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Trüffel
Schlämmprobe interpretieren + ph-Wert-Bestimmung
Hallo,
vor kurzem habe ich von drei Stellen im Garten Schlämmproben gemacht. Desweiteren habe ich den PH-Wert gemessen mittels Indikatormessstreifen aus der Apotheke und destilliertem Wasser.
Mir ist wohl bewusst, dass derartige Messmethoden nur Anhaltspunkte ergeben können. Eine genaue Bodenanalyse steht bevor, aber mich interessierte so eine Schlämmprobe und deshalb habe ich sie von einem "guten", einem "mittelmäßigen" und "schlechtem" Beet gemacht.
Mit den ph-Streifen hatte ich öfter gemessen und im Nachhinein würde ich sagen, dass das Ergebnis äußerst ungenau und unsicher ist. Die Fotos stammen von einer Probe, die bereits einige Tage stand. Die Trübung hielt sich übrigens stabil bis zur Leerung der Gläser.
Guter Boden, mittelguter Boden, schlechter Boden
Guter Boden
mittelguter Boden
schlechter Boden
Guter Boden, mittelguter Boden, schlechter Boden
Zugegeben, ich sehe da besonders bei der Schlämmprobe einige Unterschiede, aber was sie bedeuten weis ich leider nicht.
Viele Grüße
Petra
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Gast1021
Hi,
ich kann leider auch nur (mehr oder minder) raten.
So wie's aussieht hast Du dort, wo Du es als "guter Boden" bezeichnest, einen relativ hohen Humusanteil.
Beim "mittleren Boden" ist der Humusanteil schon reduziert und der "schlechte" Boden scheint eher in Richtung mineralisch (mit höheren Sandanteil) zu gehen.
Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass sehr selten ein Boden wirklich "schlecht" ist. Meist versucht man nur die falschen Pflanzen dort anzusiedeln.
Ähnlich sehe ich es mit dem ph-Wert - neutral bis schwach sauer ist einmal grundsätzlich gar nicht mal so schlecht (selbst wenn die Messungen nur eine gewisse Bandbreite liefern, reicht das als Aussage). Probleme bekommst Du nur, wenn Du ausgesprochene Kalk-liebende Pflanzen setzen willst. Aber das lässt sich mit gezielter Kalkdüngung rasch ausgleichen.
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Trüffel
Vielen Dank federmohn!
Trotz allem wäre eine richtige Bodenanalyse aber nicht verkehrt, denke ich.
Das "schlechte" Beet ist übrigens das Erdbeerbeet, wo die Gründüngung (Gelbsenf) nicht wuchs. Du meintest, Du hättest erst einmal so einen mickrigen Gelbsenf gesehen...
Viele Grüße
Petra
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Gast1021
Schon klar - aber so ein mineralischer Boden eignet sich zwar überhaupt nicht für Erdbeeren dafür hervorragend für Bartiris, Sedum oder ggfs. Möhren.
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Trüffel
Hm, mit der Bezeichnung "mineralischer" Boden kann ich nicht so arg viel anfangen. Wenig Humus ist da schon, das weis ich. Hab das mal gegoogelt und bin hier fündig geworden: http://www.franks-garten.de/f075f.htm
Das Beet ist eins im Gemüsegarten und soll da auch weiterhin seine Funktion erfüllen. Die Erde ist da ja sehr fest und ich dachte, dass ich da im Herbst/Winter Sand einarbeite, wie es viele in der Schrebergartenanlage schon getan haben. Auf dem Areal stand mal eine Ziegelfabrik..
Außerdem wächst bei mir an den Beeträndern/Rasenkante und dort, wo ich die Erde längere Zeit nicht bearbeite, überall Moos.
Das war auch bei diesem "schlechten" Beet der Fall. Wenn ich da länger nicht jäte, besiedelt Moos die blank stehenden Flächen flächendeckend (natürlich inklusive Unkraut).
Ich erkenne bei den Schlämmproben nämlich KEINE Sandpartikel - oder sind die so klein, dass ich sie nicht dafür gehalten habe? *kratz*
Möhren - dachte ich bisher - würden einen eher lockeren Boden bevorzugen. Wobei ich sagen muß, dass ich in dem "mittleren" Beet außerordentlich große Exemplare (400 g) ernten konnte.
Verwirrte Grüße
PetraGeändert von Trüffel (27.10.2014 um 08:26 Uhr) Grund: Mooswachstum ergänzt
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Gast1021
Ich muss gestehen, es ist wirklich furchtbar schwer an Hand von Fotos einen Boden zu beurteilen.
M.E. sah halt am Bild vom "schlechten Boden" die unterste Schicht doch sehr körnig (sandig) aus.
Allerdings gebe ich zu, es kann auch schlichtweg die "Körnung" des Bildes sein.
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Trüffel
Ich denke auch, dass das an den schlechten Bildern liegt.
Die Moos-Ergänzung im vorigen Post hast Du schon gelesen?
Viele Grüße
Petra
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Olivia Green
Trüffel, Moos ist ein Anzeiger, daß Nährstoffe fehlen.
Soche Schlämmproben hab ich letztes Jahr auch mal gemacht und dachte schon, mein Boden wäre die Katastrophe.
Also Sand hast Du reichlich und Ton auch, aber Humus fehlt ganz gravierend.
Tu mal immer schön mulchen und grab Biomasse ein soviel Du kannst.
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Olivia Green
Gelbsenf, Phacelia, Tagetes, Buchweizen, Klee und vor allem Erbsen sind in meinem alten Sandspielbereich ganz hervorragend gewachsen, nur haben sie dem Boden nicht sehr viel gebracht. Letztendlich hab ich eine 15 cm Schicht Mutterboden drauf und grab immernoch ein wie ein Teufel, damit das langsam richtiger Boden wird.
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Gast1021
Könnte (ähnlich wie bei mir) auch ein Anzeichen für verdichteten Boden sein. In diesem Fall ist der Nährstoffgehalt vom Boden gar nicht einmal so schlecht - es fehlt für ein gutes Pflanzengedeihen aber schlichtweg Luft im Wurzelbereich. Gründlich Auflockern und auflockernde Materialien (z.B. scharfer Sand oder Hächselmaterial) einarbeiten hilft da recht gut.
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Trüffel
federmohn, da hast Du mich auf eine Idee gebracht.
Ich habe neulich mit der Grabgabel mal in diverse Beete etwas "gebohrt". Dabei ist mir aufgefallen, dass es sich umso fester anfühlt, je "schlechter" es im das jeweiligen Beet wächst.
Eine Bodenanalyse steht bevor, aber welche Stoffe sind wirklich sinnvoll zu untersuchen? Und bei welchen Beeten?
Ich würde ja sagen nur von dem auffälligen Beet bzw. dort, wo es auffallend schlecht wächst. Das wären 3 Beete.
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Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass ich bei Raiffeisen mehr für mein Geld bekomme.
Aber was davon brauche ich wirklich???
Viele Grüße
Petra
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Gast1021
Also meiner Meinung nach genügt fürs erste die Basisuntersuchung von Raiffeisen.
Zwar wären Gesamt-Stickstoff und Humus auch nicht schlecht - aber ob der Boden jetzt stickstoffarm ist oder nicht, kannst Du auch aus der Düngeempfehlung her ableiten. Und wenn die Bodenart "humusarm" ergibt, kannst Du Dir auch Deinen Teil denken und brauchst nicht den exakten Humusanteil/-zusammensetzung vom Boden.
(Und dass sich mein Verdacht durch so eine einfache Probe schon ansatzweise bestätigt, zeigt in welche Richtung es gehen muss.)
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Trüffel
Ich habe mal eine Bodengrabung gemacht. Wollte eigentlich nur ein kleines Loch für eine Pflanze graben, aber dann hat's mich gepackt und ich habe gegraben, bis es fast nicht mehr weiter ging. Insgesamt war ich dann gute 50 cm unten.
Gesamtansicht
Die "Erd"schollen oder vielleicht vielmehr TONschollen(?)
Ich habe speziell bei der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim um Rat gefragt und man antwortete mir: "...zur Bodenverbesserung können Sie groben Kompost verwenden. Er enthält Nährstoffe und lockert durch seine grobe Struktur den Boden. Beim Sand sollten Sie gewaschenen Sand verwenden. Die Begriffe Bruch- bzw. Kantsand sind mir nicht geläufig. Gewaschener Sand ist frei von Schluffanteilen, die den Boden verdichten könnten. Einen schweren Boden würde ich jetzt im Herbst/Winter grobschollig umgraben. Durch die Frosteinwirkung werden Bodenstrukturen aufgebrochen."
Für mich bedeutet das: Jetzt zweispatentief umgraben, Sand einstreuen, abfrieren lassen und im Frühjahr groben Kompost (mein diesjähriger hat viele kleine Ästchenstücke drin) einarbeiten.
Dazu mulchen und Gründüngung.
Wenn ich dran denke, dass es vermutlich im ganzen Garten so aussieht
@federmohn
Woher stammt Dein Rat, speziell Bruchsand zu verwenden?
Viele Grüße
Petra
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Gast1021
Ha! Meine Rede!

Ich kenn's eher unter der Bezeichnung "scharfer Sand" (wobei auch Splitt in feinster Körnung geht).
Und was Deine Frage betrifft: a) aus der Literatur und b) aus eigener Erfahrung wonach man mit feinen "Spielsand" eher eine betonähnliche Masse erhält aber auf keinen Fall eine Verbesserung des Status quo.
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Gast4451
Wenn ich deinen Boden sehe, bin ich froh, daß mein Sandboden so ist wie er ist .


Ist eine furchtbare Plackerei , die da auf dich zukommt.
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Trüffel
"Feiner Spielsand" ist für mich zu undefiniert. Ich denke, dass es darauf ankommt, dass kein Feinstoffe drin sind. Deswegen auch der Hinweis zu gewaschenem Material.
Bisher finde ich in der Umgebung:
Betonsand
Körnung 0-2 mm, gewaschen
Splitt
Körnung 2 - 5 mm
Beim einen weis ich nicht, ob rund oder eckig, beim anderen ob gewaschen oder ungewaschen.
*gruebel*
Viele Grüße
Petra
Viele Grüße
Petra
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Trüffel
Ja, ich weis bubu. Aber wenn Du Dich bei jedem Gartenbesuch ärgerst, weil nichts anwurzelt, die Pflänzchen häufig mit Kümmerwuchs reagieren, Du über den feuchten Rasen läufst und es unter Deinen Füssen richtig schmatzen hörst, dann juckts Dich mit der Zeit schon.
Ist gut, dass ich nicht weis, was auf mich zu kommt.
Viele Grüße
Petra
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Gast4451
Was du da vor hast, kenne ich aus Bücher als Holländern oder Rigolen.
http://www.mein-schoener-garten.de/d...mgraben-105863
Ein Bekannter in der Stadt hat ein richtig nasses Grundstück udn er sagt, unter dem Rasen ist eine Drainage verlegt worden.
Das hat sicher ein kleines Vermögen gekostet. Aber die haben es auch.
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Gast1021
Betonsand kannst Du vergessen - der ist wie "Spielsand" rund, um sich hervorragend mit den anderen Materialien verbinden zu können.
Damit erhältst Du bei Deinem Boden erst recht "Beton" (in der schlimmsten Ausprägung).
Splitt ist o.k. - im schlimmsten Fall einfach vor dem Ausbringen selbst mal kurz durchschwemmen, um ein zuviel an Staub zu entfernen.
Antworten
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Hier (Brandenburg) treibt der Wein von nur geschwollenen Knospen (an den sehr alten Reben) bis wollig und ein Blatt eingerollt!