami
das kann aber auch andere Gründe gehabt haben.
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Michi1
Es ist halt so in einem Garten einmal wirds was, einmal total Ausfall. Natur halt.
Bei mir ist letztes Jahr der Feldsalat komplett ausgeblieben. Das ist noch nie passiert.
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Mina-Lina
Ich werde in diesem Jahr den Spinat in das Nachbarbeet setzen, danach weiss ich, ob es die Nuss war

Mache mich da auch echt nicht rappelig, wenn mal etwas nicht so recht wachsen will. Dann wird wir ein paar Jahre mit Ort, Licht, Düngung experimentiert und wenn es wirklich nicht will, dann gibt es noch sooo viel anderes!
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Rgbg4ever29.01.2017, 07:24
Möchte mich hier mal gerne einklinken.
Wir haben einen kleinen Garten und planen derzeit die Einteilung.
Wie macht ihr das mit den Starkzehrern aus dem Gewächshaus. Stellst ihr das um oder wie bereitest ihr das darin befindliche Beet auf um dann quasi die Fruchtfolge auszuschalten.
Wir haben nicht den Platz, das Gewächshaus umzustellen oder das Beet in 4 Teile einzuteilen um einen schönen Fruchtwechsel zu vollziehen.
Lässt sich durch Aufschüttung mit neuer Pflanzen bzw. Tomatenerde die Fruchtfolge ausschalten und Bodenmüdigkeit vorbeugen? -
MamaJanchen29.01.2017, 07:40
Im Gewächshaus täusche ich die Erde aus. Das heißt alte raus und frischer Kompost rein. Ich hab aber auch schon mal nur Pferdemist auf die alte Erde gemacht (im Herbst) und hab dann im Frühjahr vor der ersten Bepflanzung alles untergearbeitet. Hatte bei beiden Varianten reichlich Ernte .
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Rgbg4ever29.01.2017, 08:46Nur frischen Kompost rein und keine zusätzliche neue Erde?
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MamaJanchen29.01.2017, 08:49
Nein, nur frischer Kompost. Bei mir stehen im Gewächshaus Strakzehrer und die mögen den frischen Kompost.
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Rgbg4ever29.01.2017, 08:56
Danke.
Und wie macht ihr es im restlichen Garten beim Gemüse wie Gurken, Zucchini? Ich hab zu wenig Platz um eine sinnvolle Fruchtfolge über die Jahre zu vollziehen. -
TineB.29.01.2017, 12:32
Mina-Lina: Du willst kalken, weil Dein Boden sauer ist. Hast Du eine Bodenprobe gemacht, weil Du so genau weißt?
Rgeshalb geht die Welt auch nicht unter. Trotzdem mal nachschauen, für welche Pflanzen sich ein Wechsel empfiehlt.
Steht in fast jedem Gartenbuch. -
morus nigra31.01.2017, 11:51
hallo Rgbg4ever!
Wenn Du im Gewächshaus Tomaten gepflanzt hast, bist Du sowieso fein raus, weil die nämlich ruhig jedes Jahr an der selben Stelle wachsen können. Da must Du nur ausreichend düngen.
Bei den anderen Gemüsen außerhalb des GWH solltest Du halt so gut wie möglich abwechseln.
LG morus nigra -
TineB.01.02.2017, 14:28
Tomaten können auch im Freiland viele Jahre auf die gleiche Stelle.
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