Früher eher ein Luxusobjekt, sind sie heute bereits in jedem Baumarkt und sogar schon beim Discounter erhältlich.
Zudem galten die Orchideen in der Pflege immer als schwierig und anspruchsvoll, was sich nicht zuletzt durch die intensive Züchtung geändert hat. Bei der Züchtung wurde vermehrt auf "Wohnzimmertauglichkeit" geachtet, wodurch die Pflege von Orchideen auf der Fensterbank längst kein Problem mehr ist.
Nichtsdestotrotz müssen einige Dinge bei der Pflege beachtet werden, damit man möglichst lange Freude an seiner Orchidee hat.
Die Phalaenopsis ist eine der gängigsten Orchideengattungen die es zu erwerben gibt und DIE Anfängerorchidee schlechthin. Viele Sammler sammelten erste Erfahrungen mit dieser unkomplizierten Gattung. Sie verzeiht auch schon mal Kulturfehler und kann öfter als einmal jährlich blühen. Manche Exemplare blühen sogar ohne Unterbrechung.
Gießen
Da es sich bei den meisten zu kaufenden Orchideen um Epiphyten handelt, vertragen diese keine Staunässe. Darum ist besonders darauf zu achten, dass die Wurzeln der Orchideen genügend Luft bekommen und zwischen den Wassergaben gut abtrocknen können.Dies ist vor allem bei Phalaenopsis mit ihren dickfleischigen Wurzeln wichtig.
Hier hat es sich bewährt die Pflanzen nicht zu gießen, sondern zu tauchen.
Dabei wird die Orchidee bis zur Topfoberkante ins Wasser gestellt (wichtig ist, dass kein Wasser in den Blattachseln stehen bleibt und nur die Wurzeln im Wasser verschwinden).
Nach 15-20 Minuten wird die Orchidee wieder aus dem Wasserbad geholt, das Substrat konnte nun genug Wasser aufnehmen.
Danach sollte man den Topf gut abtropfen lassen und erst nachdem kaum mehr Wasser aus dem Topf läuft zurück in den Übertopf stellen.
Die Orchidee wird erst wieder getaucht wenn das Substrat gut abgetrocknet ist, dies kann 1-2 Wochen dauern je nachdem wie warm es im Haus ist, oder ob trockene Heizungsluft ein schnelleres Abtrocknen der Wurzeln bewirkt.
Umtopfen
Orchideen sollten ca. alle 2 Jahr umgetopft werden.Dann hat sich meist das Substrat verbraucht und ist mitunter stark zerfallen, oder die Orchidee benötigt aufgrund der größeren Wurzelmasse einen neuen Topf.
Der optimale Zeitpunkt zum Umtopfen ist in der Wachstumsphase - diese wird durch frische (hellgrüne-manchmal etwas rötliche) Wurzelspitzen und ein neues Blatt angezeigt.
Natürlich kann bei Bedarf jederzeit umgetopft werden, gerade bei Phalaenopsis ist dies auch während der Blüte kein Problem. Es sei denn die Pflanze ist aus einem anderen Grund stark geschwächt, in diesem Fall sollte man die Blüte nach dem Umtopfen entfernen damit die Orchidee ihre Kraft in die Wurzelbildung stecken kann.
Getopft werden Phalaenopsis am besten in reine Pinienrinde. Bei den handelsüblichen Orchideensubstraten sollte darauf geachtet werden, das KEIN Torf enthalten ist. Dieser speichert die Feuchtigkeit zu lange was eine Wurzelfäule begünstigt.
Außerdem empfiehlt sich die Verwendung von transparenten Töpfen, da Phalaenopsis mit ihren Wurzeln auch Photosynthese betreiben und man so auch die Möglichkeit hat die Wurzelgesundheit und die Feuchtigkeit im Topf besser einzuschätzen.
Der neue Topf sollte maximal 2 Topfgrößen größer als der alte Topf sein (es sei denn die Orchidee hat so viele Wurzeln gebildet das diese einen noch größeren Topf erfordern)
Vorgehensweise beim Umtopfen:
- Orchidee austopfen und altes Substrat gut entfernen (vor allem etwaige Mooskerne sollten gut entfernt werden)
- Abgestorbene und verfaulte Wurzeln entfernen
- Die Wurzeln für 15-20 Minuten in lauwarmes (nicht heißes) Wasser einweichen - so werden die Wurzeln geschmeidig und brechen beim Eintopfen nicht so leicht
- Etwas frisches Substrat in den neuen Topf geben und die Orchidee mit einer leicht drehenden Bewegung in den Topf einpassen (die Wurzeln verteilen sich so besser im Topf und brechen nicht so leicht)
- Topf nun mit restlichen Substrat auffüllen, zwischendurch immer gut aufklopfen damit die Lufträume nicht zu groß sind
- Nun gegebenenfalls die Orchidee noch stabilisieren damit sie in Ruhe einwurzeln kann
- Erst 2-3 Tage nach dem Umtopfen wieder tauchen (wenn notwendig), damit sich kleinere Verletzungen an den Wurzeln schließen können (Eintrittspforte für Krankheiten)
Kleine Fotostrecke zum Umtopfen:
Dieser Phalaenopsis wurde der alten Topf bereits zu klein (Topfgröße 10)
ein neuer Topf musste her (Topfgröße 12) und frische Pinienrinde (hier mittlere Körnung)
Die Orchidee wird gut mittig im Topf platziert (nicht zu hoch oder zu tief setzen) und die Hohlräume mit Pinienrinde aufgefüllt.
Sitzt die Orchidee fest im neuen Topf kann sie wieder an ihren alten Platz zurückgestellt werden.
Düngen
Für eine regelmäßige und kräftige Blüte und gesunde Pflanzen sollten Orchideen regelmäßig gedüngt werden. Im Sommer in der Regel alle 2-3 Wochen, in den Wintermonaten alle 4-6 Wochen.Gedüngt wird mit einem handelsüblichen Orchideendünger mit der angegebenen Konzentration. Dieser ist niedriger konzentriert als andere Blumendünger, da Orchideen stark salzempfindlich sind.
Nach dem Umtopfen sollte erst 1-2 Monate später zum ersten mal gedüngt werden.
Vor und Nach der Blüte
Die Blühdauer von Orchideen ist sehr unterschiedlich und hängt mitunter stark von Züchtung, Jahreszeit und Standort ab.Unter den Zimmerorchideen blühen die Phalaenopsis am längsten. Hier gibt es Züchtungen/Exemplare die das ganze Jahr über durchblühen können, während andere wiederum eine Ruhepause zwischen den Blühphasen einlegen.
Die neuen Blütentriebe bei Phalaenopsis erscheinen in den Blattachseln und sind durch ihre spitze oder gezackte Form von jungen Wurzeln (abgerundet, erscheinen auch seitlich an der Pflanze) gut zu unterscheiden.
Da sie gerade im jungen Stadium leicht brechen, sollte man sich mit dem Aufbinden der Blütenrispen etwas Zeit lassen. Erst wenn die jungen Triebe ca. 5cm lang sind kann man versuchen diese (wenn gewünscht) vorsichtig mit Splittstäben aufzubinden.
Nach der Blüte sollten grüne Blütentriebe an der Orchidee belassen werden (bei Phalaenopsis), da diese aus Seitenknospen nochmals austreiben können. In diesem Fall schneidet man den Blütentrieb 1-2cm über einem Triebblatt ab. Mitunter treibt die Orchidee an dieser Stelle erneut aus und man kommt schneller zu neuen Blüten. Erst wenn der Trieb vertrocknet ist kann er ganz entfernt werden.



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