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30.10.2009 11:14 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #1
Nachrichten aus der Pflanzenwelt
Hallo miteinander,
immer wieder tauchen in den Nachrichten auch ganz interessante Meldungen über Pflanzen auf.
Ich probier mal eine zeitlang, Euch am Laufenden zu halten - vielleicht ist ja das eine oder andere Interessante für Euch dabei.
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Insekten gehen Pflanze auf den Leim
Insekten, die in Kontakt mit den Blättern von Roridula gorgonias kommen, sind rettungslos verloren: Binnen weniger Augenblicke verfangen sie sich im klebrigen Sekret der Pflanzenhaare und sterben. Wissenschaftler haben nun entdeckt, wie die Pflanze ihre Beute am Entkommen hindert.
Quelle:Extreme Haftkraft
Die Studie "Hierarchical organisation of the trap in the protocarnivorous plant Roridula gorgonias (Roridulaceae)" von Dagmar Voigt et al. ist im "Journal of Experimental Biology" erschienen.
Die Forscher rund um Dagmar Voigt vom Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart haben den Aufbau der Klebefalle der Südafrikanischen Taupflanze untersucht und dabei die Flexibilität der Klebehaare und die Klebekraft ihres Sekrets gemessen. Demnach gibt es drei Arten von Drüsenhaaren auf den Blättern: lange dünne Haare von 3,3 - 5 Millimeter Länge, mittellange Haare (1-2,4 Millimeter) und kurze dickere Haare (0,3 - 0,7 Millimeter).
Die langen dünnen Haare sind besonders flexibel, produzieren aber ein schwächeres Klebsekret als die übrigen Haare. Die mittellangen sind fast 4-mal steifer und sondern ein 1,5-mal klebrigeres Sekret ab. Die kurzen Härchen sind sogar fast 50-mal steifer und verbiegen sich nur an ihrer Basis. Ihr Sekret ist rund 9-mal klebriger als das der langen Haare. Es hält einer Kraft von 156 Kilopascal stand und weist damit fast die 4-fache Stärke von kommerziellem Fliegenfängerklebstoff auf. Ein Quadratzentimeter einer 130 Millionstel Millimeter dünnen Schicht des Roridula-Sekrets kann rund 1,5 Kilogramm Gewicht halten.
Hierarchischer Fangapparat
Die Forscher vermuten, dass die Taupflanze ihre Opfer mit einem ausgeklügelten System aus Klebehaaren in die Falle lockt und festhält. "Die verführerisch glitzernden Sekrettropfen locken viele Insekten an. Zuerst streifen diese die langen Haare und haften daran. Bei dem Versuch sich zu befreien, verbiegen sie diese und ziehen das Klebsekret in lange Fäden", erklärt Dagmar Voigt vom Max-Planck-Institut für Metallforschung.
Dadurch berühren die Insekten zunehmend mittellange Haare und verfangen sich mehr und mehr. Gleichzeitig werden ihre Bewegungen durch die dämpfenden Eigenschaften der Haare und der klebrigen Sekrete abgeschwächt. Schließlich kommt die Beute in Kontakt mit dem besonders starken Klebstoff der kurzen, steifen Härchen der Pflanze, die das Opfer endgültig festhalten. "Ein solcher hierarchischer Aufbau pflanzlicher Klebefallen könnte möglicherweise auch Vorbild für neue künstliche Klebesysteme sein", sagt die Wissenschaftlerin.
Wanze mit Anti-Haftbeschichtung
Manche Insekten haben allerdings gelernt, sich vor dem tückischen Fangmechanismus zu schützen. So haben die Stuttgarter und Kieler Forscher bereits letztes Jahr herausgefunden, dass die Wanze Pameridea roridulae von einer besonders dicken Schmierschicht auf ihrem Außenskelett bedeckt ist, an der das Sekret der Klebehaare nicht haften kann. Die Wanze kann deshalb auf der Taupflanze ohne festzukleben herumspazieren und sich von anderen, weniger gut ausgerüsteten Insektenarten ernähren.
Denn mit ihrer Beute allein kann die südafrikanische Roridula gorgonias gar nichts anfangen: Ihr fehlen nämlich Verdauungsenzyme, um ihren Fang zu verwerten. Vielmehr lebt sie mit den Wanzen in einer Symbiose, denn ihre Blätter absorbieren die Exkremente der Wanzen. Dadurch erhält die Pflanze in ihrem nährstoffarmen Lebensraum eine zusätzliche Stickstoffquelle.
http://science.orf.at/stories/1627247/
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30.10.2009 11:15 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #2
Forscher entschlüsselten Erbgut der Erdäpfel
Forscher haben das Genom der Erdäpfel entschlüsselt. Der in der vergangenen Woche vorgestellte Entwurf des Erbguts, der 95 Prozent des Genoms erfasst, ist das Werk von mehr als 50 Wissenschaftlern von 16 Instituten.
Quelle:Mit diesen Informationen könnten nun neue Varianten der Erdäpfel entwickelt werden. Sie gehört weltweit zu den wichtigsten Nahrungsmitteln.
Viertel des menschlichen Genoms
Erdäpfel wurden zuerst vor über 10.000 Jahren in Südamerika kultiviert, inzwischen werden sie in jedem Erdteil außer der Antarktis angebaut.
Die Forscher des Potato Genome Sequencing Consortium begannen 2006 mit ihrer Arbeit. Beteiligt waren daran Einrichtungen in Argentinien, Großbritannien, Chile, China, Indien, Irland, den Niederlanden, Neuseeland, Peru, Polen, Russland und den USA. Die Erdäpfel haben demnach zwölf Chromosomen mit 840 Millionen Basenpaaren. Das entspricht einem Viertel des menschlichen Genoms.
Erdäpfel sind die weltweit viertwichtigsten Anbaupflanzen nach Mais, Reis und Weizen. Bauern ernteten 2007 insgesamt 309 Millionen Tonnen. Mit 48 Millionen Tonnen werden die meisten Erdäpfel pro Jahr in China verbraucht. Pro Kopf werden die meisten aber in Weißrussland gegessen, 180 Kilogramm sind es jährlich.
Hoffnung auf resistentere Sorten
Das Reis-Genom wurde schon 2005 entschlüsselt, das des Kukuruz folgte 2008. Durch das Reis-Genom konnten schon neue Varianten gezüchtet werden, darunter auch eine, die auch eine Zeit unter Wasser überleben kann und jetzt in Bangladesch angebaut wird, teilte das Internationale Reis-Forschungsinstitut mit.
Die Forscher hoffen, dass ihnen nun bei Erdäpfeln ähnliches gelingt. Derzeit dauere die Züchtung einer neuen Art zehn bis zwölf Jahre, erklärte ein schottisches Forschungsinstitut. "Es wird erwartet, dass sich diese Zeit durch die Nutzung des Genoms dramatisch verkürzt."
http://science.orf.at/stories/1628291/
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30.10.2009 11:18 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #3
500 Jahre tot und nicht verrottet
Forscher haben jahrhundertealte Baummumien entdeckt. Die Kiefern sind schon seit fast 500 Jahren tot - und dennoch kaum verrottet. Die Stämme lagen nicht etwa besonders trocken und geschützt, sondern wurden im relativ regenreichen, milden Südwesten von Norwegen gefunden.
Quelle:Sie hätten also eigentlich besonders rasch verrotten müssen - ähnlich wie Holz in Regenwaldgebieten. Grund für die Haltbarkeit ist nach Ansicht der norwegischen Wissenschaftler Harz, das die Bäume beim Sterben ausscheiden.
Überraschende Entdeckung
Die Forscher um Terje Thun von der Technischen Universität Trondheim hatten die mumifizierten Bäume im Bezirk Sogndal entdeckt, als sie nach alten Stämmen zur Bestimmung der Sommertemperaturen früherer Jahrhunderte suchten. Ihre Jahresringe erlauben Rückschlüsse auf die jeweiligen Temperaturen, da etwa das Wachstum der Bäume davon abhängt.
"Unsere Daten zeigten dann, dass das Holz viel älter war als erwartet", so Thun. "Wir waren baff, als wir frisches Holz in Bäumen fanden, die seit dem 13. Jahrhundert gewachsen und schon vor 500 Jahren abgestorben sind." Es sei sensationell, dass das Holz sich in dem besonders feuchten Klima an Norwegens Westküste so lange gehalten habe.
Harz gegen Mikroorganismen
Die Wissenschaftlerin nannte als Grund für die "Mumifizierung", dass die Kiefern beim Absterben große Mengen Harz produzieren. Die klebrige Substanz hält Mikroorganismen ab, die das Holz sonst rasch zersetzen würden. Diese Eigenschaft hätten sich etwa die alten Ägypter zunutze gemacht, indem sie für die Konservierung ihrer Mumien Harz verwendeten.
Unglaublich sei aber, dass die Wirkung dieser "Versiegelung" bei den Bäumen so viele Jahrhunderte lang anhalte. Einige der in Sogndal entdeckten Stämme seien schon bei Ausbruch der Pest um 1350 über hundert Jahre alt gewesen. Damit habe sich das Holz insgesamt knapp 800 Jahre gehalten.
http://science.orf.at/stories/1629441/
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30.10.2009 11:20 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #4
Bakterien fördern Wachstum von Pappeln
Ein neues Zusammenspiel zwischen Pappeln und Bakterien haben Wiener Wissenschaftler aufgeklärt. Die Bäume besitzen sogenannte endophytische Bakterien, die nachweislich das Wachstum erheblich fördern.
Quelle:Das ergaben die Analysen eines Teams rund um Wolfram Weckwerth vom Department für Molekulare Systembiologie der Universität Wien.
Nützliche Mikroben
Dass Bakterien viel mehr sind als potenzielle Krankheitserreger, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nicht nur Menschen und Tiere beherbergen ganze Heerscharen von mehr oder weniger nützlichen Mikroben, auch Pflanzen gehen Gemeinschaften mit den Winzlingen ein. So versorgen etwa sogenannte Knöllchenbakterien Pflanzen aus der Familie der Leguminosen mit lebenswichtigem Stickstoff.
Endophyten sind Pilze oder Bakterien, die im Inneren von Pflanzen wachsen.
Die Verhältnisse in den Pappeln sind ähnlich, nur dass die Bakterien nicht in speziellen Wurzelknöllchen, sondern einfach in den Bäumen selbst - also endophytisch - leben. Wie die Wiener Forscher gemeinsam mit deutschen Kollegen der Technischen Universität Braunschweig und des Thünen-Instituts in Waldsieversdorf mittels genetischer Analysen herausfanden, handelt es sich bei den Mikroben um Vertreter der Gruppe Paenibacillus.
Beschleunigtes Wachstum
Nach dem derzeitigen Stand gehen die Forscher davon aus, dass die Bakterien die Pappeln vor allem mit Stickstoff versorgen. Wie auch die Knöllchenbakterien können die Mikroben nämlich den Stickstoff aus der Luft verarbeiten, Pflanzen sind dazu nicht imstande. Im Gegenzug erhalten die Mikroorganismen Stoffwechselprodukte wie beispielsweise Zucker.
Um genauere Untersuchungen und Vergleiche anstellen zu können kreierten die Wissenschafter bakterienfreie Pappelpflanzen. Anschließend wurden etwa deren Stoffwechselprodukte - wie Zucker, Fettsäuren oder Aminosäuren - mit jenen bakterienhältiger Pappeln verglichen. "Es zeigten sich signifikante Unterschiede", so der Weckwerth. Betrachtet man das Wachstum, können die Bakterien einen Schub von bis zu 50 Prozent ausmachen.
Weckwerth ist überzeugt, dass die Forschungen auch für die Produktion von Energiepflanzen von Bedeutung sind. Pappeln gelten als schnellwüchsige Bäume als wichtige Kandidaten für Biotreibstoffe der zweiten Generation.
http://science.orf.at/stories/1630396/
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30.10.2009 12:27 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #5
Überleben bei schlechten Lichtbedingungen
Mit Licht vollbringen Pflanzen wahre Wunder. Sie nutzen das klimaschädliche Kohlendioxid, um lebenswichtigen Sauerstoff und Glucose herzustellen und garantieren damit das Leben auf der Erde. Und das, obwohl die Lichtbedingungen für Pflanzen in der Regel alles andere als optimal sind.
Quelle:Welche Mechanismen sie dazu befähigen, haben deutsche Forscher nun im Detail untersucht.
Leben auf engem Raum
Wälder, Felder, Wiesen - überall wachsen Pflanzen eng beieinander und nehmen sich dadurch gegenseitig das Licht weg. Einen weiteren Teil filtern die obersten Blätter der Pflanze selbst heraus. "Das was am Ende für die meisten Blätter übrig bleibt, kann die Pflanze eigentlich kaum noch für die Photosynthese verwenden", weiß Thomas Pfannschmidt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Trotzdem ist sie in der Lage, selbst unter extremsten Bedingungen Photosynthese zu betreiben, indem sie sich an die jeweiligen Umweltbedingungen anpasst."
Die Studie in "The Plant Cell Dynamic": "Plastid Redox Signals Integrate Gene Expression and Metabolism to Induce Distinct Metabolic States in Photosynthetic Acclimation in Arabidopsis" von K. Bräutigam et al.
Welche Reaktionen dabei in der Pflanze ablaufen und wie sie ihren Photosyntheseapparat umstrukturiert, um das Licht besser auszunutzen, ist bisher nur in Grundzügen bekannt. Pflanzenphysiologen der Universität Jena haben jetzt einige der Mechanismen genauer untersucht. Dabei haben sie sich besonders auf die Regulation der Gene konzentriert - ein Hauptthema der Arbeitsgruppe um Pfannschmidt.
Komplexe und schnelle Gen-Regulation
"Wir wollten wissen, wie schnell und umfangreich sich verändernde Lichtverhältnisse auf die Genexpression auswirken", so Pfannschmidt. "Dafür haben wir die natürlichen Lichtgradienten, wie sie auf die Photosysteme I und II der Pflanze auftreffen, im Labor nachgestellt und die Veränderungen in der Pflanze untersucht." Sowohl Kurz- als auch Langzeitantworten auf veränderte Lichtqualität spielten dabei eine Rolle.
Es stellte sich heraus, dass die Regulation der Gene wesentlich komplexer und schneller ist als bisher angenommen wurde. So haben die Wissenschaftler bereits innerhalb von 30 Minuten Veränderungen in der Expression einiger hundert Gene beobachten können. "Das Überraschende dabei ist, dass neben Photosynthese-Genen auch viele Metabolismus-Gene betroffen sind", so Pfannschmidt. Dies spiegelte sich auch in Veränderungen des Stoffwechsels wider.
Stoffwechsel verändert sich
Einer der veränderten metabolischen Parameter war Stärke, konstant blieb dagegen die Produktion des Transportzuckers Sucrose. "Diese Ressourcen-Verschiebung deutet darauf hin, dass die Pflanze mit ihrer Taktik versucht, die Konzentration an Transportzucker trotz veränderter Bedingungen weitgehend konstant zu halten", erläutert Pfannschmidt.
Seine Arbeitsgruppe an der Universität Jena konnte damit erstmals zeigen, dass nicht nur der Photosynthese-Apparat der Pflanze umgebaut, sondern auch ihr metabolischer Zustand entsprechend angepasst wird. "Die Photosynthese stellt also nicht einfach nur einen passiven, Energie fixierenden Prozess dar, sondern wirkt gleichzeitig als Umweltsensor", resümiert der Pflanzenphysiologe. "Wenn nötig, reguliert sie die Expression ihrer eigenen Gene und passt die gekoppelten Stoffwechselprozesse an ihren jeweiligen Funktionszustand an."
Zukünftig wollen die Forscher die einzelnen Vorgänge noch detaillierter untersuchen. Außerdem wollen sie die Versuche statt an der Modellpflanze Arabidopsis thaliana an landwirtschaftlich relevanten Arten wie Mais und Raps weiterführen. "Wenn wir diese Anpassungsprozesse komplett verstehen, können wir gezielt solche Pflanzen erzeugen, die mit den speziellen Lichtbedingungen auf Feldern besser zurechtkommen", hebt Thomas Pfannschmidt den praktischen Nutzen seiner Forschung hervor.
http://science.orf.at/stories/1630687/
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30.10.2009 12:33 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #6
Überdüngung: Lichtmangel führt zu Artensterben
Forscher haben herausgefunden, weshalb gedüngte Wiesen ärmer an Arten sind. Einige Pflanzen wachsen dank der Nährstoffe rascher als andere. Ohne Sonnenlicht sterben die schwächeren Arten ab.
Quelle:Der Einsatz von Dünger hat laut der Studie dazu geführt, dass sich immer mehr Nährstoffe im Boden finden. Es wird geschätzt, dass sich in den letzten 50 Jahren das Stickstoff- und Phosphorangebot für Pflanzen weltweit verdoppelt hat. Die Überdüngung ist demnach einer der wichtigsten Gründe für das akute Artensterben.
Unterwuchs stirbt ab
Anders als oft vermutet, hat die Konkurrenz um Nährstoffe im Boden selbst keine direkten Auswirkungen auf die Pflanzen. Verschiedene Arten profitieren aber unterschiedlich stark vom zusätzlichen Nährstoffangebot: Sie wachsen rascher als andere und überwuchern diese. Ohne ausreichend Sonnenlicht stirbt der Unterwuchs schließlich ab.
Die Forscher wiesen diesen Mechanismus in mehrjährigen Experimenten nach. Sie ließen im Gewächshaus vier verschiedene Pflanzengemeinschaften mit je sechs Pflanzenarten unter unterschiedlichen Bedingungen wachsen. Wurde der Boden gedüngt, verringerte sich die Artenzahl wie erwartet deutlich.
Leuchtröhren zwischen Pflanzen
Gaben die Wissenschaftler aber den unteren Blättern Licht, indem sie Leuchtröhren zwischen die Pflanzen legten, blieben die negativen Auswirkungen der Düngung aus: Die Artenvielfalt veränderte sich nicht. "Fehlendes Licht ist für den Verlust an Biodiversität verantwortlich", so Yann Hautier.
Für die Forscher ist klar, dass kein Weg an einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Wiesen vorbeiführt: Wenn die Pflanzenvielfalt langfristig erhalten bleiben solle, sei es nötig, die Nährstoffanreicherung im Boden zu kontrollieren.
http://sciencev1.orf.at/sciencev1.or...ws/155590.html
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12.11.2009 18:41 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #7
Medikamente ernten - Tabakpflanzen liefern Antikörper gegen HIV
Wissenschaftler züchten Medikamente in Pflanzen
Forscher um Stephan Hellwig vom Aachener Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie gehen mit ihren in Pflanzen hergestellten Antikörpern gegen HIV in klinische Studien der Phase I. "In dieser Studie schauen wir nur auf die Sicherheit des in Pflanzen produzierten Wirkstoffs an wenigen gesunden, freiwilligen Probanden", schildert Hellwig. Bei Versuchen mit Kaninchen gab es keine Nebenwirkungen, sagen die Forscher.
Quelle:Tabakpflanzen als höhere Organismen könnten komplexere Proteine produzieren als Bakterien, Viren oder Hefen. Die Forscher haben das Gen für den Antikörper 2G12 in die Pflanzen übertragen und isolieren die Antikörper in einer großtechnischen Anlage. "Das Besondere sind der Maßstab und der pharmazeutische Anspruch", sagt Fraunhofer-Forscher Martin Lobedann. "Wir können hier bis zu 1000 Kilogramm pro Woche verarbeiten und so 4000 Liter pro Woche produzieren." Der Biotechnologe Rainer Fischer meint: "Wenn wir riesige Mengen benötigen, brauchen wir Plattformen, die eine hohe Produktivität haben." Der Wissenschaftler koordiniert ein EU-Forschungsprojekt mit 38 Partnern aus elf EU-Ländern, das das Potenzial gentechnisch veränderter Pflanzen für die Medizin untersuchen soll.
"Man sollte Pflanzen nehmen, die keine Rolle bei der Ernährung spielen", betont Greenpeace-Berater Christoph Then. "Man sollte sie nur im Gewächshaus anbauen - dann kann man Forschung betreiben." Die deutsche Gesetzeslage verbietet den Feldversuch. "Erlaubt ist nur die Aufzucht in hermetisch abgeriegelten Gewächshäusern, was natürlich die Kosten in die Höhe treibt", sagt Stefan Schillberg vom Fraunhofer-Institut.
Impfstoffe und Insulin kommen aus den Laboren Tabak soll hier einmal Gesundheit bringen Mehr als ein Viertel aller Medikamente werden nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft heute bereits gentechnisch erzeugt. Vor allem Impfstoffe und Insulin für Zuckerkranke stammen aus den Labors der Biotechnologen. Bisher werden die Wirkstoffe jedoch ausschließlich aus tierischen Zellen oder Bakterien gewonnen. Beim "Molecular Farming" übernehmen Pflanzen die Produktion der rekombinanten Proteine. Sie bilden die Grundlage für viele Therapeutika vom Impfstoff bis zur Krebs-Diagnose. Die mikrobiell oder in Säugetierzellkulturen produzierten Proteine können Immunreaktionen auslösen oder Pathogene wie HIV oder Hepatitisviren übertragen. "Pflanzen hingegen erzeugen keine bakteriellen Giftstoffe, Viruspartikel oder Krankheitserreger, die den Menschen gefährden", erläutert Schillberg. "Die in Pflanzen hergestellten Proteine haben eine hohe Qualität - sie weisen eine korrekte dreidimensionale Faltung auf."
Bisher haben die Fraunhofer-Forscher mehr als 150 verschiedene rekombinante Proteine in Tabak, Weizen oder Reis produziert - darunter das menschliche Bluteiweiß Serumalbulmin, Antikörper gegen den Karieserreger oder Enzyme. "Am besten eignet sich Tabak zur Massenproduktion von Wirkstoffen. Die Pflanze ist leicht gentechnisch zu verändern und preiswert zu kultivieren. Tabak produziert pro Hektar und Jahr die meiste Biomasse und somit große Mengen an Produkt."
Viren bringen fremde Gene in die Tabakpflanzen Der Wissenschaftler Yuri Gleba hat eine Methode entwickelt, mit der Tabakpflanzen schnell Medikamente erzeugen: Er verändert nicht aufwändig das Erbgut der Pflanzen, sondern schleust stattdessen einen genetisch veränderten Virus ein. Dieser veranlasst die Pflanze, Proteine wie Impfstoffe oder Antikörper zu produzieren. Auf diese Art ist es bereits gelungen, fünfzig neue, medizinisch wirksame Substanzen herzustellen. Weitere individualisierte und maßgeschneiderte Therapeutika sollen folgen.
Die Pflanzen gelten deshalb als besonders sicher, weil die Erreger nicht in Pflanzenzellen eindringen können. Auch die Angst vor der Ausbreitung gentechnisch veränderter Arten ist unbegründet, weil das Erbgut nicht verändert wurde. Dazu sind die Labore und Gewächshäuser so gut von der Umwelt abgeschottet, dass keine Gefahr einer Übertragung besteht. Um die Wirkstoffe schließlich zu ernten, werden die Pflanzen tiefgefroren, zerstampft und zerrieben. Was die so gewonnenen Proteine oder Antikörper im Labor aber wirklich taugen, wird sich erst nach einigen Testreihen erweisen.
http://snipurl.com/t7c56 [www_3sat_de]
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20.11.2009 10:42 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #8
"Die 'Cholerakartoffeln' sind im Freiland sicher"
Biologen streiten um die Reichweite von Genmaterial
Ihr Freilandversuch mit einer gentechnisch veränderten Pflanze ist sicher, meint die Molekularbiologin Inge Broer: "Kartoffeln werden über die Knolle vermehrt, so dass es keine Probleme mit Fremdbefruchtung gibt."
Quelle: http://snipurl.com/tbt6q [www_3sat_de]Zudem überdauerten die Samen maximal einen Winter. "Sobald ich mit einer Pflanze ins Freiland gehe, habe ich keine hundertprozentige Sicherheit mehr", meint Margret Engelhard von der Europäischen Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Dazu muss ich ins Gewächshaus gehen. Sonst ist immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit gegeben, dass ein Gen auskreuzt. Es ist aber natürlich so, dass die Wahrscheinlichkeiten unterschiedlich sind."
Nach Ansicht des Vereins "Umweltinstitut München" könnte die Genehmigung des Experiments unvorhersehbare Konsequenzen für die Umwelt haben. Ein Eindringen der gentechnisch veränderten Pflanzen in benachbarte Kartoffelfelder und damit in die Lebensmittelkette sei nicht ausgeschlossen. "Die Kontrolle von Gen-Pflanzen ist im Freiland nicht möglich", sagte Andreas Bauer vom Umweltinstitut. Die Einrichtung ist nach eigenen Angaben einer der größten Umweltschutzvereine in Bayern.
Die verpflanzten Gene dürfen nicht in die Nahrung
Kritiker sehen die Kartoffelpflanzen lieber nur im Gewächshaus "Man muss sich klarmachen, dass das dort exprimierte Proteien potenziell hoch wirksam auf den Menschen ist und die Gefahr besteht, dass es in die Lebens- und -Futtermittelkette gerät", befürchtet Engelhard. 2002 gelangten Reste von Pharmamais, der ein Jahr zuvor in Nebraska angebaut war, in Sojaerntegut. "Das kann hier bei diesem Freilandversuch nicht passieren", ist Broer überzeugt. "Niemand darf ohne Begleitung auf das Feld. Jeder Besuch wird in Büchern eingetragen. Das ganze Feld ist von Zäunen und von Wachleuten umgeben, die aufpassen, dass hier niemand unberechtigt rein kommt. Hier kann niemand etwas heraustragen, auch nicht nachts. Jede Pflanze hat eine Nummer; jede Pflanze wird separat geerntet."
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kam 2006 in einer Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch keine schädlichen Einflüsse auf Menschen, Tiere und Umwelt zu erwarten sind. 1800 Einwendungen gegen den Versuch waren nicht erfolgreich. Nach Worten Inge Broers haben sich die Gentechkartoffeln im Freiland bislang unauffällig verhalten.
"Das eine Protein aus dem Cholerabakterium, das die Impfwirkung verstärkt, ist bereits in kommerziellen Impfstoffen vorhanden, gut untersucht und völlig ungefährlich", so Broer. Doch der "Cholerakartoffel" sei "so ein schrecklicher Name gegeben worden, dass man noch einmal darüber nachdenken möchte, ob sie rauskommen darf oder nicht - sie war aber schon im Freiland."
Die Kartoffeln sollen einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD und ein ungefährliches Protein des Cholera-Erregers produzieren. Das Cholera-Protein sei notwendig, um die Impfung der Kaninchen zu ermöglichen, eine Cholera-Erkrankung bei Menschen könne nicht ausgelöst werden. Eine dritte Linie der "Gen-Kartoffeln" bilde Cyanophycin, einen biologisch abbaubaren Kunststoff.
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20.11.2009 10:44 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #9
Schweizer entwickeln Reissorte mit mehr Eisen
Der Anbau ist aber erst in vielen Jahren möglich
Wissenschaftler um Prof. Christof Sautter und Prof. Wilhelm Gruissem von der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben Reis mit einem auf das Sechsfache erhöhten Gehalt an Eisen entwickelt.
Quelle: http://snipurl.com/tbt7g [www_3sat_de]Vom Anbau ist man aber noch Jahre entfernt. Die Reispflanze produziere mit Hilfe der eingebrachten Gene vermehrt das Enzym Nicotianamine-Synthase und das Eiweiß Ferritin, heißt es. Ihr Zusammenspiel sorge dafür, dass die Reispflanze mehr Eisen aus dem Boden aufnehmen und dieses Eisen im Reiskorn anreichern und speichern könne. Das Produkt der Nicotianamine-Synthase, das Nicotianamin, binde das aus dem Boden mobilisierte Eisen vorübergehend und mache das Eisen in der Pflanze transportfähig. Ferritin sei in der Pflanze ebenso wie im Menschen ein Depot für Eisen.
Die Forscher haben die Aktivität der eingefügten Gene so gesteuert, dass Nicotianamine-Synthase in der ganzen Reispflanze gebildet wird, das Ferritin aber nur im Inneren des Reiskorns. So wirke sich das Zusammenspiel der beiden Gene positiv auf den Eisengehalt des geschälten Reiskorns aus und steigere ihn im polierten Korn bis auf das Sechsfache gegenüber der Ausgangsreissorte.
Die Prototypen im Gewächshaus seien äußerlich nicht von normalen Pflanzen zu unterscheiden und gäben keinen Hinweis auf mögliche Nachteile wie etwa Ernteverluste. "Als nächstes müssen wir jetzt in Feldexperimenten prüfen, ob die Reispflanzen auch unter landwirtschaftlichen Bedingungen bestehen können", wird Gruissem zitiert. Der ETH-Professor sieht keine Gefahr, dass sich die genveränderten Pflanzen negativ auf ihre Umwelt auswirken könnten. Dass die Reispflanzen durch die verbesserte Eisenaufnahme etwa den Boden auslaugten, sei unwahrscheinlich, denn Eisen seit das häufigste metallische Element im Boden.
Bis der eisenhaltige Reis angebaut werden kann, müssen die Forscher im Gewächshaus und im freien Feld aber noch viele Untersuchungen zur Biosicherheit sowie agronomische Tests durchführen. Bis dahin sind die Prototypen für einen landwirtschaftlichen Anbau nicht geeignet. Das Ziel der ETH-Wissenschafter ist es, Kleinbauern und Selbstversorgern den genetisch veränderten Reis kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Vitamin-A-reicher Reis gegen Kinderblindheit Klassischer Anbau gegen Blindheit Forscher in Großbritannien haben 2005 nach eigenen Angaben erstmals gentechnisch veränderten Reis entwickelt, der Vitamin-A-Mangel und der damit verbundenen Erblindung von Kindern in Entwicklungsländern vorbeugen kann. Die von dem Schweizer Unternehmen Syngenta in britischen Labors entwickelte Reissorte beinhalte rund 20-mal so viel Beta-Karotin wie herkömmliche Sorten, berichtete die BBC. Beta-Karotin wird vom Körper in Vitamin A umgewandelt. Dem Bericht zufolge will Syngenta den "goldenen Reis" Forschungslabors in ganz Asien zur Verfügung stellen, wo er nach der Genehmigung der Behörden auf Forschungsfeldern angebaut werden soll. 2000 hatten Schweizer Forscher bereits ähnlich genveränderten Reis vorgestellt.
Dessen Anteil an Beta-Karotin war aber nicht hoch genug, um den Vitamin-A-Bedarf von Kindern bei normalem Reisverzehr zu decken. Zudem war der Anbau auf Versuchsfeldern wegen befürchteter Auswirkungen auf die Umwelt unterblieben. Nach Schätzungen der Weltgesundheits-Organisation (WHO) erblinden jährlich bis zu 500.000 Kinder wegen Vitamin-A-Unterversorgung.
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20.11.2009 10:46 Nachrichten aus der Pflanzenwelt Beitrag #10
Ginkgo zeigt Wirkung, wirkt aber keine Wunder
G. biloba ist eine eigene Gruppe der Samenpflanzen
In der Medizin ist Ginkgo nach wie vor umstritten: Die einen preisen gesteigerte Hirnleistungen, die anderen warnen vor Nebenwirkungen. Bei Operationen kann es mit ihm zu starken Blutungen kommen.
Quelle: http://snipurl.com/tbt8e [www_3sat_de]Wissenschaftlich erwiesen ist nur, dass ein Extrakt aus Ginkgo biloba Stoffe enthält, die die Durchblutung fördern. Sein Wirkstoff lässt die Wände der Blutgefäße und die roten Blutkörperchen flexibler werden, so dass Blut und mit ihm Sauerstoff schneller ins Gehirn gelangen. Da ein gut durchblutetes Gehirn besser arbeitet, wird Ginkgo biloba bei Gedächtnisschwäche und in der Behandlung von Demenz-Kranken eingesetzt.
In schweren Fällen von Demenz ist die Heilpflanze überfordert: das Absterben von Zellen kann Gingko nicht stoppen. Sein Extrakt eignet sich also lediglich bei leichten Durchblutungsstörungen des Gehirns, und auch in solchen Fällen sollte immer zunächst ein Arzt befragt werden. Studien warnen vor möglichen Nebenwirkungen des pflanzlichen Medikaments: Es kann zu Blutungen führen; auch mit blutverdünnenden Mitteln wie Aspirin verträgt sich die Heilpflanze nicht.
Ginkgo-Präparate gibt es gegen Depressionen, Gedächtnisschwäche, Ohrensausen oder Schwindel. Aus den getrockneten Ginkgo-Blättern wird ein Extrakt gewonnen, der in Asien schon seit 500 Jahren als Heilmittel gilt. Bei uns wurde seine medizinische Wirkung erst in den 1960er Jahren bekannt.
Ginkgo biloba stand schon auf der Erde, als es noch Dinosaurier gab. Er hat sich in den vergangenen 200 Millionen Jahren Erdgeschichte kaum verändert. Der aus Asien stammende Baum hat die Eiszeiten überlebt und gilt als Symbol für Widerstandskraft und Überleben. Der Ginkgo ist auch ein Baum der Hoffnung: In Hiroshima hatte er schon ein Jahr nach dem Fall der Atombombe wieder grüne Triebe. "Biloba" bedeutet "zweilappig" und beschreibt die gespaltene Blattform.
Der Ginkgo ist weder Laub- noch Nadelbaum, sondern bildet eine eigene Abteilung innerhalb der Samenpflanzen. Bei uns stehen Ginkgo-Bäume heute vor allem am Straßenrand, denn sie sind robust und wachsen schnell. Allerdings sind das meist die männlichen Bäume, denn die Früchte der getrenntgeschlechtlichen Pflanzen stinken extrem nach Buttersäure.
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