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andrea04
Pilz im oberen Kronenbereich - Holz weich
Hallo liebe Forumsmitglieder,
zum richtigen Vorstellen bin ich leider noch nicht gekommen.
Angemeldet habe ich mich, weil hier ein guter Schwerpunkt auch auf dem Thema Nutzgarten liegt. Und ein richtiger Naschgarten ist das, was ich angelegt habe: Neben überwiegend Zierpflanzen am Haus wachsen dort seit einem Jahr (Neubau) auch noch Heidel- und Johannisbeeren, Säulenapfelbäume, 2 Zwetschgen- und ein Mirabellenbaum. Daneben haben wir noch ein Gartengrundstück am Haus (Landwirtschaftliche Nutzfläche) mit Kirschbaum, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren uvm.
Mein aktuelles Problem ist unser Kischbaum (Hedelfinger). Der Baum ist noch relativ jung (ca. 10-12 Standjahre). Wir haben ihn vor ca. 4 Jahren (kurz nach Kauf des Grundstücks) das erste Mal geschnitten, da ein Höhe von ca. 5 Metern uns mehr als ausreicht und wir uns so auch nicht so viel Angst um unsere kletternden Kinder machen müssen.
Da der Vorbesitzer ihn nicht geschnitten hatte, wurden im Kronenbereich auch einige dicke Äste herausgenommen. Eine dieser Schnittstellen hatte bereits letztes Jahr gezeigt, dass hier ein Pilz eingedrungen ist, wie ich ihn sonst nur von abgestorbenen Bäumen kenne.
Den halbkreisförmigen "Fruchstand" hatte mein Ältester runtergebrochen.
Dieses Jahr wollte ich mir das Ganze mal näher ansehen (dazu muss man in den Baum klettern). Resultat: die Schnittfläche ist im Inneren ganz weich, fast "korkartig". Wenn ich nur das Weiche entfernen würde, wäre dort eine wunderbare Wassersammelstelle.
Bilder muss ich noch machen, wann es mal wieder etwas trockener ist, aber wie geht man generell mit so einer verpilzten Stelle um:
1) nur das Weiche ausschneiden und "zumachen" (mit was auch immer)?
oder
2) unterhalb der Stelle absägen?
Falls ich 2) machen würde, wär die oberste Etage weg. Diese hat zwar keine nennenswerten Fruchtäste, ist aber wunderbar für Kinder zum festhalten und den Ausblick geniesen geeignet.
Ich versuche mal bis zum Wochenende Bilder einzustellen, hoffe aber dass mir auch jemand generelle Tipps geben kann.
Viele Grüße
Andrea
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Gast1021
Hi,
ein Bild wäre schon hilfreich, um die Lage auch nur ansatzweise beurteilen zu können.
Wobei ich bei solch gröberen Pilzerkrankungen eher dazu raten würde, einen Fachman vor Ort zu kontaktieren, damit sich dieser den Baum einmal genau anschaut. Der kann besser beurteilen, in wieweit ein holzzersetzender Pilz bereits den Stamm geschädigt hat. Und ob noch Chance auf Rettung besteht oder bereits Gefahr in Verzug ist, dass Euch der Baum beim nächsten gröberen Sturm abbricht. (So was ist auch mit den besten Fotos schlichtweg nicht eindeutig auszuschließen.)
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andrea04
So, jetzt einmal die Fotos vom Baum in der Übersicht West- und Südseite.
Die helle Schnittstelle ist vom Baumpilz befallen. Wie tief habe ich noch nicht geprüft.
Schneide ich hier die beiden oberen Äste samt befallene Stammverlängerung weg(D>10cm)? Oder gehe ich gar tiefer (nächste Verzweigungs-Ebene ist bei meinen Füßen)?
Wie man sieht Zweigen ganz es oben vier Äste ab. davon sind drei nur zum Halten geeignet. Die Äste sind kurz ohne nennenswertes Fruchtholz . Was tue ich am besten ?
Außerdem habe ich jetzt nach den Regenfällen eine verstärkte Harzbildung an mehreren Stellen. Das Bild zeigt einen der stärksten Ausflüsse. Was mache ich hier?.
Generell wollte ich dem Baum noch einen Sommerschnitt geben. Bisher habe ich nur mit der Ernte leicht ausgelichtet.
Er ist nach außen sehr dicht aber innen und von oben (Mitte) licht. Die Kirschen hatte man von außen kaum gesehen, da er wieder stark ausgetrieben hatte. Innen hing alles voll.Geändert von andrea04 (10.07.2014 um 23:07 Uhr)
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Gast1021
Hi,
also wenn möglich, schneidet man bei einem holzzersetzenden Pilz so tief, bis man wieder ins gesunde Holz kommt. Je nach Fortschritt des Befalls kann es durchaus notwendig sein, auch bis zu der Etage mit Deinen Füssen zu gehen. Bleibt nämlich Myzel im Holz zurück, war die ganze Aktion nämlich unnötig und der Pilz wächst fröhlich weiter.
Allerdings deutet der verstärkte Harzausfluss auch noch auf eine durch die Schnittflächen eingetretene Kombination Bakterien-/Pilz-Erkrankung namens "Gummifluss" hin. (Google mal nach weiteren Details mit diesem Begriff.) Dagegen gibt es meines Wissens nach kein richtiges Heilmittel - solche Bäume sind in den nächsten paar Jahren Kandidaten zum Fällen. (Ergo könntest Du Dir den Rückschnitt im Kronenbereich wegen dem Pilz eigentlich sparen.)
Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck von diesen Fotos (leider).
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andrea04
Danke für die schnelle Einschätzung.
Ich hatte schon befürchtet, dass hier (leider) einiges nicht stimmt.
Bei dem derzeitigen nassen Wetter mache ich erst einmal nichts.
Aber ich glaube, dass ich dann die beiden obersten Äste mit Stammverlängerung rausnehme.
Wie reinige ich am besten die Schnittwerkzeuge (Säge, Hippe, Schere), um nicht noch mehr oder gar meine Jungbäume zu infizieren?
Mit dem Gummifluss google ich auch noch weiter.
Wenn ich Pech habe kann ich mich dann wohl schon mal nach einer Ersatzpflanzung umsehen...
Es wäre gut, wenn wir den Baum so lange wie möglich noch erhalten können. Die Kirschen sind wirklich lecker.
Und zum Klettern ist der Baum für die Kinder unbezahlbar.
Ich habe auch noch einen Kollegen (Vorstand im Gartenbauverein) angesprochen. Mal schaun, was er mir noch für Tipps geben kann
Grüße
Andrea
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andrea04
Nachdem es diese Woche recht trocken bleiben soll, werde ich wohl morgen oder übemorgen zur Säge greifen und den Stamm einkürzen. Mal sehen, wie tief der Pilz den Stamm schon schwammig gemacht hat.
Spricht aus euere Erfahrugn etwas dagegen jetzt im Juli zu schneiden (Baum ist seit 3 Wochen abgeentet)?
Mein Kollege hat mir geraten die Schnittwunde erst mal etwas trocknen zu lassen, bevor ich mit einem Baumharz herangehe und die Stelle ggf. mit einem "Deckelchen" (z.B. vom Gurkenglas) vor Regen zu schützen.
Die Schneidwerkzeuge sollte ich mit Spiritus (idealerweise 98%ig) zu reinigen.
Wie handhabt ihr das?
Mit dem Gummifluss mach ich erst mal nichts.
Grüße
Andrea
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Gast1021
Hi,
medizinischer Alkohol ist auch recht gut zum Desinfiszieren geeignet.
Bezüglich Schnittstelle würde ich persönlich von einer Versiegelung mit Baumharz oder einer Abdeckung absehen. So steril kannst Du kaum arbeiten, dass nicht Pilzsporen oder andere Bakterien auf die Schnittfläche kommen könnten. Und die können dann vom Harz oder einem Gurkenglas geschützt erst recht ans Werk gehen. Lieber die Schnittfläche so schräg ansetzen, dass Regenwasser sofort abrinnen kann. Kann die Schnittfläche dann in der Sonne gut austrocknen ist das Klima für Krankheitserreger gleich viel ungünstiger.
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Krokus
Ich vermute, dass der starke Rückschnitt vor vier falsch ausgeführt wurde.
So wie es Bild 4 zeigt, wurden Stummel stehen gelassen. Bei Kirschen ist dies sehr fatal, da sie aus diesen dann stark neu austreiben (starker Schnitt = starker Neuaustrieb) und die Stummel nur schwer verheilen und eben Angriffsfläche für Pilze und Bakterien sind.
Wenn man bei Kirschen unbedingt dickere Äste entfernen muss, dann bis zu einem flacher wachsenden Ast, damit dieser die Energie aufnehmen kann und sich diese nicht am Stummel staut. Dann kann auch die Schnittwunde besser verheilen. Bitte berücksichtige das bei dem Schnitt morgen oder übermorgen.
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andrea04
Vielen Dank für die Rückmeldung und Tipps.
Ich schneide zunächst auf die zwei flachen Äste herunter, Schnittfläche leicht schräg.
Falls das Holz i.O. ist, versäubere ich die Ränder mit der Hippe und lass es soweit gut sein.
An der Stelle sind keine Äste darüber, also sollte es gut abtrocknen.
Falls das Holz noch angegriffen ist, sollte ich dann auf jeden Fall auf die nächste Verzeigung (vier Äste an meinen Füßen in Bild 3) heruntergehen, oder könntet ihr euch auch vorstellen noch etwas Stamm stehen zu lassen und mit einem geeigneten Schnitt oben drüber eine schlafende Knospe am Stamm anzuregen (als künftige Stammverlängerung)? Das wäre dann aber auch wieder ein Ast-/Stammstummel.
Nach deiner Aussage, Krokus, dann eher nicht, oder?
Tatsache ist, mit der Entfernung der kranken Bereiche wird die Krone innen seeehr luftig...
Was mache ich eigentlich, wenn der Baum an der Stelle dann stark anfängt zu bluten (harzen)?
Das ist mir bei einem störenden Fruchast im untern Bereich (direkt am Stamm) passiert. Ich hatte dann nach ca. 2 Wochen dünn Baumwachs aufgetragen und danach war Ruhe und sieht auch jetzt noch gut aus.
Grüße
Andrea
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andrea04
Die oberen drei Äste habe ich gerade abgenommen. Schnitt verläuft über dem letzten waagrechten Ast.
Jetzt gibt es noch dunkle Flecken, die mir nach Pilz aussehen.
Ich gehe dann wohl noch weiter nach unten.
Wie sieht es jetzt aus, kann ich (falls der Pilz nicht bis zur nächsten Ebene geht) eurer Meinung nach noch einen Stammstummel ohne Äste lassen?
Ich würde dann ein schlafendes Auge am Stamm mittels Einschnitt anregen.
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andrea04
nach weiteren 10 cm sind die seltsamen dunklen Flecken weg.
Im Moment steht ein Stammstummel.
Ich habe allerdings noch eine andere Auffälligkeit gefunden:
Mindestens 2 dickere Äste sind an der Oberseite abgeflacht. Da einer davon ohnehin zuviel war, habe ich ihn abgeschnitten:
Was stimmt denn hier nicht???
Prinzipiell trieb dieser bzw. treibt der andere Ast gut aus, aber 1/4 dunkel und die Rinde gelöst..das sieht auch nicht gesund aus.
Grüße
Andrea
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Gast1021
Was genau nicht stimmt, kann ich nicht sagen - so gut kenne ich mich mit holzzersetzenden Pilzen auch nicht aus.
Aber ich gebe Dir recht, normal und gesund sieht das nicht aus.
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andrea04
Nach etwas Recherche könnte es vielleicht Bakterienbrand sein.
Das Holz ist obwohl verfärbt noch normal hart, die Rinde ist drüber abgestorben, aber die Wunde wird von beiden Seiten überwallt. Bei dem noch am Baum verbliebenen Ast ist die Stelle deutlich kleiner. Hier habe ich erst einmal die Wunde freigelegt. In der Einbuchtung war ein weißer, feuchter Belag.
Falls ihr noch einen Tipp habt, was ich tun könnte...ich bin für Ratschläge offen.
Ich schaue auch mal mit den kranken Astabschnitten, ob mir unsere (Obst-)Baumschule weiterhelfen kann.
Grüße
Andrea
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Krokus
Autsch, Bakterienbrand wäre sehr übel.
Hier bei uns in der Gemeinde habe ich vor drei Jahren im Frühjahr einen älteren, ca. sieben Meter hohen Baum beobachtet, dessen gesamte Blätter und Blüten kurz nach dem Austrieb kümmerten und im Austriebsstadium abstarben. Das war auf den Bakterienbrand zurückzuführen. Der Baum wurde gerodet - er war tot.
Ich vermute, dass an dem Baum schon mehr befallen ist, das könnte nämlich auch der Auslöser für den Gummifluss an den gesund aussehenden Stellen an manchen Ästen sein.
Ich will allerdings auch nicht den Teufel an die Wand malen, es ist ja noch gar nichts sicher und der Verdacht noch nicht einmal bestätigt.
Ich denke es wäre gut, wenn sich jemand aus der Obst-Baumschule das anschaut, das stimmt. Vielleicht wurde bei denen schon öfter nach Rat gefragt oder es ist ein Spezialist für Baum-Krankheiten dort.
Beste Grüße
Krokus
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andrea04
Morgen schaue ich mal, ob ich jemand kompetentes bei der Baumschule finde. Im Moment ist dort ja eher nicht Saison.
Anbei noch ein Bild des anderen Astes.
Ich habe die abgestorbene Rinde entfernt. Unten drunter war es weißlich , feucht, oben harzig.
Die Stelle ist "nur" ca. 30 cm lang. Der andere Ast war auf ca. 1 Meter befallen.
Aus der Ferne sieht der Baum ja noch sehr vital aus, keine gelben Blätter, kräftige Neuaustriebe.
Aber aus der Nähe kommt zu allem bisher geschilderten noch:
- einzelne Blätter sehen nach Schrotschusskrankheit aus
- leichten Befall mit Monilia hatte ich dieses Jahr auch (einige wenige Spitzen und Früchte)
und
- die Ameisen sind derzeit auf dem Baum auch sehr aktiv
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andrea04
Nach Rücksprache mit der Obst-Baumschule habe ich auf jeden Fall Bakterienbefall. Die Flecken in den Blättern kommen vss. auch daher.
Alle Äste mit diesen eingefallenen Stellen habe ich (wenn möglich) bis ca. 30 cm in gesund Holz abgeschnitten. Die dicken Äste werden noch von uns verbrannt.
Außerdem habe ich den Baum noch etwas ausgelichtet.
Jetzt werden ich noch den Gummifluss weitestgehend entfernen, damit mir die Ameisen nicht fleißig weiter die Bakterien herumtragen.
Eine Ersatzpflanzung macht keinen Sinn, solange der Baum steht. Außerdem gibt es hier einige Kirschbäume. Einer sitzt direkt daneben und hat auf jeden Fall auch eine harzige Stelle unten am Stamm, obwohl er fast nicht geschnitten wurde.
Ich versuche jetzt den Baum solange wie vertretbar zu erhalten und soweit es geht zu kräftigen.
Grüße
Andrea
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Krokus
Flecken in den Blättern werden nicht von Bakterien, sondern von Pilzen verursacht. Bei den Kirschen sind das am Häufigsten die Schrotschuss- und Sprühfleckenkrankheit. Monilia ist auch ein Pilz.
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andrea04
Die Pseudomonas syringae (Bakterienbrand) verursacht auch Blattflecken.
Diese sind dann meist von einem gelblichen Ring umgeben. Bei meiner Kirsche sieht es danach aus.
Hier steht auch ganz gut etwas dazu beschrieben:
http://www.path.ethz.ch/education/co...rand_steinobst
Kennt sich von euch jemand mit dieser Kupferkalkbrühe aus?
Grüße
AndreaGeändert von andrea04 (20.07.2014 um 10:57 Uhr)
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Krokus
Ah, ok, ich dachte du hättest nur die Schrotschuss- und Sprühfleckenkrankheit. Das sind auf jeden Fall Pilze.
Kupfer-Spritzmittel sind im Hausgarten hier in Deutschland nicht mehr erlaubt.
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