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  1. Saatgut selber "machen" # 1
    fairysale

    Saatgut selber "machen"

    Am Anfang war das Samenkorn.

    Doch das wird heutzutage oft vergessen.

    Man kauft die Samen im Supermarkt und hat das Gefühl sein Gemüse nun endlich selbst "hergestellt" zu haben.

    Doch da man meist nicht genau weiß, wo dieser Samen nun herkommt, ist es ambitionierten (hobby)Gemüsebauern früher oder später ein Bedürfnis, das Saatgut ebenfalls selbst zu gewinnen.

    Was unsere Großväter und -mütter noch am Gartenzaun praktizierten, den Austausch von Saatgut und Ablegern, wird heutzutage schwierig, da es immer weniger Gemüsegärten gibt. Das Wissen um Saatgutgewinnung wird auch immer seltener.

    Ich selbst habe letztes Jahr ein Buch zum Thema erstanden, und kann es nur empfehlen:
    Handbuch Samengärtnerei, Andrea Heistinger/Arche Noah/ Pro Specie Rara

    Es wird von verschiedenen Vereinigungen als Standartwerk empfohlen und auch ich als totaler Anfänger kam gut damit klar.

    Man muss sich von Anfang an bewusst werden, dass für Gartenanfänger die effiziente Saatgutgwinnung nicht "nebenbei" zu praktizieren ist. Aber es stellt eine interessante Alternative zum konventionellen Samenkauf dar. Außerdem hat jeder Hobbygärtner damit die Möglichkeit auf Eigenschaften und Qualität seiner Früchte selbst Einfluss zu nehmen. Eine Aufgabe, die ganz neue Aspekte des eigenen Gartens ins Blickfeld rückt. Jeder wird ein Hobbyzüchter... in gewisser Hinsicht.

    Falls es Fragen zu bestimmten Gemüse- und Obstsorten gibt, können alle die das Buch besitzen, dort ja nachschlagen ODER aus dem eigenen Erfahrungsschatz plaudern

  2.   Alt 
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  3. Saatgut selber "machen" # 2
    fairysale
    Mein Anfängerfehler war es, "leichte" Samenausbeute aufzubewahren. Im ersten Gartenjahr schoß mir ein Salat ("Mona") schneller als ich ernten konnte. Zunächst fasziniert von den (Korb)Blüten habe ich diese stolz gesammelt.

    Durch oben angesprochenes Buch wurde mir dann klar, dass es nicht die leicht zu erbeutenden Samen sind die gute Pflanzen hervorbringen:

    Schießender Salat gibt diese Eigenschaft an seine Nachkommen weiter.


    Darum ist die oberste Regel der Saatgutgewinnung:

    Nur von den besten Pflanzen mit erwünschten Eigenschaften Samen nehmen.

    Also vom größten Salat der spät schießt, auch wenn man ihn lieber essen würde.
    Nur so kann man die Pflanze verbessern und für gute künftige Erträge sorgen.

    Man nennt das auch "Auslese".

  4. Saatgut selber "machen" # 3
    BuddelNora
    Und man sollte sich bei gekauftem Saatgut merken, ob es F1 ist oder nicht.
    Wir hatten letztes Jahr nicht alle Erbsen rechtzeitig ernten können, und als sie dann trocken und hart waren, wussten wir nicht mehr, ob es sich lohnt, sie für dieses Jahr aufzuheben oder nicht

  5. Saatgut selber "machen" # 4
    fairysale
    Zitat Zitat von BuddelNora Beitrag anzeigen
    Und man sollte sich bei gekauftem Saatgut merken, ob es F1 ist oder nicht.
    Wir hatten letztes Jahr nicht alle Erbsen rechtzeitig ernten können, und als sie dann trocken und hart waren, wussten wir nicht mehr, ob es sich lohnt, sie für dieses Jahr aufzuheben oder nicht
    Ja, F1 besteht aus genetischen Informationen, die sich bei den Kindern aufspalten (sollen). Ich arbeite daran es zu verstehen, aber auf jeden Fall sollte man die Finger davon lassen.

    Ich würde die Erbsen in Töpfen aussäen und schauen was passiert.... aber ich kann auch nie was wegwerfen Um den Salatsamen zu entsorgen habe ich 2 Jahre gebraucht

  6. Saatgut selber "machen" # 5
    federmohn
    Zitat Zitat von fairysale Beitrag anzeigen
    Ja, F1 besteht aus genetischen Informationen, die sich bei den Kindern aufspalten (sollen). Ich arbeite daran es zu verstehen, aber auf jeden Fall sollte man die Finger davon lassen.
    ...
    Vielleicht hilft Dir ja die kleine Zusammenfassung:
    http://www.gartenforum.de/content/38...an-Hrn.-Mendel

    "Die Finger davon lassen" braucht man nicht unbedingt in allen Fällen. Schließlich produziert man ja auch selber jede Menge F1-Pflanzen im eigenen Garten sobald sich zwei gemischt-erbige Exemplare derselben Art sich durch Wind oder Bienchen gegenseitig befruchtet haben.

  7. Saatgut selber "machen" # 6
    WAYKOW
    Das Thema ist hochinteressant daher gibt es auch schon einige Threads zu dem Thema.

    Viele von uns haben dies auch schon selbst praktiziert z.B. mit Salatsamen oder Schnittlauch.
    Ich persönlich lasse den Ackersalat sich selbst versamen.
    Tomaten und Gurken die ich nicht rechtzeitig Essen konnte landen auch mal auf dem Kompost wo im nächsten Jahr die Nachkommen spriesen.

    Rosenzüchter und andere Blütenzüchter kreieren auf diese Weise auch immer neue Arten und tauschen deren Saatgut mit anderen.

    Aber um generell auf das Samenpäckchen aus dem Handel zu verzichten sehe ich einige Probleme.

    2-Jährige Pflanzen
    Karotten, Kohl und diverse andere sind 2-jährig. D.h. erst im 2 JAhr wird der Samen gebildet.
    LAsse ich nun miiten im Acker eine einzelne Karotte stehen, dann habe ich größte Pobleme den Garten umzugraben und zu richten.
    Ich sehe mich jetzt schon im Zickzack durch meinen Garten graben

    Mehrjärige Pflanzen
    Eine Kiwi fruchtet frühestens im 5 Standjahr - Eine Pflanze im Fachhandel verkürzt die Zeit erheblich.
    Eine Palme kann auch mal 20 Jahre brauchen.

    Fehler in der Saatgut-Gewinnung
    Was tun, wenn man bei der Auslese einen Fehler macht?
    z.B. Salat schießt später - neigt aber zu Läusen.
    Es dauert recht lange bis man den Fehler entdeckt und bei Salat evt. noch im gleichen Jahr, bei vielen anderen aber erst im kommenden JAhr zu korrigieren.
    Die Entwickler des Saatgutes haben nicht selten viele Jahre gebraucht um das optimale Saatgut zu entwickeln.

    Verkreuzungen vermeiden
    Ich habe 8 oder 9 Erdbeersorten in meinem Garten. Diese sind nur minimal voneinander getrennt. Wie vermeide ich Genmutationen, bzw. wie sichere ich Genmutationen z.B. Kreuzung von Walderdbeere mit Kulturerdbeere.

    Samenzüchter verwenden zur Weiterzucht nicht selten Laborähnliche Bedingungen aus, um so etwas zu vermeiden.

    Saatgut Herstellung ja - aber bitte nicht zu exessiv

  8. Saatgut selber "machen" # 7
    BuddelNora
    Zitat Zitat von WAYKOW Beitrag anzeigen
    2-Jährige Pflanzen
    Karotten, Kohl und diverse andere sind 2-jährig. D.h. erst im 2 JAhr wird der Samen gebildet.
    LAsse ich nun miiten im Acker eine einzelne Karotte stehen, dann habe ich größte Pobleme den Garten umzugraben und zu richten.
    Ich sehe mich jetzt schon im Zickzack durch meinen Garten graben
    Ich habe zwar bislang noch kein Saatgut von 2jährigen genommen, aber wenn dann würde ich die Pflanzen für das zweite Jahr auf ein Extrabeet setzen.

    Fehler in der Saatgut-Gewinnung
    Was tun, wenn man bei der Auslese einen Fehler macht?
    z.B. Salat schießt später - neigt aber zu Läusen.
    Es dauert recht lange bis man den Fehler entdeckt und bei Salat evt. noch im gleichen Jahr, bei vielen anderen aber erst im kommenden JAhr zu korrigieren.
    Es geht hierbei ja nicht darum, neue Sorten zu entwickeln, sondern nur darum, die alte Sorte zu erhalten. Und gerade bei Salat ist eben das Zucht-Merkmal, das am leichtesten zurückgebildet wird, die Schossfestigkeit.

    Verkreuzungen vermeiden
    Ich habe 8 oder 9 Erdbeersorten in meinem Garten. Diese sind nur minimal voneinander getrennt. Wie vermeide ich Genmutationen, bzw. wie sichere ich Genmutationen z.B. Kreuzung von Walderdbeere mit Kulturerdbeere.
    Verkreuzung ist keine Genmutation!!
    Wenn ich Erdbeersamen gewinnen möchte, muss ich halt entweder die einzelne Pflanze so abdecken, dass sie sich nicht verkreuzen kann (und dann von Hand bestäuben weil die Insekten nicht drankommen), oder getrennt pflanzen.

    Saatgut Herstellung ja - aber bitte nicht zu exessiv
    Was ist das für eine Aussage? Keiner hat als Ziel gesetzt, komplett auf gekauftes Saatgut zu verzichten. Es geht doch in diesem Thread gerade darum, zu sehen, was möglich und machbar ist, und was sich lohnt weil es wenig aufwändig ist. Aber wer sich über die Probleme bewusst ist, kann doch gerne höheren Aufwand betreiben, auch wenn es sich wirtschaftlich gesehen nicht lohnt. Denn dann dürften viele auch gar nicht erst gärtnern.

  9. Saatgut selber "machen" # 8
    WAYKOW
    Wir werden dieses Jahr erstmals von
    - Lauch
    - Rettich rot
    - Winterheckenzwiebel
    Samen abnehmen
    Ferner natürlich wieder von Schnittlauch und anderen Einjährigen.

    Abgenommen Paprikasamen vom letzten Jahr wachsen derzeit in unserem Gewächshaus heran.

    Aber auf den Samen aus der Tüte werden wir dennoch nicht verzichten können und wollen.

  10. Saatgut selber "machen" # 9
    fairysale
    Jeder wie er will... Schreibst ja niemand was vor, gell?

    Möhren (und manche andere 2jährige) soll man laut Buch ausgraben, selektieren und einlagern, im Frühjahr neu setzen.

    Bisher sind solche Versuche bei mir an dem Lagerplatz gescheitert, mein Keller ist zu warm. Theoretisch könnte ich eine Erdmiete machen, aber da wir massiv Wühlmäuse haben wird das ein Projekt für die kommenden Jahre.

    Im Prinzip muss es aber klappen. Und ausgraben tut man Wurzelgemüse ja sowieso. Alles was unterirdisch wächst (und gegessen wird) muss zur Selektion ausgebraben werden, da man sonst nicht sieht wie es gewachsen ist.

    @Federmohn: Mit der Genetik tue ich mich schwer, und der Biounterricht war in einem anderen Leben Aber wir haben ja Dich

  11. Saatgut selber "machen" # 10
    WAYKOW
    @fairysale
    In die Erdmiete packt man eine Kunstoffbox. Zwar wird diese auch angeknabbart aber bietet doch einen geringen Schutz.
    Um die Erdmiete herum kommen dick Blätter vom Wahlnussbaum (Erdratten hassen das )

    Und wenn du auf Nummer sicher gehen willst dann grabe ein Drahtgitter 50-60cm tief in die Erde mit einem Durchmesser von 1cm oder knapp darüber. Dann hast du definitv Ruhe vor Erdratten.

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