Denken Sie nur an die zahlreichen Varianten, die existieren. An den Latte, den Espresso, Americano, Flat White, Doppio, Café au lait – wie auch immer. Je nachdem, wo Sie sich auf der Welt aufhalten, wird der Kaffee ohnehin anders verstanden, interpretiert, hergestellt, getrunken. Sie wissen, dass Kaffee oftmals als Wachmacher bezeichnet wird. Auch wissen Sie, dass es gewisse positive Effekte auf die Gesundheit gibt, sofern Sie es mit dem Konsum nicht übertreiben.
Allerdings müssen Sie bei den Vorzügen des Kaffeegetränks gar nicht erst an Menschen, an das Getränk als solches denken. Selbst die „Nebenprodukte“ des Kaffees, die wir manchmal nur als Abfall interpretieren, lassen sich für einen sehr nützlichen Zweck nutzen. Kaffeesatz als Düngermittel – haben Sie Ihren Kaffee bzw. das, was davon übrigbleibt, schon einmal auf diese Art und Weise interpretiert? Wenn ja, dann weiter so. Wenn nein, dann dürfen Sie gern aufpassen!
Unter anderem hat sich „Plantura“ mit der Thematik auseinandergesetzt und geklärt, weshalb sich Kaffeesatz als Düngermittel eignet. Sie haben nämlich die Möglichkeit, Ihren Boden zu befruchten, produktiver zu machen, dessen Potenzial für Blüte zu erhöhen, wie unter anderem auch der NDR schrieb. Was ist also dran am Düngemittel-Wunder Kaffeesatz?
Ein Vorteil in puncto Energiebilanz, Ökonomie und Nachhaltigkeit stellt die Tatsache dar, dass der Kaffeesatz von Natur aus da sein wird, wenn Sie passionierter Kaffeetrinker sind. Sie müssen nichts extra kaufen, Sie „müssen“ nur Kaffee trinken. Das spart Ihnen schon einmal eine Menge Zeit, die Sie sonst dafür aufwenden müssten, um Düngemittel einzukaufen. Sie beziehen mit dem Kaffeesatz außerdem die gesamte Tierwelt mit ein. Regenwürmer werden Sie mit dem entstandenen Abfallprodukt des Kaffees nämlich anlocken. Bekanntlich werden Regenwürmer Ihren Boden auflockern und eine gewisse Struktur schaffen, die Wachstum und Produktivität für Ihre Pflanzen erlauben wird. Nicht zuletzt deshalb, weil Regenwürmer organische Materialien im Boden zersetzen.
Schädlinge und Ungeziefer im Garten? Kaffee her!
Gleichzeitig halten Sie mit Ihrem Kaffeesatz-Dünger aber auch jene Tiere fern, die Sie für all dies ohnehin nicht brauchen können. Das trifft auf Schädlinge wie Schnecken oder Ameisen zu. Denn ganz im Gegensatz zu Ihnen können diese mit dem Geruch und Aroma von Kaffee gar nichts anfangen. Sie werden die entsprechenden Bereiche meiden und einen großen Bogen um die „Koffein-Areale“ machen. Auf diese Art und Weise schlagen Sie gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klatsche, denn Regenwürmer können Ihnen für die Erde nur recht sein, Schnecken und Co. natürlich nicht.
Wenn man es also auf einen Punkt bringt, dann sind die Vorzüge des Düngemittels namens Kaffeesatz schnell aufgezählt und vor allem klar. Wenn Sie Kaffee trinken, fällt der „Dünger“ auf eine sehr natürliche Art und Weise an, ohne dass Sie zusätzlich etwas dafür zahlen müssten. Wenn Sie die Kosten für Ihren Kaffee also abziehen, ohnehin ist Kaffee doch unbezahlbar für uns, dann handelt es sich um eine kostenlose Variante. Durch den Kaffeesatz erschaffen Sie in Ihrer Blumenerde ein Mittel mit leicht saurem pH-Wert, das Regenwürmer anziehen wird. Andererseits erreichen Sie genau das Gegenteil für Schädlinge wie Schnecken und Ameisen.
Wenn Sie chemische Argumente haben wollen, dann aufgepasst: Kaffeedünger enthält vergleichsweise viel Stickstoff. Der Eiweißanteil einer rohen Kaffeebohne beträgt in Verbindung mit Stickstoff, Schwefel oder Phosphor stolze elf Prozent. Zwar wird das pflanzliche Eiweiß zersetzt; in den entstehenden Abbauprodukten bleibt es aber dennoch erhalten. Der leicht saure pH-Wert kommt durch die sogenannten Huminsäuren zustande, die beim Rösten entstehen.
Welche Pflanzen profitieren besonders vom Düngemittel Kaffee?
Solche Pflanzen, die einen sauren und humosen Boden lieben. Rhododendren und Hortensien sind hier als Beispiel zu nennen. Wenn Sie Zimmerpflanzen versorgen wollen, können Sie übrigens zu verdünntem, kalten Kaffee greifen. Bezogen auf Zimmerpflanzen sollten Sie jedoch sparsam dosieren. Das bedeutet, dass Sie besser nicht mehr als eine halbe Tasse von verdünntem Kaffee pro Pflanze und pro Woche verwenden, denn ansonsten besteht die Gefahr einer Übersäuerung.
Wenn Sie normalen starken Kaffee eins zu eins mit Wasser verdünnen, können Sie im Übrigen auch effizient etwas gegen lästige Trauermücken tun. Die Larven der besagten Mücken leben im Topfballen, doch das enthaltene Koffein ist für die Larven giftig. Auch zur Bekämpfung von Blattläusen eignet sich die Kaffeelösung hervorragend.
Fazit
Wie Sie also bemerken, fungiert Kaffee auch in dieser Hinsicht perfekt als Allrounder. Nicht nur für Ihre Stimmung, für Ihr Wohl können Sie durch eine Tasse Kaffee sorgen. Sie müssen noch nicht einmal dazu übergehen und die entstandenen Abfallprodukte sofort entsorgen. Gehen Sie lieber dazu über, Ihre Pflanzenwelt damit zu versorgen und Ihren eigenen kleinen Bio-Haushalt auch dadurch anzukurbeln, dass unerwünschte Gäste Koffein und Verwandte glücklicherweise nicht so sehr lieben, wie wir es tun. Letzten Endes sollten wir das doch bestmöglich ausnutzen, oder?



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