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09.02.2010 10:19 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #21
"Unverwüstliche" Paradeiser entwickelt
Indische Forscher haben Paradeiser gezüchtet, die bis zu 45 Tage fest bleiben und somit besser zu lagern sein sollen. Dazu unterdrückten die Wissenschaftler mit Hilfe von Gentechnik zwei Enzyme, die bei der Reifung der Tomaten vermehrt auftreten.
Quelle: http://science.orf.at/stories/1637997/Den Wissenschaftlern vom Nationalen Institut für Pflanzengenomforschung in Neu Delhi zufolge sind die beiden Enzyme mit dafür verantwortlich, dass die Früchte weich werden.
Großer Ernteverlust
Schnelles Weichwerden von Obst und Gemüse führt laut den Forschern dazu, dass 35 bis 40 Prozent der indischen Ernte verloren geht. Die bereits bekannten gentechnisch möglichen Veränderungen an Tomaten seien noch nicht ausreichend, damit das Fruchtfleisch länger knackig bleibe.
Beide Enzyme kämen auch bei Obst wie Papaya, Bananen und Mangos vor, so dass die Methode gegebenenfalls übertragbar sei, schreiben Asis Datta und Kollegen.
Erste Gentomate nicht kommerziell genutzt
Die erste im Genlabor entwickelte "Anti-Matsch-Tomate" wurde Mitte der 90er Jahre bekannt und trägt den Namen Flavr-Savr. Um sie länger haltbar zu machen, war das Enzym Polygalacturonase gentechnisch beeinflusst worden, das beim Zerfall der Zellwände von Tomaten eine Rolle spielt.
Sie wird heute nach Angaben des Internet-Portals transgen.de nicht mehr kommerziell angebaut, weil sie die Erwartungen der Hersteller nicht erfüllt habe.
Normal gewachsene Pflanzen
Die Forscher aus Neu Delhi nahmen sich nun die Enzyme a-Mannosidase und ß-D-N-Acethylhexosaminidase vor und schalteten jeweils eines davon aus. Beim Ausschalten von einem Enzym blieben die Tomaten jeweils 30 Tage länger fest als andere, bei beiden gleichzeitig waren es weitere 15 Tage. Die Tomatenpflanzen aus dem Genlabor seien normal gewachsen und hätten genauso viele reife Früchte getragen wie unveränderte Pflanzen.
Gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen in der Europäischen Union und den USA zugelassen werden, bevor sie im Laden verkauft werden dürfen. Derzeit sind in der EU nach Angaben von transgen.de keine derartig gezüchteten Tomaten auf dem Markt. Dies gelte auch für aus Tomaten hergestellte Produkte wie Tomatenmark.
Transgen.de ist ein Internet-Portal, das 1997 mit Hilfe von öffentlichen Geldern ins Leben gerufen wurde. Derzeit erhält es nach eigenen Angaben keine öffentlichen Zuschüsse mehr, sondern finanziert sich über Spenden und Zuwendungen unter anderem aus der Industrie.
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10.02.2010 09:48 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #22
Pflanze nutzt Hefe-Ofen zum Heizen
Die frostharte Pflanze Stinkender Nieswurz kann mit Hilfe von Hefe heizen. Die Hefe verarbeitet laut spanischen Biologen Zucker aus dem Nektar, wodurch Wärme entstehe.
Weitere Artikel zum Thema:Durch die Wärme würden womöglich mehr Hummeln angelockt. Sie wirke sich somit positiv auf die Bestäubung, das Wachstum des Nieswurzes und die Samenbildung aus. Je mehr Hefe im Nektar enthalten sei, desto größer sei der Temperaturunterschied im Vergleich zur Außentemperatur. Im Maximum war es im Nektargefäß sogar sechs Grad Celsius wärmer als außerhalb davon.
Temperatur steigt durch Hefe
Carlos M. Herrera und Kollegen von der Biologischen Station Doñana in Sevilla nutzten für ihre Versuche Stinkenden Nieswurz (Helleborus foetidus) an zwei Orten in einer gebirgigen Region Spaniens. Das giftige und unangenehm riechende Staudengewächs wuchs dort im Unterholz von Schwarzkiefern.
Die Forscher entfernten in einem der Experimente die Hefe im Nektar der Gewächse, während sie im zweiten Versuch extra Hefe in den Pflanzennektar hineinspritzten. Dann maßen sie die Temperatur im Nektar und verglichen sie mit der Außentemperatur. Im Durchschnitt war es durch den Hefe-Ofen im Innern des Nieswurzes an einem Ort 1,1 Grad, am zweiten Ort 1,8 Grad wärmer als in der Umgebung.
Neuer Heizmechanismus
Bisher waren den Angaben zufolge zwei Mechanismen bekannt, mit dem Pflanzen Wärme erzeugen können: durch Prozesse bei der Zellatmung oder die Absorption von Sonnenlicht.
Durch die Hefe könnten Pflanzen in schattigen Wäldern einen Vorteil haben, vermuten Herrera und Kollegen. Hummeln würden wärmere Pflanzen bevorzugen und sich so zu diesen hingezogen fühlen. Allerdings verbrauche die Hefe im Nektar so viel Zucker, dass dieser weniger süß sei und die Hummel gegebenenfalls vertreibe. Die genaue Bedeutung des Hefe-Ofens müsse daher noch weiter erforscht werden.
Hummeln bevorzugen warme Blüten
Blumen locken Käfer mit "Blüten-Sauna"
Genetiker fanden Frostschutzschalter bei Pflanzen
Quelle: http://science.orf.at/stories/1638878/
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25.02.2010 07:18 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #23
Progesteron in Pflanzen nachgewiesen
Das von Menschen und Tieren bekannte und gut untersuchte Sexualhormon Progesteron konnten Wissenschaftler der Medizinischen Universität Innsbruck nun erstmals in zwei höheren Pflanzen nachweisen.
Quelle: http://science.orf.at/stories/1640306/Gleichsam als Nebenprodukt auf der Suche nach Anti-Krebs-Wirkstoffen entdeckten die Forscher das Hormon im Walnussbaum und im Adonisröschen, berichtete Bernhard Glodny von der Uni-Klinik für Radiologie gegenüber der APA.
Funktion ungeklärt
Progesteron ist auch als Gelbkörperhormon bekannt. Es spielt unter anderem für die Einnistung des befruchteten Eis in die Gebärmutter eine entscheidende Rolle. Während die physiologische Bedeutung des Progesterons im menschlichen Organismus gut untersucht ist, muss die Funktion des Hormons in den Gefäßpflanzen erst noch erforscht werden, so der Wissenschaftler.
Zufälliger Fund
Die bisherigen Erkenntnisse zeigen einmal mehr, wie grundlegend und - aus evolutionärer Sicht alt - viele Abläufe in der Zelle sind. Ob Pflanze oder Tier, es sind teilweise immer noch die gleichen Akteure am Werk. Dieses Wissen machen sich Forscher in ihren sogenannten Modellorganismen zunutze. Dabei werden vergleichsweise einfache Tiere oder Pflanzen genutzt, um komplexe Abläufe zu erforschen.
Der Fund von Progesteron in den Blättern des Walnussbaumes ist ein Nebenprodukt der Suche nach neuen Anti-Krebs-Wirkstoffen. Die Arbeiten des Forscherteams fußte dabei auf einer einfachen Beobachtung im Garten, wonach das Laub des Walnussbaumes das Wachstum des Grases und der Blumen hemmte. Sie stießen auf einen farblosen Feststoff, der sich schließlich als Progesteron herausstellte.
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25.02.2010 09:53 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #24Das ist ja interessant, habe das so in Deutschland noch nie gelesen. Da ist immer nur Alzheimer gleich Demens ohne die anderen Formen anzusprechen.Ihr zufolge helfen die Extrakte bei Alzheimer und anderen Demenzformen nicht.
Ich koennte nun einen Vortrag halten ueber "normale Vergesslichkeit" und Demens, aber keine Angst, ich tus nicht
Nur soviel: an normaler Gedaechnisschwaeche kann jeder leiden, unabhaengig vom Alter, um aber die Diagniose Demens zu bekommen, muss eine Veraenderung im Gehirn festgestellt werden.
Fazit: Ist also doch moeglich, dass Ginko bei normaler Vergesslichkeit hilft.
lg Susanne
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25.02.2010 14:16 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #25
Hallo zusammen.
Federmohn auch hier ein Dank an dich für deine interessanten Beiträge
Mit Ginko habe ich mich etwas auseinandergesetzt. Bzw. mit den Präparaten die es auf dem Markt gibt.
Ginko soll ja nur den Sauerstoff besser transportieren oder binden, deshalb denke ich das es bei leichter Vergesslichkeit helfen kann. Gute Erfolge gab es auch bei Tinitus Patienten, denn hier wird ja häufig von einer Durchblutungsstörung ausgegangen.
Aber ich denke auch bei schweren Erkrankungen kannGinko nicht mehr helfen.
Apropos Ginko. Mein kleiner Ginko ist draussen unterm Schnee begraben. Ob er diesen Winter überlebt???
Ich hoffe es sehr!
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01.03.2010 09:16 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #26
Master-Gene für Blatt und Wurzel
US-Forscher haben zwei Hauptschalter im Erbgut der Ackerschmalwand entdeckt: Sie bestimmen, wo Pflanzen Wurzeln wachsen - und an welchem Ende Stamm und Blätter entstehen.
Quelle: http://science.orf.at/stories/1640413/Zwei Pole im Embryo
Das liebste Haustier der Botaniker ist bekanntlich die Ackerschmalwand, auch Schottenkresse genannt. Sie gehört zur gleichen Familie wie die Gartenkresse, mit der schon (fast) jeder ein Keimungsexperiment durchgeführt hat: Auf einer Seite des Samens entsteht ein zarter Spross mit Keimblättern, auf der anderen wächst ein bleicher Fortsatz, der einmal als Wurzel in die Erde dringen wird.
Aber wie "weiß" die Pflanze, wo welches Organ wachsen soll? "Root or shoot?", heißt die eingängige Formel für dieses Problem im Englischen.
Das Oben-ohne-Gen
"Alle Wachstumsvorgänge werden durch Phytohormone gesteuert", erklärt Rudolf Maier, Pflanzenphysiologe von der Universität Wien. "Wenn sie zu einem Blumenmarkt gehen, sehen sie, wie einfach das geht. Dort stellt man die Pflanzen in der Regel nicht mit Stecklingen her, sondern mit kleinen Gewebestücken, die mit einer Hormonmischung behandelt werden. "
In der Natur muss der Pflanzenembryo den entsprechenden Cocktail freilich selbst herstellen, damit sich die lebenswichtigen Organe ausbilden - ein Prozess, der letztlich von Genen gesteuert wird. Bisher war bekannt, dass etwa das sogenannte Topless-Gen eine Rolle spielen muss: Manche Embryos mit einem mutierten Topless-Gen sind nämlich völlig blattfrei, dafür bilden sie oben und unten Wurzeln.
Wundersame Organverdopplung
Zachery Smith und Jeff Long vom kalifornischen Salk Institute haben nun herausgefunden, dass das Topless-Gen tatsächlich der Hauptschalter der Wurzelentwicklung der Ackerschmalwand - und vermutlich auch vieler anderen Pflanzen ist. In der Hierarchie der Erbfaktoren sind ihm zwei Gene namens Plt1 und Plt2 untergeordnet, und zwar im buchstäblichen Sinn.
Topless hemmt diese beiden Gene im Normalfall auf jener Seite des Embryos, wo einmal der Stamm und die Blätter entstehen sollen. Wird diese Unterdrückung durch eine Mutation aufgehoben, entsteht der bizarre Embryo mit Doppelwurzel.
Das Gegenstück auf der anderen Seite des Embryos haben Smith und Long nach Versuchen mit Tausenden mutierten Pflanzen ebenfalls entdeckt. Die verantwortlichen Gene gehören zur sogenannten HD-Zip-III-Gruppe. Aktiviert man sie auf der Wurzelseite, entsteht wieder eine absonderliche Organverdopplung, diesmal eben eine Ackerschmalwand mit zwei Sprossen.
Orientierungshilfen: Licht ...
Die beiden Pole der Pflanze sind zwar von vornherein durch die Gene festgelegt, die Wuchsrichtung indes orientiert sich bereits an der Umwelt: am Licht und an der Schwerkraft. Was sinnvoll ist, denn ansonsten wäre schon die kleinste Lageveränderung der Pflanze ein unlösbares Problem.
"Wenn man einen Baum schräg platziert, wächst er nach kurzer Zeit trotzdem in die richtige Richtung", sagt Rudolf Maier. "Pflanzen können mit Hilfe von Proteinen und Pigmenten, dem sogenannten Phytochromsystem, nicht nur erkennen, woher das Licht kommt. Sie wissen auch, dass sie unter bestimmten Umständen in mehr Längenwachstum investieren müssen, weil es zu schattig ist. Daher sind im Wald alle Pflanzen größer."
... und Schwerkraft
Wie die Pflanzen Schwerkraft wahrnehmen, ist nicht ganz so gut erforscht wie die Orientierung am Licht. Die Grundidee: Kleine Stärkekörner in der Zelle könnten durch Druck auf die Plasmamembran einen Wachstumsreiz auslösen, der immer zur Erdmitte oder in die Gegenrichtung zeigt. "Diese Theorie stammt aus dem Jahr 1880 und sie ist bis heute nicht widerlegt", sagt Maier. "Ob es sich dabei unbedingt um Stärkekörner handeln muss, ist offen. Im Prinzip würde das auch mit anderen Substanzen funktionieren."
Experimente auf der Raumstation MIR zeigen jedenfalls: In Schwerelosigkeit funktioniert die Orientierung von Wurzel und Spross deutlich schlechter. Vollständig ausgeschaltet ist sie jedoch auch im Weltraum nicht.
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24.03.2010 07:42 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #27
Globalisierung im Pflanzenreich
Der Klimawandel hat regional einen sehr unterschiedlichen Einfluss auf die Pflanzenvielfalt: Ausgerechnet in den Industrieländern mit hohen Treibhausgasausstoß könnte die Vielfalt eher steigen, in den ärmeren Südländern dagegen sinken.
Quelle: http://science.orf.at/stories/1642645/Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Bonn, Göttingen und Yale. Das bedeute jedoch nicht nur einen Gewinn für die westlichen Länder. Insgesamt werde die Artzusammensetzung den Modellrechnungen nach etwas einheitlicher und einzigartige Pflanzen könnten verschwinden. Somit komme es auch im Pflanzenreich zu einer Globalisierung.
Veränderte Lebensräume
Zusätzliche Arten könnten laut Studie vor allem dort Lebensraum finden, wo es heute noch kühl und feucht ist. In heute trockenen und warmen Regionen wie den Tropen und Subtropen verschlechtern sich dagegen die Aussichten für eine hohe Artenvielfalt.
Am negativsten könnte sich die Erwärmung auf die Artenzahlen der Pflanzen in den tropischen Amazonas-Regenwäldern Südamerikas auswirken. Für Deutschland erwarten die Wissenschaftler hingegen in Zukunft Klimabedingungen, die mehr Arten Lebensraum bieten.
Einzigartige Arten werden verdrängt
Dies könne aber kaum als Gewinn gewertet werden, heißt es in einer Erklärung von Projektleiter Jan Henning Sommer vom Bonner Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen. "Wenn es zu einer verstärkten Umverteilung von Pflanzenarten kommt, wird sich die Zusammensetzung der Arten in den verschiedenen Regionen der Welt immer mehr vereinheitlichen. Einzigartige, an besondere Standortbedingungen angepasste Arten würden dadurch mehr und mehr verdrängt werden."
Die Forscher warnen vor den Auswirkungen einer halbherzigen Klimapolitik. Begünstigte und benachteiligte Gebiete halten sich bei einem Anstieg der globalen Temperatur um 1,8 Grad Celsius gegenüber dem Jahr 2000 im weltweiten Mittel noch die Waage. "Selbst wenn die in Kopenhagen vereinbarten Klimaschutzziele eingehalten werden, steuern wir eher auf einen Temperaturanstieg von bis zu 4 Grad Celsius zu", sagt Sommer. In diesem Fall ginge im Durchschnitt Lebensraum für mehr Pflanzenarten verloren, als an anderer Stelle neu entstünde.
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28.03.2010 15:06 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #28
Die Duftspur verliert sich
Kommende Generationen könnten den Duft vieler Blumen nur noch aus Erzählungen kennen, denn laut Untersuchungen malaysischer Wissenschaftler brennt der Klimawandel den Geruch aus den Blüten. Die Auswirkungen auf Fauna und Flora sind kaum abzuschätzen - schon jetzt wird die Duftspur bestimmter Pflanzen immer schwächer. Damit werden sie seltener von Insekten bestäubt und pflanzen sich nicht fort. Die Wissenschaftler sind überzeugt: Es ist bereits zu spät dafür, dass sich die Natur ohne Hilfe der Wissenschaft erholen kann.
Quelle: http://www.orf.at/100323-49351/index.htmlBereits Totalausfälle bei Obsternten
In den Tropen macht sich der Klimawandel neben anderen Effekten auf eine besonders symbolhafte Art bemerkbar: Der Duft von Blumen und Blüten versiegt langsam, wie Untersuchungen der Nationalen Universität von Malaysia (Universiti Kebangsaan Malaysia, UKM) ergeben haben.
"In kälteren Klimazonen duften Blumen vielleicht noch so stark wie früher. Aber hier haben wir Angst, dass das für immer verloren sein könnte", warnt der Wissenschaftler Abdul Latif Mohamad. Die Klimaerwärmung macht den Pflanzen das Duften immer schwerer.
Duft verflüchtigt sich immer schneller
Steigende Temperaturen wirken laut Latif gleich doppelt auf die Pflanzen: Die Zellen, in denen der Duft einer Pflanze "gespeichert" ist, gehören zu ihren verletzlichsten. Laut den Studien der UKM werden sie durch die immer größere Hitze regelrecht ausgebrannt.
Außerdem verflüchtigt sich der verbleibende Pflanzenduft immer schneller, so Latif. Die sich verlierende Duftspur führe bereits dazu, dass Insekten sie "übersehen". Das bedeute wiederum, dass manche Pflanzen nicht bestäubt werden und sich damit nicht mehr vermehren.
Insekten und Vögel flüchten
Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass auch schon ein Rückzug vieler Insekten- und Vogelarten in die Tiefen des Dschungels und in Bergregionen zu beobachten sei. Dort sei es kühler, weshalb die Pflanzen immer noch wie früher dufteten.
Keine Blumen für Kuala Lumpur
Durch den Menschen wird der Kreislauf noch beschleunigt, wie gerade ein Beispiel aus Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur veranschaulicht. Seit einem Jahr lässt die Stadtverwaltung dort keine Blumen mehr setzen, sondern nur noch "anspruchslose" Pflanzen.
Das Blumenprogramm hatte allein schon durch den temperaturbedingt gestiegenen Wasserverbrauch immer größere Löcher in die Stadtkasse gerissen. Gefragt sind nun schattenspendende große Grünpflanzen, die möglichst viel von der wachsenden Umweltverschmutzung abfangen.
Keine Blumen - keine Schmetterlinge
Ohne duftende Blüten in der Stadt gibt es dort auch immer weniger Schmetterlinge und andere Insekten, und damit in weiterer Folge auch weniger Vögel. Und der biologische Teufelskreis ist nicht nur auf die Stadt beschränkt, sondern zeigt sich in allen Facetten.
Latif nannte gegenüber der Zeitung "New Straits Times" das Beispiel des Orts Sungai Siput, wo Bauern über Totalausfälle bei der Obsternte klagten. Untersuchungen ergaben, dass der Staub in der trockenen Luft die Blütennarben verkümmmern hatte lassen. Die Pflanzen waren nicht mehr fortpflanzungsfähig.
Natur ohne Wissenschaft hilflos?
Latif sieht die genetische Modifikation von Pflanzen als Ausweg, "als würde man den Pflanzen ätherische Öle beimengen". Die Umwelt brauche nun die Wissenschaft: Man könne sich nicht länger darauf verlassen, dass die Natur die Kraft zur Selbstheilung aufbringe.
Malaysia müsse über genetische Eingriffe in die Natur nachdenken, fordert Latif unter Verweis auf das Beispiel Europas. Während die Gene von Pflanzen hier jedoch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten manipuliert werden, geht es dort um das Überleben der Pflanzen selbst.
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07.04.2010 10:20 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #29
Frische Früchte im neuen Gewand
Wer bei weißen Erdbeeren automatisch an unreifes Obst denkt, muss sich künftig wohl umstellen: Die äußerst seltene, nach Ananas schmeckende Sorte wurde schon vor über hundert Jahren gezüchtet und kommt nun immer öfter auch in Europa auf den Markt. Neben solchen natürlichen Neu- oder Wiederentdeckungen entwickeln Forscher auch Designerfrüchte, die durch Geschmack und Funktionalität überzeugen sollen. Dass dabei nicht immer Gentechnik im Spiel ist, beweist die quadratische Wassermelone.
Quelle: http://www.orf.at/100331-49635/index.htmlVielfalt durch Natur und Zucht
So manche exotische Obstsorte wie die weiße Erdbeere und die Minimelone ist hierzulande kaum bekannt. Entsprechend ungewohnt ist auch ihr Anblick. Wem die umfangreiche natürliche Fruchtpalette nicht ausreicht, für den gibt es immer häufiger Designerobst. Speziell in Japan entwickeln Forscher "Updates" bekannter Früchte wie etwa eckige Melonen.
Die "Weiße Ananas" ähnelt nur geschmacklich ihrem großen Namensvetter. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich eine seltene Erdbeersorte, die beinahe ausgestorben ist nun von Züchtern wiederentdeckt wird.
Mit einer Größe von 15 bis 23 Millimetern ist sie kleiner als die hierzulande handelsübliche Erdbeere und erinnert in der Form an die Walderdbeere. Weil die Blätter flach abstehen, entwickelt die Frucht durch ungehinderte Sonneneinstrahlung eine besondere Süße und ein Ananasaroma.
Reifeprozess lässt Farbe schwinden
Wie die klassische Erdbeere ist die Frucht zu Beginn grün. Anstatt dann aber im Reifeprozess die rote Farbe anzunehmen, bleicht die Beere aus.
Wie die britische "Daily Mail" berichtete, wurde das ungewöhnliche Obst wild wachsend in Südamerika entdeckt und von niederländischen Bauern vor dem Aussterben bewahrt.
Minimelonen aus Südamerika
Eine ähnliche Entdeckungsgeschichte hat die Minimelone hinter sich. Laut der britischen Tageszeitung "Telegraph" hatte ebenfalls ein niederländisches Unternehmen an der Verbreitung der südamerikanischen Spezialität wesentlichen Anteil.
Rund drei Zentimeter groß, schmeckt die Minimelone trotz ihres Äußeren mit klassischem Wassermelonenmuster eher wie eine Salatgurke und wird auch entsprechend eingesetzt. Als Appetithäppchen, ähnlich wie Oliven oder in Salaten und zum Kochen soll sie verwendet werden.
Unter dem Namen Pepquino ist die Minimelone in Großbritannien seit einem Jahr im Handel. Besondere Nachfrage herrscht laut der Marketingleiterin des Gemüsefachhandels Koppert Cress bei Hotels und in Gourmetrestaurants.
Japaner als Obsterfinder
In Japan erfindet man derartig skurrile Obstsorten einfach selbst. Bereits seit einigen Jahren etwa macht die quadratische Wassermelone Schlagzeilen.
Wer hinter der platzsparenden Variante der beliebten Sommerfrucht gentechnische Manipulationen vermutet, liegt allerdings falsch.
Künstliche Zucht im Glasbehälter
Die Früchte werden 60 Tage lang in quadratischen und vor allem lichtdurchlässigen Glasboxen gezüchtet. Die eckige Form hat den praktischen Zweck, die Melonen besser stapelbar und einfacher transportfähig zu machen.
Kurz nach der "Erfindung" der quadratischen Wassermelone war das Obst allerdings preislich nicht mit dem Original zu vergleichen. Bis zu 70 Euro musste man für ein Stück bezahlen. Mittlerweile hat sich der Preis eingependelt und liegt bei ungefähr dem Doppelten einer normalen Wassermelone.
Siegeszug im Supermarkt
Vorausgesetzt sie trifft den Geschmack der breiten Masse, kann sich eine neue Obstsorte schnell verbreiten und ihr Nischendasein im Herkunftsland beenden. Ein derartiger Siegeszug gelang etwa der aus China stammenden Nashi-Birne, die in den vergangenen Jahren die europäischen Supermärkte eroberte.
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08.04.2010 12:35 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #30
Pilz bedroht europaweit Eschen
Ein aggressiv gewordener Pilz ist nach jüngsten Erkenntnissen von Schweizer Forschern für das in Mittel- und Nordeuropa zu beobachtende Eschensterben verantwortlich.
Quelle: http://science.orf.at/stories/1644235/Warum sich aus dem harmlosen Streu-abbauenden Pilz Hymenoscyphus albidus der nun als Hymenoscyphus pseudoalbidus bezeichnete Baumkiller entwickeln konnte, bleibt allerdings unklar.
Rätselhaftes Eschensterben
Das vorerst rätselhafte Phänomen des Eschensterbens begann Anfang der 1990er Jahre in Ostpolen und breitete sich in den folgenden Jahren bis Mitteleuropa aus. Spätestens seit 2006 ist auch Österreich betroffen. Durch den Pilzbefall sterben zuerst Triebe, Zweige und Äste ab, letztendlich kann der ganze Baum eingehen.
2006 meldete ein polnischer Wissenschafter die mögliche Ursache für das Phänomen. Er hatte aus 70 Prozent der abgestorbenen Eschen einen bis dahin unbekannten Pilz zu isoliert, den er Chalara fraxinea nannte. Anhand der Fruchtkörper des Pilzes zeigte sich aber später, dass Chalara fraxinea ein alter Bekannter und mehr oder weniger ident ist mit Hymenoscyphus albidus. Diese Art gilt als harmlos, sie lebt etwa in der Streu und macht sich über abgestorbenes Material her.
Aggressive Variante eines harmlosen Pilzes
Nun ging man der Sache an der ETH neuerlich auf den Grund. Valentin Queloz vom Institut für Integrative Biologie Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich fand im Sommer 2009 in einigen Gebieten nördlich der Alpen massenhaft die kleinen weißen Pilze. So war ein Waldstück im Jura übersät damit. Ein anderes Bild bot sich ihm südlich der Alpen. Er fand nach langer Suche den Pilz, jedoch waren es nur kleinere Fruchtkörper.
Erst im Labor kam der Forscher dem Rätsel der ungleichen Verbreitung auf die Spur. Was er südlich der Alpen fand, war tatsächlich der harmlose Hymenoscyphus albidus. Die krank machende Form des Pilzes hingegen sammelte er nur nördlich der Alpen. Eine genetische Untersuchung lieferte die Erklärung: Der aggressive, krankmachende Pilz ist doch eine andere Art, die Queloz nannte sie in einer nun veröffentlichten Arbeit Hymenoscyphus pseudoalbidus.
Die Wissenschafter gehen davon aus, dass die neue Art eine aggressiv gewordene Variante des harmlosen Hymenoscyphus albidus darstellt. Weshalb sich der Pilz innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem Pathogen wandelte, wie er die krank machenden Eigenschaften erworben hat und sich gegen die harmlose Art durchsetzen konnte, bleibt vorerst ungeklärt. Eine Theorie sieht den Klimawandel als Ursache. Dieser könnte die Eschen soweit geschwächt haben, dass der aggressivere Pilz dominieren konnte.Geändert von federmohn (08.08.2010 um 17:00 Uhr)
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