
Momentan ist in deutschen Blumengärten nicht viel los. Der Boden ist hart und gefroren und die Neuanlage der Beete scheint bei Minusgraden und Schnee in weite Ferne gerückt. Jetzt ist aber genau die richtige Zeit, um Ideen in anderen Regionen zu sammeln und die Blütenpracht dort zu genießen. Zahlreiche europäische Länder, insbesondere im Mittelmeerraum, profitieren jetzt (Februar/ März) von einem wunderbaren Klima, da sehr moderate Temperaturen von 15 bis 20 Grad tagsüber herrschen. Auch wenn es nachts wieder kalt sehr werden kann, tragen Gebirgs- und Meeresklima dazu bei, dass im unserem Winter in Südeuropa die Blumen teilweise in voller Pracht stehen. Gerade die Inseln Südeuropas halten das eine oder andere spannende Reiseziel bereit, an dem man sich in der freien Natur oder in botanischen Parks und Anlagen Ideen für den eigenen Garten holen kann.
Die Blumeninsel Madeira
Madeira ist als die „Blumeninsel“ bekannt und macht diesem Namen alle Ehre. Das milde Golfstrom-Klima sorgt dafür, dass die Blumen das ganze Jahr über gedeihen. Bereits im Januar trägt der Korallenbaum seine wundervollen, roten Blüten. Der auch hierzulande beliebte Rhododendron wächst auf Madeira baumhoch und entwickelt seine Blüten in verschiedenen Farben im Februar. Auch im März ist die

Insel ein tolles Reiseziel: Zypressen, Akazien und Oleanderbüsche tauchen die Umgebung in bunte Farbtupfer. Wer sich die Mühe macht und in den Osten Madeiras fährt, kann in den Bergen außergewöhnliche und sehr seltene Blumenarten bestaunen. Die durchschnittliche Temperatur im Februar beträgt 13 bis 19 Grad, dabei kann es am Meer bereits sehr warm werden, während es im Gebirge eher kalt und feucht ist. Deshalb sollte man auch mit Regen, Schneefall und starkem Wind im Gebirge rechnen.
Bekannt auf Madeira ist der
Lorbeerwald Laurisilva, der auch als UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurde.

Zu den typischen Baumarten im Laurisilva zählen der Azoren- oder Kanaren-Lorbeer (Laurus azorica) und die Kanaren-Stechpalme (Ilex canariensis). Immer häufiger sieht man auch Eukalyptus, der eigentlich nicht hier ursprünglich ansässig ist. Die Baumheide (Erica arborea) bewächst mehr die Übergangszone von Lorbeerwald zum Hochgebirge und bildet in Abwechslung mit der Besenheide (Erica scoparia) den Heidewald.
Zwei Feste, die mit Pflanzen zu tun haben, gibt es im Februar und März. 
Im Februar lädt das Dorf Faial, Santana zum
Cherimoya Fruchtfestival (Festa da Anona) ein, das dieses Jahr am 23. und 24. Februar 2013 stattfindet. Seit 1990 widmet sich das Dorf mit dieser Veranstaltung der Cherimoya-Frucht (Anona), die dort viel angepflanzt wird, um diese bekannter zu machen. Die Cherimoya-Frucht ist mit 20 mal 10 cm relativ groß und konisch oval geformt. Sie wiegt um die 500 g, hat eine grüne Schale und weißes, saftiges Fruchtfleisch, das leicht säuerlichen schmeckt und mit vielen braunschwarzen 1 cm großen Samen durchsetzt ist. Eine Ausstellung, Probierstände mit der Cherimoya-Frucht, die roh als Obst verzehrt oder als Saft oder Eis angeboten wird sowie Musik runden das Fest ab.
Wie jedes Jahr feiert Madeira im März die
Wald- und Baumwoche, die 2013 vom 19. bis zum 23. März im Naturpark von Funchal (Parque Ecológico do Funchal) stattfindet. Neben Naturausstellungen und Workshops kann man geführte Spaziergänge in die Wälder unternehmen, um diese besser kennen zu lernen. Mehr Informationen hierzu gibt das Centro de Educação Ambiental; Rua da Mouraria, 31, 9000-047 Funchal; Telefon: 291 233 922 Fax: 291 233 854; Email:
educacao@cm-funchal.pt
Außerdem läuft noch bis 11. März das
Festival der Gärten in Funchal. Die Idee dieses Festes ist, die öffentlichen Gartenanlagen Jardim Almirante Reis und in der Bucht von Funchal auszubauen und zu verschönern. Dafür bekommen Gruppen, Hobbygärtner oder sonstige Kreative kostenlos ein Stück Land zugeteilt, um es mit Madeiras subtropischer Flora zu Bepflanzen. Im Rahmen dieses Festes gibt es natürlich viele weitere Events, um Besucher in die Gartenanlagen zu locken.
Der
botanische Garten von Funchal, der hoch über der Stadt liegt ist für jeden Gartenfreund sehenswert, da er fast jede auf der Insel vorkommende Pflanzenart zeigt. Die Pflanzenvielfalt ist in der Geschichte der Insel begründet. Madeira lag früher für viele Seefahrernationen auf dem Weg zu ihren Kolonien. Gerade die Engländer brachten auch von ihren Rückreisen viele Samen und Setzlinge neuer Pflanzensorten mit, die man heute im Botanischen Garten sieht und die sich teilweise auch wild auf der Insel angesiedelt und aufgrund des Klimas vermehrt haben.
Zugezogen aus Südafrika sind beispielsweise Strelitzie, Aloe oder die Schmucklilie (Agapanthus). Die Strelitzie kann man hier als Samen erhalten und auch mit sehr viel Geduld zuhause pflanzen: Es kann bis zu 7 Jahre dauern, bis sie das erste mal blüht! Ihren Namen verdankt die Blume übrigens der englischen Königin Charlotte, die eine geborene Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz war.
Ansonsten sieht man hier noch Kamelie, Hortensie, Liguster und Orchideen, die zumeist aus Japan kamen. Über Orchideen sollte man sich im Jardim Orquídea informieren, dort werden hunderte verschiedener Arten vorgestellt.

Alteingesessene Pflanzen sind neben Strohblume und Wolldisteln der blau blühende strauchförmige
Natternkopf (Echium), der auch
"Madeiras Stolz" genannt wird und oft als Nationalblume Madeiras bezeichnet wird. Ihr Name bezieht sich auf die ihr zugeschriebene Wirkung gegen Schlangenbisse. Man findet den Natternkopf gerne im Hochland und die blauen kolbenähnlichen Blüten machen sich besonders gut vor gelben oder weißen Ginsterbüschen. Auch für "Madeiras Stolz" sollte eine Anzucht über Samen in unseren Breiten funktionieren.
Mallorca – Paradies der Mandelblüte

Mallorca ist gegen Ende Februar überall mit einem rosa Schimmer bedeckt. Verantwortlich sind hierfür die Millionen Mandelbäume, unter denen Schafe eingezäunt von typischen mallorquinischen Steinmäuerchen grasen und ein wunderschönes Bild abgeben. Die Mandelblüte startet zunächst an der Ostküste und breitet sich von dort immer weiter nach Westen aus. Ende März folgen die rosa und weißen Blüten der Aprikosenbäume. Löwenzahn, Margeriten und Zistrosen runden das farbenfrohe Bild im März ab. Mit 6 bis 14 Grad ist es hier im Februar zwar noch etwas kühler, aber durchaus noch in einem Wohlfühl-Bereich.
Teneriffa, die Insel des ewigen Frühlings

Die „Insel des ewigen Frühlings“ ist momentan in ein wahres Blütenmeer gehüllt. Bei 14 bis 21 Grad blühen nicht nur die traumhaften gelben Blüten des Drachenbaums, sondern auch die Mango- und Bananenplantagen stehen im vollen Saft. Noch bis in dem März hinein kann man hier die wundervolle Blütenpracht genießen.


Teneriffa hat aufgrund des Vulkans Teide, an dem auch im Hochsommer gerne mal die Wolken hängen bleiben, ein sehr ähnliches Klima wie Madeira. Hier findet man im gebirgigen Teil viel Kiefernbestand und im Norden ausgedehnte Lorbeer- und Heidewälder. Dazwischen haben sich immer wieder Eukalyptusinseln angesiedelt.
Der Wald hat auch hier eine wichtige wassergewinnende und speichernde Funktion, da an den Blättern und Nadeln der Bäume die Feuchtigkeit des Nebels oder der Wolken hängen bleibt, abtropft und so auch darunter liegende Pflanzen wie Moose und Farne mit Wasser versorgen.

Für eine wasserarme Gegend wie Teneriffa gibt es keinen besseren Wassersammler als den Kiefer- und Lorbeerwald. Wasser, das nicht von den Waldpflanzen benötigt wird versickert ins Grundwasser und versorgt tiefer im Tal wachsende Pflanzenarten.
Auch auf Teneriffa gibt es einen sehr sehenswerten botanischen Garten, den
Jardín Botánico de la Orotava in Puerto de la Cruz beim alten Hafen. Wer davon einen Eindruck erhalten will schaut sich mal Federmohns Bericht dazu an:
Jardín Botánico de la Orotava Und noch mehr Bilder zu Teneriffas unglaublich beeindruckender Pflanzenwelt genießen, kann man hier im Forum:
Botanisch über den Tellerrand geguckt: Teneriffa
Zypern: Winter und Frühling zugleich
Während in Zypern in den Bergen noch Schnee liegt, ist in anderen Regionen der Insel längst der Frühling ausgebrochen. Die Mandelblüte beginnt bereits im Februar und an den Küsten prangen blühende, wilde Orchideen. Den ganzen Monat über sind die Obstgärten in das fruchtige Gelb der Orangen getaucht. Bei 8 bis 17 Grad lässt sich der Winter in Deutschland leicht vergessen.
Rosaweißer Traum auf Gran Canaria
Ähnlich wie Mallorca steht auch Gran Canaria aktuell ganz im Zeichen der Mandelblüte. Doch legt sich hier der rosaweiße Schleier bereits seit Mitte Januar auf die Städte und Landschaften und hinterlässt überall Frühlingsgefühle. Aktuell feiern die Einwohner von Gran Canaria das einmalige Fest der Mandelblüte in Tedeja. Bei dieser Gelegenheit genießen sie alles Gute aus der Mandel – von Mandelwein bis hin zu Marzipan.
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